Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich

Glossar

Regel­versorgung, Fest­zuschuss, Inlay: Wer sich mit dem Thema Zahn­ersatz beschäftigt, stolpert manchmal über unver­ständliche Begriffe. Hier erklären wir die wichtigsten.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 267 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Inhalt

Beitrags­entwick­lung

Es gibt zwei Arten, wie die Versicherer die Beiträge kalkulieren: Entweder nach Art der Lebens­versicherung (konstanter Beitrag) oder nach Art der Schaden­versicherung (Beitrag steigt mit zunehmendem Lebens­alter). Gute und güns­tige Angebote gibt es in beiden Tarif­arten.

Der Haupt­unterschied zwischen beiden Varianten besteht in der plan­mäßigen Beitrags­entwick­lung. Zahn­zusatz­versicherungen nach Art der Lebens­versicherung sehen keine alters­abhängigen Beitrags­anpassungen vor. Bei ihnen richtet sich der Beitrag nach dem Alter des Kunden beim Abschluss des Vertrags. Bei den meisten Tarifen nach Art der Schaden­versicherung verändert sich der Beitrag im laufenden Vertrag mit steigendem Alter des Kunden.

In beiden Fällen kann der Versicherer außerdem die Beiträge erhöhen, wenn seine Leistungs­ausgaben dauer­haft höher liegen, als er ursprüng­lich kalkuliert hatte. Um die Angebote im Test besser vergleich­bar zu machen, geben wir bei Tarifen nach Art der Schaden­versicherung den maximalen Beitrag an, den Kunden bis zum Alter von 73 Jahren höchs­tens zahlen müssen.

Bonus

Der → Fest­zuschuss der Krankenkasse erhöht sich in zwei Bonus­stufen, wenn Versicherte jähr­lich zur Vorsorgeunter­suchung beim Zahn­arzt gehen und dies durch Stempel in ihrem Bonus­heft nach­weisen. Ohne Bonus zahlen die Kassen einen Fest­zuschuss von 60 Prozent des für die → Regel­versorgung fest­gelegten Betrags. Ab dem sechsten Jahr erhöht sich der Fest­zuschuss auf 70 Prozent des Betrages für die Regel­versorgung. Ab dem elften Jahr erhöht sich der Fest­zuschuss auf 75 Prozent des Betrages für die Regel­versorgung.

Brücke

Lücken, auch über mehrere Zähne, lassen sich per Brücke schließen. Die Nach­barzähne dienen als Pfeiler und werden ange­schliffen und über­kront. Das bietet sich vor allem an, wenn sie geschädigt sind, aber fest im Knochen sitzen. Brücken können aus denselben güns­tigen oder teuren Materialien bestehen wie Kronen.

Fest­zuschuss

Die Krankenkasse über­nimmt 60 Prozent des für die → Regel­versorgung vorgesehenen Rechnungs­betrags. Der Fest­zuschuss ist unabhängig davon, welchen Zahn­ersatz sich Patienten tatsäch­lich machen lassen. Bei teurem Zahn­ersatz, etwa mit Implantat, deckt der Kassen­anteil deshalb nur etwa 10 bis 20 Prozent der Gesamt­kosten. Durch regel­mäßige Vorsorge können gesetzlich Versicherte den Fest­zuschuss durch einen → Bonus auf bis zu 75 Prozent des Betrags für die Regel­versorgung erhöhen.

Füllung

Wenn ein Zahn ein Loch hat oder ein Stück abge­brochen ist, reparieren Zahn­ärzte das mit einer Füllung. Je nach Größe des Schadens und Sicht­barkeit des Zahns sind verschiedene Materialien geeignet. Nur Amalgam-Füllungen sind für gesetzlich versicherte grund­sätzlich kostenfrei. Daneben gibt es die Kunst­stoff­gemische Komposit und Kompomer, sowie Einlagefül­lungen (→Inlay) aus Keramik oder Gold- und Metall­legierungen. Füllungen zählen zur Zahnbe­hand­lung, die gesetzliche Krankenkasse zahlt dafür keinen → Fest­zuschuss wie für Zahn­ersatz. Viele private Zahn­zusatz­versicherungen bieten aber eine Kosten­erstattung für Inlays und für Kunst­stoff­füllungen an.

