Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich

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Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich - Die besten Tarife für schöne Zähne
Ganz schön teuer. Zwischen 60 und 80 Jahren entstehen für Zahn­ersatz die höchsten Kosten. Eine Zahn­zusatz­versicherung kann sich also auch im Alter lohnen. © Getty Images / Westend61 / Maya Claussen

Lohnt sich für mich eine private Zahn­zusatz­versicherung? In welchem Alter sollte ich sie abschließen? Die Stiftung Warentest beant­wortet die wichtigsten Fragen.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 267 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Inhalt
Alle Fragen im Überblick

Wann ist die Zahn­zusatz­versicherung sinn­voll

Für wen lohnt sich der Abschluss einer privaten Zahn­zusatz­versicherung?

Eine private Zahn­zusatz­versicherung lohnt sich für Sie vor allem dann, wenn Ihnen die von der Krankenkasse bezu­schusste Regel­versorgung nicht reicht. Wollen Sie zum Beispiel statt der vorgesehenen Metall­krone die schönere Lösung aus Keramik, kann das teuer werden. An den Zusatz­kosten beteiligt sich die Kasse nämlich nicht. Wenn Sie dagegen mit der kostengüns­tigen Stan­dard­lösung zufrieden sind, ist Ihr Eigen­anteil deutlich geringer. Sie brauchen dann nicht unbe­dingt eine Versicherung. Sie kann aber hilf­reich sein, falls mehrere Zähne in kurzer Zeit saniert werden müssen.

In welchem Alter sollte ich eine solche Versicherung abschließen. Lohnt sich das mit 60 Jahren noch?

Das kann sich für Sie lohnen, wenn Ihre Zähne noch weit­gehend in Ordnung sind. Eine solche Versicherung schließt man am besten ab, bevor größere Baustellen auftreten. Denn für Schäden, die bei Vertrags­schluss bereits da sind, zahlen die Versicherer normaler­weise nicht. Außerdem sind die Leistungen in den ersten Jahren begrenzt. Das alles spricht dafür, eine solche Versicherung am besten mit etwa Mitte 30, Anfang 40 abzu­schließen, denn statistisch gesehen wird Zahn­ersatz ab dann häufiger nötig. Ein Abschluss im frühen Jugend­alter lohnt sich dagegen eher nicht. Junge Leute zahlen sonst wahr­scheinlich zu lange Beiträge, bis sie erst­mals Leistungen brauchen. Die besten Angebote finden Sie mit unserem Vergleich Zahnzusatzversicherung.

Wann ist es zu spät für eine Zahn­zusatz­versicherung

Mein Arzt sagt, dass ein Zahn „in absehbarer Zukunft“ über­kront werden sollte. Kann ich vorher noch schnell eine versicherung abschließen?

Für diesen Zahn können Sie unter Umständen keinen Versicherungs­schutz mehr bekommen. Sobald der Zahn­arzt ein Problem diagnostiziert hat, gilt die Behand­lung bereits als begonnen. Das ist selbst dann der Fall, wenn der Zahn­arzt noch keinen Heil- und Kostenplan erstellt hat.

Wenn meine Zähne zwar noch in Ordnung sind, die Notwendig­keit einer Behand­lung aber absehbar ist – kann ich mich dann noch versichern?

Versuchen Sie es über einen Versicherungs­makler oder einen unabhängigen Versicherungs­berater, der für Sie bei mehreren Gesell­schaften anfragt. Es ist allerdings zu befürchten, dass Ihre Situation von den Versicherern als laufende Behand­lung des gesamten Kiefers angesehen wird. Dann können Sie keine Police dafür abschließen. Falls Sie bereits einen Heil- und Kostenplan haben, holen Sie noch die Meinung eines zweiten Zahn­arztes ein, um eventuell die Kosten zu senken.

Kann man mit mehreren fehlenden Zähnen, ausgeglichen durch Implantate und Kronen, noch eine Zusatz­versicherung abschließen?

