Zecken: Krankheitsbilder

In Deutschland sterben jährlich im Schnitt fünf Personen an den Folgen eines Zeckenbisses. Das Risiko ist somit im Vergleich zu anderen Todesgefahren nicht sehr hoch. Im Vergleich: Vom Blitz werden jährlich etwa doppelt so viele Menschen tödlich getroffen. Im Straßenverkehr werden pro Jahr knapp 7 000 Menschen getötet. Dennoch ist die Zeckengefahr nicht zu unterschätzen - gerade in den Risikogebieten.

Zwei Krankheitsformen

Zecken können zwei gefährliche Krankheiten übertragen. Zum einen die bakterielle Lyme-Krankheit (Erythema-migrans-Erkrankung) - besser bekannt unter dem Namen Borreliose. Zum anderen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - eine sehr schwere Viruskrankheit. Beide Krankheiten können aufgrund der typischen Symptome und anhand einer Blutuntersuchung vom Arzt festgestellt werden.

FSME: Symptome und Behandlung

Bei Meningoenzephalitis (FSME) zeigen sich etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome mit leichtem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kommt es zu Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen bis hin zum Koma. Bei älteren Menschen kann es nach überstandener Krankheit zu bleibenden Schäden kommen. Bei Kindern sind schwere Krankheitsverläufe seltener. Das FSME-Virus lässt sich nicht bekämpfen. Bettruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können helfen.

Tipp. Suchen Sie bei diesen Symptomen sofort einen Arzt auf. Sagen Sie ihm, dass Sie sich im Wald aufgehalten, einen Zeckenbiss bemerkt haben oder eigenständig eine Zecke entfernt haben.

Borreliose: Symptome und Behandlung

Eines der wenigen charakteristischen Symptome der Borreliose ist die Wanderröte. Einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenbiss rötet sich die Haut rund um die Einstichstelle ringförmig. Dieses Symptom tritt aber nicht immer auf. Hinzu kommen Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Fieber. Später tritt häufig eine Gesichtslähmung auf, aber auch starke Schmerzen, sogar Hirnhautentzündung. Wird die Krankheit nicht behandelt, so bekommt der Betroffene chronische Gelenkentzündungen. Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Wird sie frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut.

Tipp. Auch hier gilt: Weisen Sie den Arzt darauf hin, dass Ihre Krankheit eventuell durch einen Zeckenbiss verursacht sein könnte.

Impfung in Risikogebieten

Nur gegen FSME gibt es die Möglichkeit der Impfung. Zurzeit sind in Deutschland zwei gut verträgliche und hochwirksame Impfstoffe für Erwachsene sowie ein Impfstoff für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr zugelassen. Die Impfung gegen FSME besteht aus drei Teilimpfungen. Die ersten beiden werden im Abstand von mindestens 14 Tagen verabreicht. Sie führen zu einem Schutz von mehr als 90 Prozent. Ein fast hundertprozentiger Schutz wird aber erst nach der dritten Teilimpfung erreicht. Sie erfolgt etwa neun bis zwölf Monate nach der zweiten. Nach drei Jahren empfiehlt sich eine Auffrischung.

Tipp. Wenn Sie sich in Risikogebieten häufig im Freien aufhalten - zum Beispiel als Urlauber auf Campingplätzen oder Forstarbeiter -, dann sollten Sie sich impfen lassen.

Risikogebiete

Wie die Karte des Robert-Koch-Instituts zeigt, liegen in Deutschland die Risikogebiete in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Der Passauer Raum hat mit die höchste Zeckendichte.

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