Implantate

Ein Implantat ist eine künst­liche Zahnwurzel, meist aus Metall, die in den Kieferknochen einge­schraubt wird. Darauf wird dann der Zahn­ersatz, zum Beispiel eine Krone, befestigt. Die Kosten eines Implantats müssen gesetzlich Kranken­versicherte ohne Zahn­zusatz­versicherung fast voll­ständig selbst tragen. Die gesetzliche Kranken­versicherung gewährt beim Ersatz eines einzelnen Seiten­zahns, dessen Nach­barzähne noch vorhanden sind, nur einen → Fest­zuschuss. In diesem Fall zahlt sie so viel, wie sie für eine unver­blendete Brücke zahlen würde.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 267 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Inlays

Inlays sind im Labor nach einem Abdruck­modell hergestellte hoch­wertige Zahnfül­lungen, zum Beispiel aus Keramik oder aus einer Gold­legierung, die in den Zahn einge­setzt werden. Die Kosten eines Inlays müssten gesetzlich Kranken­versicherte ohne Zahn­zusatz­versicherung fast voll­ständig selbst tragen. Die gesetzliche Kranken­versicherung über­nimmt nur so viel, wie sie für eine entsprechend große Amalgamfüllung – in unserem Kostenbei­spiel eine dreiflächige Füllung – zahlen würde.

Krone

Stark zerstörte Zähne schleift der Arzt an und über­zieht sie mit einer Krone. Die besteht oft aus einer Metall­mischung (Legierung), die mit Keramik zahn­farben verblendet werden kann. Günstig sind Gemische aus Nichtedel­metallen wie Kobalt, Chrom. Edel­metall wie Gold kostet viel mehr. Auch teuer: Zirkon­oxid- und andere Voll­keramikkronen.

Leistungs­begrenzung

Keine auch noch so leistungs­starke Zahn­zusatz­versicherung über­nimmt Zahn­arzt­rechnungen „ohne Limit“. Es gibt verschiedene Wege, wie Versicherer die Leistung begrenzen: In den ersten drei bis sieben Vertrags­jahren erstatten alle Versicherer Kosten nur bis zu bestimmten Höchst­beträgen. Darüber hinaus gelten oft dauer­hafte jähr­liche Ober­grenzen. Zusätzlich enthalten einige Verträge Einschränkungen für bestimmte Leistungs­bereiche, zum Beispiel bezahlen die Versicherungs­gesell­schaften nur für eine bestimmte Anzahl Implantate pro Jahr oder sogar über die gesamte Vertrags­dauer.

Privatversorgung

Höher­wertige Versorgung mit Zahn­ersatz, die auch privatzahn­ärzt­liche Gebühren­anteile enthält. Die Privatversorgung geht über die → Regel­versorgung hinaus, die nur zahnmedizi­nisch notwendige Leistungen enthält. Beispiels­weise kann dies eine Krone im nicht sicht­baren Seiten­zahn­bereich sein, die trotzdem mit zahn­farbener Keramik verblendet oder sogar komplett aus Keramik ange­fertigt wird. Die erhöhten Kosten dieser Privatversorgung müssen gesetzlich Kranken­versicherte ohne Zahn­zusatz­versicherung selbst tragen, da die gesetzlichen Krankenkassen nur den Fest­zuschuss zur Regel­versorgung zahlen.

Regel­versorgung

Für jeden zahnmedizi­nischen Befund haben Zahn­ärzteschaft und Krankenkassen sich auf eine Regel­versorgung geeinigt. Diese soll einer­seits sicher­stellen, dass gesetzlich Versicherte alle zahnmedizi­nisch notwendigen Leistungen erhalten, und anderer­seits das Wirt­schaftlich­keits­gebot der gesetzlichen Krankenkassen erfüllen. Beispiels­weise verwenden die Zahn­ärzte Metall-Legierungen ohne Gold­anteil, und es werden nur Zähne im sicht­baren Bereich zahn­farben verblendet. Für diese Versorgung haben Ärzte und Kassen Durch­schnitts­preise ermittelt, die jedes Jahr gering­fügig angepasst werden. Die Regel­versorgung enthält keine privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­anteile, sondern wird vom Zahn­arzt komplett nach den Regeln für Kassenpatienten abge­rechnet.

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325 Kommentare Diskutieren Sie mit

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WB53 am 16.05.2022 um 11:00 Uhr
Mehr als ein Sparvertrag mit negativen Zinsen?