Die Versicherer betrachten Brücken, Kronen oder Implantate üblicher­weise nicht als fehlende Zähne, da die Lücke ja geschlossen ist. Sie können also einen Vertrag bekommen. Wichtig ist, dass Sie im Antrag alle Fragen des Versicherers wahr­heits­gemäß beant­worten. Manche Versicherer fragen zum Beispiel auch, wie alt bestehender Zahn­ersatz ist. Stellen Sie Anträge bei mehreren Versicherern gleich­zeitig, da die Gesell­schaften mit Vorschäden unterschiedlich umgehen. Von manchen erhalten Sie sogar Leistungen für die Reparatur oder den Austausch von bestehendem Zahn­ersatz.

Warte­zeiten in der Zahn­zusatz­versicherung

Welche Erfahrungen haben Sie mit Zahn­zusatz­versicherungen ohne Warte­zeit? Kann ich da kurz nach dem Abschluss eine Rechnung einreichen und bekomme alles erstattet?

Mitt­lerweile verzichten viele Versicherer auf die allgemeine Warte­zeit von acht Monaten bei Vertrags­beginn, die früher Stan­dard war. Sie können dann vom ersten Tag an Rechnungen einreichen. Trotzdem gilt: Wenn die Behand­lung vor dem Vertrags­schluss bereits geplant oder vom Zahn­arzt angeraten war, erhalten Sie auch von einer Versicherung ohne Warte­zeit keine Leistungen.

Wie lange muss eine Zahn­zusatz­versicherung bestehen, damit sie anfallende Kosten voll erstattet?

Haben Sie eine Police mit allgemeiner Warte­zeit abge­schlossen, können Sie zum Beispiel erst nach drei, sechs oder acht Monaten erst­mals Leistungen erhalten. In allen Zahn­zusatz­versicherungen ist die Höhe der Kosten­erstattung außerdem in den ersten Vertrags­jahren auf bestimmte Höchst­beträge begrenzt. Wer zum Beispiel im ersten Jahr mehrere Implantate braucht, wird sicher nicht alle Kosten in voller Höhe erstattet bekommen. Je nach Vertrag gilt diese sogenannte Zahn­staffel während der ersten drei bis sieben Jahre. Sehen Sie in Ihren Versicherungs­bedingungen nach, wie lange die Einschränkungen gelten.

Kosten der Zusatz-Police

Ich suche eine Zusatz­versicherung, die auch teure Behand­lungen über­nimmt. Mit welchen monatlichen Beiträgen muss ich rechnen?

Das hängt von Ihrem Alter ab. Die Tarife mit den umfang­reichsten Zahn­ersatz­leistungen in unserem aktuellen Test (Finanztest 6/2022) kosteten zwar für unsere 43-jährigen Modell­kunden bis zu 58 Euro im Monat. Doch es gibt auch güns­tigere sehr gute Angebote, für die Neukunden mit 43 Jahren weniger als 20 Euro im Monat zahlen. Vergleichen lohnt sich also. Für Jüngere sind die Beiträge meist nied­riger. Wenn Sie genau wissen wollen, was für Ihr Alter die güns­tigsten Angebote sind, hilft Ihnen unser individueller Beitrags­rechner.

Welche Zusatz­versicherung ist für mich besser – die nach Art der Lebens­versicherung oder die nach Art der Schaden­versicherung?

Gute und güns­tige Angebote gibt es in beiden Tarif­arten. Sie sollten nach den Leistungen für Zahn­ersatz entscheiden. Der Haupt­unterschied zwischen beiden Varianten besteht in der plan­mäßigen Beitrags­entwick­lung. Beide sind in der Regel für jüngere Neukunden güns­tiger als für ältere. Während Zahn­zusatz­versicherungen nach Art der Lebens­versicherung keine alters­abhängigen Beitrags­anpassungen vorsehen, gibt es solche in der Regel bei Tarifen nach Art der Schaden­versicherung. Zusätzlich kann der Versicherer in beiden Tarif­arten die Beiträge erhöhen, wenn er dauer­haft mehr für Leistungen ausgibt, als er ursprüng­lich kalkuliert hatte.

Beim letzten Test von Zahn­zusatz­versicherungen habe ich meinen Versicherer vermisst. Warum fehlen manche Unternehmen?

