Zeitbombe Diabetes Meldung

Lässt sich Diabetes verhindern oder verzögern? Aktuelle Studien bejahen das. Der Erfolg ist sogar nachhaltig.

Lebensstil ändern: Es lohnt sich, den bisherigen Lebenswandel zu überdenken und zu verändern. Das Rezept gegen Diabetes Typ 2: Weniger Fett in der Nahrung und am Körper, mehr Ballaststoffe in der Nahrung, mehr Sport. Fachliche Hilfen durch Arzt und Therapeuten zu Beginn der Umstellung sind dabei nützlich und ermöglichen Lebensstiländerungen über viele Jahre. Das gilt insbesondere für Menschen mit Übergewicht und einem hohen Risiko, einen Diabetes Typ 2 („Altersdiabetes“) zu entwickeln. Eine Trendwende kommt (fast) nie zu spät. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer an einer finnischen Studie zur Vorbeugung des Diabetes betrug zum Beispiel 55 Jahre.

Fitnessprogramm: Körperliche Bewegung von mindestens 30 Minuten pro Tag, eine geringere Fettaufnahme bei der Ernährung und die Erhöhung des Ballaststoffanteils in der Nahrung können das Risiko des Diabetes mellitus, Typ 2, sogar sehr deutlich reduzieren – in einer Größenordnung von 30 bis 76 Prozent. Das ergaben internationale Studien zur Prävention des Diabetes.

Hält über Jahre: Die positive Entwicklung hatte, nur etwas abgeflacht, auch Bestand, wenn keine Schulung und Begleitung durch Arzt oder Therapeuten mehr stattfand. Das erbrachte ein Check der Studienteilnehmer nach sieben Jahren, so Daten aus der Finnish Diabetes Prevention Study. Sie belegen, dass nachhaltige Effekte durch Lebensstiländerungen auf die Diabetesentwicklung möglich sind. Für pharmakologische Hilfen wie Glitazone oder Acarbose stehen sie noch aus.

Junge „Altersdiabetiker“: Diabetes Typ 2 („Altersdiabetes“) betrifft auch immer mehr junge Menschen. Hauptursachen sind mangelnde Bewegung und Übergewicht. Wissenschaftler sprechen von einer „Zeitbombe“ für die Gesellschaft und die Gesundheitssysteme. Neuere Zahlen gehen inzwischen, inklusive Dunkelziffer, von bis zu 8 Millionen Zuckerkranken im Lande aus, überwiegend Typ 2-Diabetiker.

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