Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich

So testet die Stiftung Warentest

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Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 275 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Inhalt

Im Test

Die Stiftung Warentest vergleicht regel­mäßig die Zahn­zusatz­versicherungen aller Versicherer auf dem deutschen Markt, deren Angebote Versicherten aller gesetzlichen Krankenkassen offen­stehen. Neue Angebote werden laufend neu in den Test aufgenommen.

Alle Tarife im Test bieten Kosten­erstattung für Zahn­ersatz und enthalten ausschließ­lich Zahn­leistungen. Kunden können sie einzeln ohne weitere Vertrags­bausteine abschließen.

  • Im Test berück­sichtigt haben wir aktuell mehr als 260 Tarife, davon
  • etwa zwei Drittel nach Art der Schaden­versicherung kalkulierte Tarife, bei denen die Beiträge mit zunehmendem Alter des Versicherten in der Regel steigen,
  • etwa ein Drittel Tarife ohne alters­bedingte Beitrags­anpassung, davon einzelne nach Art der Schaden­versicherung und die Mehr­zahl nach Art der Lebens­versicherung kalkuliert. Der Beitrag richtet sich hier in der Regel nach dem Eintritts­alter des Kunden.

Unter­suchungen

Die Tarif­leistungen werden jeweils separat für die drei möglichen Bonus­stufen des Versicherten ermittelt und dann zu einem gewichteten Durch­schnitt zusammengefasst. Die Bonus­stufen beein­flussen den Anteil der gesetzlichen Krankenkasse und hängen davon ab, wie regel­mäßig Versicherte in der Vergangenheit beim Zahn­arzt waren.

Für vier Versorgungs­varianten bewerten wir den Anteil der Zahn­arzt­rechnung, der jeweils im Durch­schnitt zusammen mit der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse ersetzt wird. Hierfür haben wir Modell­annahmen getroffen. Bei der Bewertung der Zahn­ersatz­leistungen werden die für die Höhe der jeweiligen Leistung maßgeblichen Versicherungs­bedingungen in ihrem Zusammen­wirken berück­sichtigt.

Regel­versorgung (10 %)

Der Rechnungs­betrag der Regel­versorgung entspricht genau dem für die Regel­versorgung fest­gelegten Fest­zuschuss von 100 Prozent. Für die Bewertung berück­sichtigen wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen:

  • den Erstattungs­prozent­satz und den Basisbetrag (in Abhängig­keit von der Bonus­stufe),
  • die Höhe der Anrechnung, wenn die Kassen­leistung ange­rechnet wird (je nach Tarif rechnen Versicherer die tatsäch­liche Leistung, die Leistung ohne Kassenbonus oder die Leistung mit maximalem Kassenbonus an),
  • die Ober­grenze für die Gesamt­leistung von Tarif- und Kassen­leistung, wenn die Kassen­leistung nicht auf die Tarif­leistung ange­rechnet wird (zum Beispiel 100, 90, 80 Prozent des erstattungs­fähigen Rechnungs­betrags).

Privatversorgung ohne Inlays und Implantate (40 %)

Der Rechnungs­betrag der Versorgung mit privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­anteilen ist doppelt so hoch wie der Rechnungs­betrag der Regel­versorgung. Er verteilt sich je zur Hälfte auf Zahn­arzt­honorar und Material- und Labor­kosten; 30 Prozent des Zahn­arzt­honorars sind mit dem 3,5-fachen Satz der für Privat­abrechnung gültigen Gebühren­ordnung für Zahn­ärzte (GOZ) berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

Für die Bewertung berück­sichtigen wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen:

  • alle für die Regel­leistung genannten Kriterien,
  • zusätzlich die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz.

Inlay­versorgung (20 %)

Der Rechnungs­betrag der Inlay­versorgung beträgt 699 Euro. Er verteilt sich zu gleichen Teilen auf das Zahn­arzt­honorar und die Material- und Labor­kosten; 90 Prozent des Zahn­arzt­honorars sind mit dem 3,5-fachen GOZ-Satz berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

In unserem Modell fordern wir außerdem: Alle fünf Jahre sollten mindestens drei Inlays im Kalender­jahr erstattet werden, in den übrigen Jahren genügt ein Inlay im Jahr.

