Die Strategien der Hedgefonds

Die Investmentansätze der Hedgefonds sind vielfältig – mit mehr oder weniger Risiko. Die Zertifikate auf diese Fonds bieten meistens einen Mix.

Hedgefonds suchen die Märkte systematisch nach Fehleinschätzungen ab. Das könnte eine überbewertete Aktie oder eine unterbewertete Währung sein. Die Manager erwarten, dass der Markt diese Bewertung korrigiert, und wollen davon profitieren.

Equity Hedge – Aktien

Hedgefonds, die sich unterschiedliche Meinungen über die richtige Bewertung von Aktien zunutze machen, verfolgen die Strategie des „Equity ­Hedge“. Sie kaufen Aktien, die sie für unterbewertet halten, und verkaufen Aktien, die sie als überbewertet betrachten.

Weil die Fonds die Aktien, die sie verkaufen wollen, meistens gar nicht halten, müssen sie sie „leer“ verkaufen. Fachleute sprechen von Short Selling. Die Manager der Hedgefonds leihen sich die Aktien aus und verkaufen sie. Sind die Aktien wie erwartet gefallen, kaufen sie sie billig wieder und geben sie zurück. Die Differenz zwischen dem (höheren) Verkaufserlös und dem (niedrigeren) Kaufpreis ist ihr Gewinn.

Diese Strategie ist eine der riskantesten, birgt aber auch mit die höchsten Renditechancen. In guten Jahren, wie 1999 eines war, hat Equity Hedge über 45 Prozent Gewinn gemacht.

Event Driven – Aktien und Anleihen

Die so genannte Event-Driven-Strategie gibt es in mehreren Ausprägungen. Eine Variante befasst sich ebenfalls mit möglichen Kursentwicklungen von Aktien.

Allerdings beruht sie nicht auf allgemeinen Einschätzungen über die sich im Aktienkurs widerspiegelnde wirtschaftliche und finanzielle Lage eines Unternehmens, sondern bezieht sich auf bestimmte Ereignisse. Beispielsweise könnte ein Hedgefonds-Manager Fusionsgerüchte zum Anlass nehmen, eine Aktie einzukaufen, um sie bei erfolgter Übernahme mit Gewinn wieder loszuschlagen. Andere Manager spekulieren mit Pleitekandidaten in der Hoffnung, die Kreditsicherheiten würden sich als wertvoller erweisen als vor der Pleite gedacht.

Die Event-Driven-Strategie ist wenig riskant. In der Spitze lagen die Renditen auch nur bei etwa 25 Prozent.

Arbitrage – Aktien und Anleihen

Ein weiteres Instrument von Hedge-fonds sind so genannte Arbitragegeschäfte. Dabei nutzen die Hedgefonds unterschiedliche oder falsche Bewertungen ähnlicher Wertpapiere aus.

Der Long Term Capital Management Fonds etwa setzte auf Zinsarbitrage. Er suchte Anleihen, die anders bewertet waren, als sie es rechnerisch hätten sein müssen. Lange ging die Methode auf. Dann verspekulierte sich der Fonds, verlor mehrere Milliarden Dollar und löste fast eine internationale Finanzkrise aus.

Arbitragegeschäfte gibt es auch mit Aktien oder mit Wandelanleihen. Auch Arbitragegeschäfte gelten als vergleichsweise ungefährlich. Die Spitzenrenditen liegen bei 20 Prozent pro Jahr.

Directional Trading – Aktien, ­Anleihen, Rohstoffe, Edelmetalle

Hedgefonds, die auf Markttrends setzen, verfolgen die Strategie des Directional Trading, sie handeln quasi in eine bestimmte Richtung.

In einer Variante dieser Strategie spekulieren die Fonds auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, auf Zinsverläufe, auf die Konjunktur von Branchen und Rohstoffen, kurz: auf Trends in jedweden Märkten. Deshalb nennt man die Strategie auch Global Macro.

Ein prominenter Vertreter ist George Soros' berühmter Quantum Fund, der Anfang der Neunziger gegen das britische Pfund gewettet und über eine Milliarde Dollar gewonnen hat.

Besonders spekulativ sind Fonds der so genannten Managed-Futures-Variante. Sie schließen Wetten ab, beispielsweise auf die Entwicklung bestimmter Aktienmärkte, auf künftige Baumwollpreise oder die Wertentwicklungen von Edelmetallen.

Das Directional Trading gilt als die renditeträchtigste Strategie, ist allerdings auch sehr riskant. Managed-Futures-Fonds erzielen in Spitzenzeiten Renditen bis zu 50 Prozent, können aber auch hohe Verluste erleiden.

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