Was ich mich frage, ist, ob diese Zahnersatz-Zusatzversicherungen mehr sind als ein teurer Sparvertrag mit negativer Verzinsung. Mehr oder weniger jede/r, der/die nicht rechtzeitig vorher stirbt, wird früher oder später einen (mehr oder weniger umfassenden) Zahnersatz brauchen. Bei einem (annähernd) sicheren Ereignis muss die Prämiensumme jedoch mindestens gleich mit den durchschnittlichen Kosten (plus Verwaltung und Gewinn) sein. Wäre es da nicht gescheiter, das Geld stattdessen in einen Sparvertrag zu stecken? Selbst bei Null Zinsen hat der wenigstens erheblich geringere Verwaltungskosten und Gewinnmargen ...

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.05.2022 um 11:37 Uhr
Erfahrungsbericht Service

@2905Florida_2017: Wir haben den Kundenservice der Versicherer nicht untersucht. Zum Regulierungsverhalten von Versicherungen und der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Bewertung Folgendes: Wir haben noch keine Möglichkeit gefunden, die Schadenregulierung so zu untersuchen, dass wir sie in die Bewertung einbeziehen können. Das ist extrem aufwendig und schwierig. Wir müssten uns tausende von Schadensfällen genau anschauen und wissen dann immer noch nicht, ob die Regulierung in Zukunft genauso läuft wie bisher. Mit den Versicherungsbedingungen testen wir die Grundlage für alles, was später kommt. Sie bestimmen, worauf Versicherte Anspruch haben.
Gute Bedingungen sind das A und O bei einem Vertrag. Sollte es Streit über die Verpflichtung zur Übernahme von Kosten geben, benötigen Versicherte gute Vertragsbedingungen, in denen klar steht, dass die strittige Leistung zum Vertragsinhalt gehört.
Zum Thema der Vertrauenswürdigkeit von Bewertungen im Internet können Sie sich den Artikel zu den Fake-Bewertungen anschauen:
www.test.de/Fake-Bewertungen-Wie-Verkaeufer-mit-gekauftem-Lob-Kunden-manipulieren-5401497-0

2905Florida_2017 am 10.05.2022 um 11:15 Uhr
Barmenia Leistungsregulierung sehr langsam

Guten Tag, seit 20 Jahren bin ich bei der Barmenia Zahnzusatzversichert und mache seit 3 Jahren sehr schlechte Erfahrungen mit dieser Gesellschaft. Die Schadenregulierung ist sehr schleppend. Erreichbarkeit sehr schlecht. Mails werden schon direkt mit dem Hinweis "Schon heute bitten wir um Ihr Verständnis, falls die Bearbeitung Ihrer Anfrage etwas länger dauert." bestätigt. So ergeht es nicht nur mir. Schauen Sie sich mal die Bewertungen bei Trustpilot an. Da sind von 850 Bewertungen über 60 % mangelhaft oder ungenügend.
Sie sollten nicht nur die angebotenen Leistungen bewerten, sondern auch die Kundenbetreuung. Mir nützen sehr gute Bewertungen nichts, wenn der Versicherer nicht leistet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.12.2021 um 08:04 Uhr
Berechnungsgrundlage der Kostenbeteiligung

@schubertfamily: Die Versicherer ziehen ganz unterschiedliche Größen für die Berechnung ihres Kostenanteils heran. Deswegen reicht beim Vergleich der Tarife nicht der Blick auf die Prozentsätze. Um die Leistungen der Tarife vergleichbar zu machen, bildet Finanztest Modellfälle. Im Test geben wir nicht an, welcher Prozentsatz für eine Leistung in den Tarifbedingungen steht, sondern welcher Prozentsatz des Rechnungsbetrages aus unserem Modellfall zusammen mit der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse erstattet wird.
Um eine Vergleichbarkeit der Bedingungen herzustellen, testen wir die Tarife anhand von Modellfällen. Beim Modellfall für das Inlay betrug der Rechnungsbetrag 683 €. Im Tarif ZZPro bekommt der Kunde von der HUK 614,70 € zuzüglich 50 € von der Krankenkasse, sodass er insgesamt auf eine Erstattung von 97% des Rechnungsbetrages kommt.

schubertfamily am 08.12.2021 um 22:45 Uhr
HUK24 ZZPro

Hallo,
die 90% Erstattung beziehen sich leider nicht auf die Gesamtkosten abzüglich der Vorleistung GKV. Die HUK errechnet zuerst 90% der Gesamtkosten und zieht davon 100% Vorleistung der GKV ab. Dadurch verringert sich der Erstattungsbetrag nochmals.