Zu Beginn eines Tests schreiben wir alle Unternehmen an, die von der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht in dieser Sparte zugelassen sind, und fordern sie auf, uns detaillierte Produkt­informationen zu schi­cken. Nicht immer erhalten wir eine Rück­meldung. Das hat verschiedene Gründe: Ein Versicherer über­arbeitet zum Beispiel gerade sein Angebot, so dass es zum Veröffent­lichungs­zeit­punkt nicht mehr erhältlich, das neue zu unserem Stichtag aber noch nicht fertig ist. Andere Anbieter scheuen den Vergleich. In jedem Fall über­prüfen wir die Angaben der Versicherer und versuchen, uns fehlende Unterlagen anders zu beschaffen. Das gelingt nicht immer. Möglich ist auch, dass ein Anbieter fehlt, weil er ein Auswahl­kriterium nicht erfüllt, etwa keinen Tarif in einer Produktkategorie anbietet oder nicht für das dem Test zugrunde liegende Modell.

Wechsel in einen neuen Tarif

Lohnt es sich für mich als 64-Jährige, eine uralte Zahn­zusatz­versicherung um einen zusätzlichen Tarif beim selben Versicherer zu ergänzen?

Wenn Sie bei Ihrem Versicherer in einen Tarif mit höheren Leistungen wechseln oder einen zusätzlichen Tarif­baustein abschließen, gelten nur für die neu hinzukommenden Leistungen Warte­zeiten. Für die neuen Vertrags­bestand­teile gilt Ihr heutiges Alter als Eintritts­alter, Sie müssen also dafür den Beitrag für 64-jährige Neukunden zahlen. Das kann teuer werden. Setzen Sie sich mit Ihrem Ansprech­partner bei Ihrer Versicherung in Verbindung.

Knapp bei Kasse

Lohnt sich eine private Zusatz­versicherung auch für Menschen, die sehr knapp bei Kasse sind?

Wahr­scheinlich eher nicht – denn die Versicherungs­beiträge müssen Sie ja auch regel­mäßig aufbringen. Stellen Sie lieber bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf einen höheren Fest­zuschuss. Wenn der Eigen­anteil an der Regel­versorgung für Sie eine unzu­mutbare Belastung ist, über­nimmt die Kasse im Rahmen der Härtefall­regelung unter Umständen die gesamten Kosten.

Wird bei der Härtefall­regelung der Krankenkassen auch das Vermögen berück­sichtigt? Wie viel darf man haben? Muss man Konto­auszüge vorlegen?

Bei der Härtefall­regelung zählt nur das laufende Einkommen. Allerdings gehen die Kassen vom Haus­halts­brutto­einkommen aus. Wenn Sie mit jemandem zusammenleben, zählt dessen Einkommen mit. Vermögen müssen Sie hingegen nicht angeben. Den Fest­zuschuss von der Kasse in Höhe der kompletten Regel­versorgung erhalten Sie zum Beispiel, wenn Sie Hartz IV, Bafög oder Grund­sicherung beziehen oder wenn Ihre monatlichen Brutto­einnahmen die Grenze von 1 316 Euro für eine Einzel­person nicht über­steigen. Mit einem Angehörigen sind es 1 809,50 Euro, für jedes weitere im Haushalt lebende Familien­mitglied kommen 329 Euro hinzu (Zahlen für das Jahr 2022). Nehmen Sie auch Kontakt mit Ihrer Krankenkasse auf, wenn Sie gering­fügig über der Grenze liegen. Es gibt eine gleitende Härtefall­regelung, über die Sie auch dann einen höheren Zuschuss bekommen können. Die Kassen sind verpflichtet, Versicherte zu beraten und auszurechnen, auf welchen Zuschuss sie Anspruch haben.

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325 Kommentare Diskutieren Sie mit

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WB53 am 16.05.2022 um 11:00 Uhr
Mehr als ein Sparvertrag mit negativen Zinsen?

Was ich mich frage, ist, ob diese Zahnersatz-Zusatzversicherungen mehr sind als ein teurer Sparvertrag mit negativer Verzinsung. Mehr oder weniger jede/r, der/die nicht rechtzeitig vorher stirbt, wird früher oder später einen (mehr oder weniger umfassenden) Zahnersatz brauchen. Bei einem (annähernd) sicheren Ereignis muss die Prämiensumme jedoch mindestens gleich mit den durchschnittlichen Kosten (plus Verwaltung und Gewinn) sein. Wäre es da nicht gescheiter, das Geld stattdessen in einen Sparvertrag zu stecken? Selbst bei Null Zinsen hat der wenigstens erheblich geringere Verwaltungskosten und Gewinnmargen ...

