Zecken Meldung

Der Wald ist die Heimat der Zecken. Im Frühjahr kriechen sie dort aus ihren Verstecken. Und lauern im Gras oder Gestrüpp. Ihre Opfer sind Menschen und Tiere. Bis November verschwinden die Blutsauger wieder. Dann wird es zu kalt - unter acht Grad verlieren sie ihre Lust auf Blut. In der Zeckensaison erkranken jährlich in Deutschland etwa 250 Personen am Biss der Zecke - rund 30 Prozent schwer. Zwei Prozent der Patienten sterben an der Infektion. Seit Anfang der Neunzigerjahre ist die Tendenz steigend.

Gefahr von unten

Viele Menschen glauben immer noch, dass Zecken von Bäumen herab auf den Kopf ihrer Opfer springen. Ein populärer Irrtum. Zecken wagen zwar auch den Sprung von oben. Doch die meisten sitzen im Boden, im Unterholz, an Sträuchern oder Gräsern. Dort wo es feucht, warm und dunkel ist. Die meisten Zecken warten auf Kniehöhe auf ihre Opfer. Streift ein Spaziergänger oder Jogger, Hund oder Herr an ihnen vorbei, dann hängen sie sich an Füße oder Beine.

Tipp. Gehen Sie auf Waldwegen und meiden Sie hohes Gras, Farn oder dichtes Unterholz. Tragen Sie im Wald geschlossene Schuhe, lange Hosen, langärmlige Shirts und eine Kopfbedeckung. Vor allem vormittags, am frühen Abend und nachts. Dann sind die Zecken besonders aktiv. Sie können mit diesen Maßnahmen zwar die Zecke nicht daran hindern, sich auf Ihnen niederzulassen. Aber die Zecke kann sich nicht direkt auf Ihrer Haut festbeißen.

Langer Marsch

Zecken lassen sich Zeit. Haben sie noch keine direkte Saugstelle gefunden, dann suchen sie in der Kleidung ein Schlupfloch. Und meist finden sie den Weg zur nackten Haut. Auch dann bleibt die Zecke gelassen: Auf der Haut oder unterhalb der Kleidung sitzen sie noch bis zu acht Stunden. Und meist wird sie bei flüchtiger Begutachtung des Körpers nicht ertappt. Ohne gefüllten Bluttank ist sie nur so groß wie ein Stecknadelkopf.

Tipp. Reiben Sie ihre ungeschützten Hautstellen mit Zeckenmittel ein. Auch den Nacken und das Gesicht. Ebenso ist es sinnvoll, Kragen, Ärmel- oder Hosenbeinenden einzucremen. Der Test Zeckenmittel hat gezeigt: Vier von 18 untersuchten Mitteln verteidigten die Haut bis zu sechs Stunden gegen die Blutsauger.

Dunkle Verstecke

Der menschliche Körper bietet der Zecke einige attraktive Stellen für den geschützten Blutransfer: Achselhöhlen, Genitalbereich oder Kniekehlen. Irgendwann beißen sie dort nachhaltig zu. Sie holen sich das Blut, das sie für ihre Entwicklung von der „Nymphe“ zur geschlechtsreifen Zecke brauchen. Und die Zeit als Sauger ist im Verhältnis zur Lebenszeit gar nicht lang: Nur ein Prozent ihres Lebens verbringen Zecken saugend auf einem Wirt.

Tipp. Wenn Sie von Ihrem Aufenthalt im Wald nach Hause kommen, schütteln Sie zunächst ihre Kleidung kräftig aus. Beim Duschen sollten Sie besonders auf die von den Zecken bevorzugten Stellen achten. Untersuchen sie Ihren Körper - gegebenenfalls vor einem Spiegel - nach Zecken.

Kräftig zugebissen

Ekliger und alarmierender Anblick: Die Zecke hat ihren Kopf in der Haut versenkt. Zu sehen ist nur noch ihr mit Blut vollgepumpter Körper. Manche weibliche Zecken verlassen ihren Wirt volltrunken erst nach zehn Tagen wieder. Diese Gier ist auch verständlich. Sie verzichten teilweise bis zu zwei Jahren auf Nahrung. Entdeckt der Befallene die Zecke erst in diesem Zustand, kann es zu spät sein. Je länger das Tier saugt, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Tipp. Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich. Dazu benutzen Sie eine spitze Pinzette oder eine Zeckenzange. Auf Wanderungen in zeckenreichen Gebieten sollten Sie immer eine Pinzette dabei haben. Umfassen Sie die Zecke - notfalls mit den Fingernägeln - möglichst nah bei der Haut, so dass sie auch den Kopf erwischen. Ziehen Sie das Tier in einem Zug heraus. Niemals den Körper zerquetschen! Auch kein Öl oder Klebstoff verwenden. Denn die Zecke gibt unter Stress Sekrete ab. Das Infektionsrisiko steigt.

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