Zecken Meldung

Die Zecken sind wieder los: Wird es wärmer, steigt für Mensch und Tier die Gefahr, von einer Zecke gebissen zu werden. Das ist nicht immer ungefährlich: Die Blutsauger können gefährliche Krankheiten übertragen. test.de sagt, wie Sie sich wirksam schützen.

Starke Ausbreitung

In den vergangenen Jahren haben sich die kleinen Vampire stark ausgebreitet. Hinzu kommt: Im Winter halten die Zecken eigentlich eine Ruhephase ein. Durch das relativ milde Wetter in den Wintermonaten sind sie aber mittlerweile auch in dieser Zeit aktiv. Hauptrisikogebiete der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind immer noch Bayern und Baden-Würtemberg. Hinzu kommen einige Landkreise in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. In den letzten Jahren gab es aber erstmals vereinzelt Erkrankungen in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Angriff aus dem Unterholz

Zecken lauern vor allem im Gras, Gestrüpp oder Unterholz. Dort, wo es feucht, warm und dunkel ist. Die meisten Zecken warten reglos in Kniehöhe auf ihre Opfer. Streift ein Spaziergänger, Jogger oder Hund an ihnen vorbei, so hängen sie sich an seine Füße oder Beine. Berührungen von Sekundenbruchteilen genügen der Zecke, um auf ihren Wirt überzuspringen. Die Vorstellung, dass sich Zecken von Bäumen herab ihren Opfern auf den Kopf fallen lassen, ist hingegen ein populärer Irrglaube.

Blut zum Leben

Haben die Zecken ein warmblütiges Opfer gefunden, suchen sie nach einer günstigen Stelle, an der sie ungestört saugen können. Selbst wenn sich die Zecken an der Kleidung festklammern, suchen sie nach einem Schlupfloch, um direkt an die Haut zu kommen. Besonders gern saugen Zecken in dunklen und feuchten Gegenden wie den Achselhöhlen, Kniekehlen und im Genitalbereich. Dort schneiden sie die Haut mit ihren Mundwerkzeugen auf und beißen sich in der Wunde fest. Die Zecken brauchen das Blut für ihre eigene Fortpflanzung. Der Saugakt kann je nach Entwicklungsstadium der Zecke zwischen drei und zwölf Tage dauern. In der Wunde produziert die Zecke reichlich betäubenden Speichel, so dass das Opfer keinen Schmerz empfindet.

Schutz gegen Zecken

Den besten Schutz gegen die Blutsauger bietet lange, geschlossene Kleidung. Zeckenmittel allein reichen nicht aus. Sie sind nur ein ergänzender Schutz. Der Test Zeckenmittel aus test 05/2008 zeigt, welche Mittel wirksam sind.
Tipps: So schützen Sie sich vor Zecken

Lyme-Borreliose

Zeckenbisse allein sind harmlos. Doch beim Saugen übertragen Zecken häufig Krankheitserreger wie Borreliose-Bakterien. Diese leben im Darm etwa jeder dritten Zecke. Die Borrelien werden allerdings nicht sofort beim Zeckenbiss übertragen. Sie gelangen erst nach 12 bis 24 Stunden mit den Ausscheidungen der Zecke in die menschliche Blutbahn. Je länger das Tier Blut saugt, desto höher ist das Infektionsrisiko. Die Krankheit verläuft in drei Stadien. Es kann zu Veränderungen der Haut an der Stichstelle, Entzündungen an den Gelenken sowie Beeinträchtigungen des Nervensystems kommen. Charakteristisch für Lyme-Borreliose ist eine Wanderröte: Einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenbiss rötet sich bei den meisten Betroffenen die Haut rund um die Einstichstelle ringförmig. Hinzu können Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber kommen. Später kann es zu einer Gesichtslähmung, starken Schmerzen aber auch einer Hirnhautentzündung kommen. In jedem Krankheitsstadium ist eine spontane Ausheilung möglich. Sonst erfolgt die Therapie mit Antibiotika. Wird die Infektion allerdings nicht erkannt, drohen chronische Gelenkbeschwerden, Lähmungen und neurologische Veränderungen.