Profilbild Stiftung_Warentest am 11.05.2022 um 11:37 Uhr
Erfahrungsbericht Service

@2905Florida_2017: Wir haben den Kundenservice der Versicherer nicht untersucht. Zum Regulierungsverhalten von Versicherungen und der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Bewertung Folgendes: Wir haben noch keine Möglichkeit gefunden, die Schadenregulierung so zu untersuchen, dass wir sie in die Bewertung einbeziehen können. Das ist extrem aufwendig und schwierig. Wir müssten uns tausende von Schadensfällen genau anschauen und wissen dann immer noch nicht, ob die Regulierung in Zukunft genauso läuft wie bisher. Mit den Versicherungsbedingungen testen wir die Grundlage für alles, was später kommt. Sie bestimmen, worauf Versicherte Anspruch haben.
Gute Bedingungen sind das A und O bei einem Vertrag. Sollte es Streit über die Verpflichtung zur Übernahme von Kosten geben, benötigen Versicherte gute Vertragsbedingungen, in denen klar steht, dass die strittige Leistung zum Vertragsinhalt gehört.
Zum Thema der Vertrauenswürdigkeit von Bewertungen im Internet können Sie sich den Artikel zu den Fake-Bewertungen anschauen:
www.test.de/Fake-Bewertungen-Wie-Verkaeufer-mit-gekauftem-Lob-Kunden-manipulieren-5401497-0

2905Florida_2017 am 10.05.2022 um 11:15 Uhr
Barmenia Leistungsregulierung sehr langsam

Guten Tag, seit 20 Jahren bin ich bei der Barmenia Zahnzusatzversichert und mache seit 3 Jahren sehr schlechte Erfahrungen mit dieser Gesellschaft. Die Schadenregulierung ist sehr schleppend. Erreichbarkeit sehr schlecht. Mails werden schon direkt mit dem Hinweis "Schon heute bitten wir um Ihr Verständnis, falls die Bearbeitung Ihrer Anfrage etwas länger dauert." bestätigt. So ergeht es nicht nur mir. Schauen Sie sich mal die Bewertungen bei Trustpilot an. Da sind von 850 Bewertungen über 60 % mangelhaft oder ungenügend.
Sie sollten nicht nur die angebotenen Leistungen bewerten, sondern auch die Kundenbetreuung. Mir nützen sehr gute Bewertungen nichts, wenn der Versicherer nicht leistet.

Profilbild Stiftung_Warentest am 10.12.2021 um 08:04 Uhr
Berechnungsgrundlage der Kostenbeteiligung

@schubertfamily: Die Versicherer ziehen ganz unterschiedliche Größen für die Berechnung ihres Kostenanteils heran. Deswegen reicht beim Vergleich der Tarife nicht der Blick auf die Prozentsätze. Um die Leistungen der Tarife vergleichbar zu machen, bildet Finanztest Modellfälle. Im Test geben wir nicht an, welcher Prozentsatz für eine Leistung in den Tarifbedingungen steht, sondern welcher Prozentsatz des Rechnungsbetrages aus unserem Modellfall zusammen mit der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse erstattet wird.
Um eine Vergleichbarkeit der Bedingungen herzustellen, testen wir die Tarife anhand von Modellfällen. Beim Modellfall für das Inlay betrug der Rechnungsbetrag 683 €. Im Tarif ZZPro bekommt der Kunde von der HUK 614,70 € zuzüglich 50 € von der Krankenkasse, sodass er insgesamt auf eine Erstattung von 97% des Rechnungsbetrages kommt.

schubertfamily am 08.12.2021 um 22:45 Uhr
HUK24 ZZPro

Hallo,
die 90% Erstattung beziehen sich leider nicht auf die Gesamtkosten abzüglich der Vorleistung GKV. Die HUK errechnet zuerst 90% der Gesamtkosten und zieht davon 100% Vorleistung der GKV ab. Dadurch verringert sich der Erstattungsbetrag nochmals.