Wer Vorrang hat, darf ihn nicht erzwingen – auch nicht als Fußgänger an einem Zebra­streifen. Bei Dunkelheit hatte ein Pkw-Fahrer einen Fußgänger über­sehen. Obwohl das Auto ohne zu bremsen auf den Zebra­streifen zufuhr, betrat der Fußgänger unver­mittelt die Fahr­bahn. Das Ober­landes­gericht München gab dem Mann eine 25-prozentige Mitschuld und kürzte das Schmerzens­geld entsprechend.

Der Mann habe den Pkw sehen und den Unfall vermeiden können. „Auch an Über­wegen dürfen Fußgänger nicht acht­los auf die Straße treten“, erklärte das Gericht. Der Auto­fahrer bekam wegen des Verstoßes gegen die Vorfahrt die Haupt­schuld. Außerdem fuhr er zwar nur die erlaubten 50 km/h. Doch das sei bei Dunkelheit vor dem Zebra­streifen zu schnell gewesen (Az. OLG München, Az. 10 U 750/13).

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