Rasch entfernen

Die Lyme-Borreliose kann überall von Zecken übertragen werden. Gegen die Krankheit gibt es noch keine Impfung. Die Zecke sollte so schnell wie möglich entfernt werden um zu verhindern, dass Borrelien übertragen werden. Dabei gilt: Hände weg von Ölen oder Klebstoff. Solche alten Hausrezepte töten die Zecke zwar ab. Heute steht aber fest, dass die Zecke im Todeskampf erst recht viele Krankheitserreger auswürgt. Sicherer sind Pinzette oder Zeckenzange. Wer nicht selbst Hand anlegen will, geht zum Arzt. Der Arzt untersucht auch gleich, ob die Wunde mit Krankheitserregern infiziert ist.

FSME

Zecken können aber auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Diese Krankheit tritt nur in den oben genannten Risikogebieten auf. Dort tragen zwischen 0,1 und 5 Prozent der Zecken das FSME-Virus. Die Krankheitserreger sitzen im Speichel der Zecke. Das Opfer ist somit gleich nach dem Biss infiziert. Die Viren verursachen eine Hirnhautentzündung, die mit schweren Lähmungen verbunden sein kann: Etwa ein bis zwei Wochen nach dem Biss zeigen sich grippeähnliche Symptome mit leichtem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen bis hin zum Koma. Ist die FSME einmal ausgebrochen, können Ärzte nur noch die Symptome lindern. Bei älteren Menschen kann es nach überstandener Krankheit zu bleibenden Schäden kommen.
Tipp: Wenn Sie Symptome bemerken, die auf Borreliose oder FSME deuten: Suchen Sie einen Arzt auf. Sagen Sie ihm, dass Sie sich im Wald aufgehalten haben und ob sie einen Zeckenbiss bemerkt beziehungsweise sogar eine Zecke entfernt haben.

Rechtzeitig impfen

Gegen FSME gibt es einen wirksamen Schutz: Wer in den Risikogebieten lebt, oder dort Urlaub machen möchte, sollte sich unbedingt impfen lassen. Die Behandlung besteht aus drei Teilimpfungen. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von zwei bis zwölf Wochen. Danach besteht bereits ein Schutz von mehr als 90 Prozent. Neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung erfolgt die letzte. Der Schutz beträgt dann nahezu 100 Prozent. Nach drei bis fünf Jahren sollte die Impfung aufgefrischt werden.
Tipp: Urlauber sollten rechtzeitig an einen Impfschutz denken und sich bei ihrem Arzt informieren.

Schutz für Tiere

Auch Tiere können an Krankheiten leiden, die von Zecken übertragen werden. Besonders gefährdet sind neben Wildtieren Katzen und vor allem Hunde, die sich viel in der freien Natur aufhalten. So können Borreliose-Bakterien bei Hunden Gelenkentzündungen verursachen. Weitaus gefährlicher: Die durch die Auwaldzecke übertragene Krankheit Babesiose. Die Erreger befallen und zerstören die roten Blutkörperchen. Sie rufen eine malariaähnliche Erkrankung hervor. Die Auwaldzecke bevorzugt als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Moore. Normalerweise ist sie in Ungarn, Österreich, Norditalien heimisch. Doch auch diese Zeckenart hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebreitet. Mittlerweile kommt sie auch am Oberrhein, im Saarland und in Rheinland-Pfalz vor, aber auch in feuchten Gebieten an der Elbe. Hundebesitzer sollten also beim Spaziergang durch die Natur nicht nur an den eigenen Schutz vor Zecken denken - das gilt generell und nicht nur für die Risikogebiete. Für Tiere gibt es spezielle Zeckenmittel: Halsbänder, Shampoos und Repellents zum Einreiben. Diese können helfen, einen Zeckenbefall zu verhindern.

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