Interview: Risikopuffer

Zertifikate auf Hedgefonds Meldung

Dirk Söhnholz

Anleger können bislang nur indirekt in Hedgefonds ­investieren. Die Firma Feri Alternative Assets GmbH aus Bad Homburg stellt Hedgefonds-Indizes zusammen, auf die Banken Zertifikate herausgeben. Dirk Söhnholz, geschäftsführender Gesellschafter der Firma, ­befür­­wortet die Initiative der Bundesregierung, ­Hedgefonds zum Vertrieb in Deutschland zuzulassen.

Finanztest: Hedgefonds stehen nicht unter staatlicher Aufsicht. Heißt das, sie können mit dem Geld der Anleger machen, was sie wollen?

Dirk Söhnholz: Im Gegenteil. Hedge-fonds haben oft strengere beziehungsweise mehr Richtlinien als herkömmliche Publikumsfonds. Die Hedgefonds-Manager können auch nicht willkürlich ihre Strategie ändern. Über die Einhaltung der Richtlinien wachen allerdings nicht die Aufsichtsbehörden, sondern die Investoren. Diese haben einen großen Einfluss auf die Fonds, weil sie meist mehrere Millionen Dollar pro Fonds investieren. Im Übrigen werden Hedgefonds-Manager an ihren Leistungen gemessen wie die Manager anderer Fonds auch.

Finanztest: Hedgefonds wollen eine positive Rendite erzielen, gleich, wie der Markt läuft. Herkömmliche Fonds werden aber genau daran gemessen, ob sie besser oder schlechter abschneiden als der Markt, in den sie investieren. Wie kann man wissen, ob ein Hedgefonds nun gut war oder nicht?

Dirk Söhnholz: Auch für Hedgefonds gibt es Vergleichsindizes. Diese Vergleichsmaßstäbe sind keine unabhängigen Marktindizes wie der MSCI Welt oder der Dax. Ihr Wert bildet sich aus den Ergebnissen sämtlicher Hedgefonds. Ein ­Hedgefonds wird demnach daran gemessen, wie er im Vergleich mit anderen Hedge-fonds abgeschnitten hat.

Finanztest: Die Zertifikate, die es am Markt gibt, haben kaum besser abgeschnitten als Rentenfonds. Warum sollten Anleger sie überhaupt kaufen?

Dirk Söhnholz: Hedgefonds und Hedge-fonds-Zertifikate reduzieren das Risiko im Depot. Sie korrelieren schwach mit Aktien und fast gar nicht mit Anleihen. Das heißt, sie entwickeln sich anders als die anderen Anlagen im Depot. Sie reduzieren das Risiko und eignen sich deshalb als Beimischung. Beispielsweise haben die Hedgefonds in den vergangenen drei Jahren kein Geld verloren – im Gegensatz zu Aktienfonds. Und davor haben sie wesentlich besser abgeschnitten als Rentenfonds.

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