Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich

Welche Kosten Zahn­zusatz­versicherungen über­nehmen

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Die Rechenbei­spiele zeigen, was die Kasse zahlt und welche Kosten Patienten tragen. Wie viel davon die einzelnen Tarife erstatten, steht im Test Zahnzusatzversicherung.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 275 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Kassenkrone für 340 Euro

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich - Die besten Tarife für schöne Zähne
© Uli Oesterle

(Voll­guss­krone aus edel­metall­freier Legierung)

Für den Befund „1.1 Erhaltungs­würdiger Zahn mit weit­gehender Zerstörung der klinischen Krone“ ist als Regel­versorgung eine Krone aus einer Nichtedel­metall­legierung (NEM) vorgesehen. Dieses Material kostet weniger als gold­haltige Legierungen. Da es sich um einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich (Unterkiefer, Zahn 5) handelt, über­nimmt die Kasse keine Kosten für eine zahn­farbene Verblendung. Die Regel­versorgung wird nach den kassenzahn­ärzt­lichen Abrechnungs­regeln für Zahn­arzt­leistungen (Bema) und für Labor­leistungen (BEL) abge­rechnet.

Gesamt­kosten: 340 Euro

  • Kassen­zuschuss:255 Euro (Fest­zuschuss 2022 mit Höchst­bonus)
  • Eigen­anteil: 85 Euro
  • Zahn­zusatz­versicherung deckt 0 bis 85 Euro

Krone plus privates Extra für 680 Euro

(Voll­verblendete Metall-Keramik-Krone im nicht sicht­baren Bereich)

Hierbei handelt sich um eine optisch ansprechendere Versorgung für den Befund links. Die Metall­krone wird dazu mit zahn­farbener Keramik über­zogen. Der Zahn­arzt rechnet fast voll­ständig nach der privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­ordnung (GOZ) ab. In der GOZ können Zahn­ärzte den Gebühren­satz nach Schwierig­keit der Behand­lung anheben.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 340 Euro (davon 170 Euro für die Verblendung)
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 340 Euro (davon 25 Euro Regel­versorgung nach Bema, 315 Euro private Leistungen, berechnet nach GOZ mit dem 2,7-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 680 Euro

  • Kassen­zuschuss:255 Euro (Fest­zuschuss 2022 mit Höchst­bonus)
  • Eigen­anteil: 425 Euro
  • Zahn­zusatz­versicherung deckt 43 bis 425 Euro

Inlay für 699 Euro

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich - Die besten Tarife für schöne Zähne
© Uli Oesterle

(Dreiflächiges Keramik-Inlay)

Ein Inlay ist eine harte Einlagefüllung für ein Loch im Zahn, das normaler­weise mit Amalgam gefüllt würde. Der Zahn­techniker fertigt es nach einem Abdruck­modell zum Beispiel aus einer Gold­legierung oder aus Keramik an. Dafür zahlt die Kasse keinen Fest­zuschuss, sondern nur so viel, wie sie für die Füllung zahlen würde. Der Zahn­arzt rechnet hier voll­ständig nach dem teureren privatzahn­ärzt­lichen System ab.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 349,50 Euro
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 349,50 Euro (berechnet nach GOZ mit dem 3,0-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 699 Euro

  • Kassen­zuschuss: 50 Euro (Kosten einer dreiflächigen Amalgamfüllung)
  • Eigen­anteil: 649 Euro
  • Zahn­zusatz­versicherung deckt 0 bis 649 Euro

Krone auf Implantat für 4 310 Euro

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© Uli Oesterle

(Implantat mit voll­ständig verblendeter Metall-Keramik-Krone)

Der Befund heißt hier „2.1 Zahn­begrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn“. Es handelt sich um Zahn 5 im Unterkiefer, einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich. Die Regel­versorgung wäre eine unver­blendete Brücke aus einer Metall­legierung ohne Gold­anteil, die an den Nach­barzähnen befestigt wird. Ein Implantat ist eine künst­liche Zahnwurzel, meist aus Metall, einge­schraubt in den Kieferknochen. Darauf wird der Zahn­ersatz (Supra­konstruktion) befestigt. Der Zahn­arzt rechnet seine Leistungen komplett nach der für privatzahn­ärzt­liche Abrechnung gültigen Gebühren­ordnung (GOZ) ab. Wir gehen hier von einer teuren Behand­lung aus, bei der zunächst ein Knochen­aufbau erforderlich ist, bevor der Zahn­arzt das Implantat einsetzen kann.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Implantat: 3 232 Euro, davon Material­kosten: 937 Euro, implantologische Leistungen 905 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz), Knochen­aufbau: 1 390 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz)
  • Supra­konstruktion: 1 078 Euro, davon Material- und Labor­kosten: 539 Euro (mit 162 Euro für Verblendung) und zahn­ärzt­liche Leistungen 539 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen und dem 3,5-fachen GOZ-Satz)

