Gerd Siewert aus Berlin: Ich arbeite in der privaten Arbeitsvermittlung und muss regelmäßig den Stellenmarkt in Zeitungen und Zeitschriften auswerten. Aus diesem Grund habe ich privat "Die Zeit" abonniert. Welche Chancen habe ich, dass mein Finanzamt die Ausgaben als Werbungskosten anerkennt?

Finanztest: In Sachen Zeitschriften und Zeitungen zeigt sich das Finanzamt generell knauserig. Weil die Lektüre auch Privatvergnügen sein kann, lehnt es meist Ausgaben für allgemeine Tageszeitungen, Illustrierte oder sonstige Wochenzeitschriften ab. So erteilte der Bundesfinanzhof einem Kulturkritiker eine Abfuhr, der den Kauf der "Zeit" und des "Spiegel" als Werbungskosten in seiner Steuererklärung angab (Az. IV R 128/88).

Unproblematisch dürfte hingegen der steuerliche Abzug von Fachblättern wie juristischen Fachzeitschriften oder speziellen Börsenzeitschriften sein. Allerdings auch nur, wenn die Finanzbeamten von der ausschließlichen oder überwiegenden beruflichen Verwendung überzeugt sind. Deshalb müssen Steuerzahler beweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass sie beruflich das Abo nutzen. Ein solcher Nachweis dürfte Ihnen als Arbeitsvermittler zum Beispiel mit dem "Personalmagazin" oder ähnlichen Fachblättern gelingen. Als Tageszeitung akzeptiert das Finanzamt in der Regel das "Handelsblatt".

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