Porträt: Bonuszertifikate

Aufbau: Auch Bonuszertifikate beziehen sich auf Basiswerte wie Aktien, Roh­stoffe, Währungen oder Indizes. Sie sind komplexer als Discountzertifikate, denn der Anleger muss zwei Kursschwellen ­beachten. ie untere Schwelle ist während der ­gesamten Laufzeit aktiv. Berührt der ­Basiswert die Schwelle nur ein einziges Mal, verliert der Anleger den Bonus. Das Zertifikat folgt dem Kursverlauf der Aktie oder des Index, auf den es sich bezieht. Die ­Dividenden bleiben aber außen vor. Bei Fälligkeit gibt es den Gegenwert der Aktie oder des Index. Bleibt der Basiswert aber über der unteren Schwelle, bleibt auch der Bonusmechanismus intakt. Nun kommt es auf die zweite, die obere Kursschwelle an. Sie ist nur am Ende der Laufzeit aktiv. Liegt der Basiswert unter der zweiten Schwelle, bekommt der Anleger einen Bonus ausgezahlt.

Beispiel: Ein Bonuszertifikat bezieht sich auf den Euro Stoxx 50. Bei Kauf steht der europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 bei 2 200 Punkten. Das Zertifikat kostet 22 Euro. Die untere Kursschwelle liegt bei 2 000 Punkten, die obere Kursschwelle bei 2 500 Punkten. Die Rückzahlung mit Bonus beträgt 25 Euro. Der Index hat während der Laufzeit die 2 000-Punktegrenze nie berührt. Steht nun der Euro Stoxx 50 bei Fälligkeit auf 2 400 Punkten, bekommt der Anleger 25 Euro. Ist der Index zwischendurch auf 1 900 Punkte gefallen, gibt es nur 24 Euro zurück. Steht der Euro Stoxx 50 am Schluss aber auf 2 750 Punkten, gibt es 27,50 Euro – gleich, ob die untere Schwelle berührt wurde oder nicht.

Varianten: Bei einem Capped Bonus­zertifikat ist der Gewinn gedeckelt. Mehr als der Höchstbetrag (Cap) ist nicht drin, auch wenn der Basiswert darüber steigt. Meist entspricht der Cap dem Bonus. Im Gegenzug für die begrenzte Gewinnchance ist die Sicherheit größer.

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