Gesamt­kosten: 4 310 Euro

  • Kassen­zuschuss: 589 Euro (Fest­zuschuss 2022 mit Höchst­bonus)
  • Eigen­anteil: 3 721 Euro
  • Zahn­zusatz­versicherung deckt 166 bis 3 721 Euro

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 275 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

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Profilbild Stiftung_Warentest am 26.09.2022 um 16:25 Uhr
Individueller Rechner

@haspecker: Es handelt sich um eine interaktive Datenbank, die Sie nach Ihren Bedürfnissen nutzen können. Im Heft Finanztest 06/2022 finden Sie den Artikel zum Thema Zahnzusatzversicherung.

haspecker am 24.09.2022 um 18:02 Uhr
In welchem Heft finde ich den den aktuellen Artike

Hallo. In welchem Heft finde ich die aktuelle Version (25.8.22) dieses Artikels? Danke!

halsbandschnaepper am 22.08.2022 um 15:24 Uhr
RE: Wohltaten für Umme?

Es ist auch eine Binsenweisheit, dass nicht alle Versicherten gleich viele Versicherungsfälle haben. Das heißt im Schnitt nimmt die Versicherung natürlich mehr Prämien ein, als sie ausbezahlt. Darunter gibt es halt Leute die ganz wenig oder nichts melden und welche die sehr viel melden. Eine Krankenversicherung kann durch die Versicherung nicht gekündigt werden. Zum einen ist es sinnvoll wenn man nicht ein paar tausend Euro auf der Seite für Kronen, Implantate und Co hat. Zum anderen ist es natürlich eine Wette ob man mehr rausholt (holen muss) als man ingesamt einbezahlt hat.
Ein Beispiel: Mehrere Implantate können schon mal 10.000 Euro kosten. Legt man jeden Monat 100 Euro für die Zähne zurück muss man 8 Jahre sparen bis man das Geld dafür auf die Seite hat. Zahlt man 50 Euro für die Versicherung im Monat, dauert es 16 Jahre bis man so viel Prämie gezahlt hat.
Natürlich kann es sein, dass man viel weniger Zahnarztkosten hat. Aber dafür sind Versicherungen da, um einen abzusichern.

Heiner52 am 01.06.2022 um 17:04 Uhr
Wohltaten für Umme?

Das Geschäftsmodell rechnet sich für den Anbieter natürlich nur, wenn mehr Prämienzahlungen reinkommen, als Leistungen gewährt werden. Das ist keine Kapitalismuskritik, sondern eine Binsenweisheit. Eine Versicherung schließt man ab, um unvorhersehbare Risiken zu minimieren. Angesichts der Geldentwertung sind auch die Rücklagen der Versicherer gefährdet, das sollte man im Auge behalten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.05.2022 um 12:01 Uhr
Mehr als ein Sparvertrag mit negativen Zinsen?

@WB53: Die Zahnzusatzversicherung gehört nicht zum Grundschutz. Sie stellt lediglich einen sinnvollen Zusatzschutz für diejenigen dar, die Wert auf einen hochwertigen Zahnersatz legen und die nicht schon auf anderem Wege für deren Finanzierung gesorgt haben. Es ist gut möglich, dass Versicherte auf lange Sicht genauso viel (oder mehr) für den Versicherungsschutz bezahlen als für den Anteil der privat zu tragenden Kosten. Dafür bekommen sie die Sicherheit, sich zu jeder Zeit, auch wenn die Kasse knapp ist, sich den gewünschten Zahnersatz leisten zu können. Disziplinierte Sparer und diejenigen, die über ausreichend hohe Rücklagen verfügen, können sich eine teure Zahnbehandlung mitunter auch ohne Versicherungsschutz leisten und das Ersparte für andere Anschaffungen verwenden, wenn kein oder nur wenig Zahnersatz benötigt wird.