Für die Bewertung berück­sichtigen wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen:

  • alle für die Regel­versorgung genannten Kriterien,
  • die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz,
  • Höchst­erstattungs­beträge pro Inlay und Höchst­erstattungs­beträge für alle Inlays im Kalender­jahr.

Implantat­versorgung (20 %)

Der Rechnungs­betrag der Implantat­versorgung beträgt insgesamt 4 310 Euro. Er setzt sich so zusammen:

  • 1 390 Euro für einen Knochen­aufbau (ausschließ­lich Zahn­arzt­honorar),
  • 905 Euro für implantologische Leistungen,
  • 937 Euro für Material­kosten und
  • 1 078 Euro für den Zahn­ersatz auf dem Implantat, die sogenannte Supra­konstruktion (davon sind wiederum die Hälfte Material- und Labor­kosten).
  • Das Zahn­arzt­honorar wurde jeweils zu 50 Prozent mit dem 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

In unserem Modell fordern wir außerdem: Alle fünf Jahre sollen mindestens zwei Implantate im Kalender­jahr erstattet werden, in den übrigen Jahren genügt ein Implantat im Jahr. Insgesamt sollen über die gesamte Vertrags­lauf­zeit nicht weniger als zehn Implantate erstattet werden.

Für die Bewertung berück­sichtigen wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen:

  • alle für die Regel­versorgung genannten Kriterien,
  • die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz,
  • Kosten­erstattung für Knochen­aufbau,
  • Höchst­erstattungs- und Höchst­rechnungs­beträge für das einzelne Implantat (mit und ohne Supra­konstruktion),
  • Höchst­erstattungs- und Höchst­rechnungs­beträge für alle Implantate im Kalender­jahr,
  • Höchst­erstattungs­beträge für alle Implantate über die gesamte Vertrags­lauf­zeit,
  • Begrenzung der Anzahl der Implantate für die gesamte Vertrags­lauf­zeit auf weniger als zehn.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 275 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

Jähr­liche Summen­begrenzungen (10 %)

Für die Bewertung berück­sichtigen wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen:

  • die Höhe der dauer­haften Begrenzung der Erstattungs­summen für das Kalender­jahr bis zur Höhe von 20 000 Euro,
  • die Höhe der Begrenzung der Erstattungs­summen in den ersten sechs Vertrags­jahren bis zur Höhe von 1 000 Euro im Jahr,
  • ob diese Begrenzungen der Erstattungs­summen bei unfall­bedingten Zahn­ersatz­kosten entfallen oder nicht.

Warte­zeit

Wer einen neuen Vertrag abschließt, muss oft warten, bis der Versicherer erst­mals für Zahn­ersatz leistet. Wir geben die Warte­zeit in Monaten an. Für einige Leistungen gelten kürzere Warte­zeiten oder sie entfallen komplett, zum Beispiel für Prophylaxe.

Monats­beitrag

Für alle Tarife wird der gerundete Monats­beitrag für verschiedene Alter ausgewiesen.

Leistungs­beispiele

Die beispielhaften Erstattungen waren nicht maßgeblich für die Bewertung.

Weitere Leistungen (nicht bewertet)

Etliche Tarife enthalten weitere Leistungen, die nichts mit Zahn­ersatz zu tun haben. Diese Leistungen bewerten wir nicht.

Ein jain der Tabelle bedeutet, dass sich der Versicherer in irgend­einer Form an den Kosten beteiligt. Bei professioneller Zahn­reinigung bedeutet

ja = Leistungen mindestens einmal im Jahr und mindestens 70 Euro.

eingeschränkt = weniger als 70 Euro im Jahr.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel der Tarife verstärkt auf das Finanztest-Qualitäts­urteil auswirken. In der Über­sicht aller Tarife (test.de/pdf-zahn­zusatz) sind diese mit einem *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen setzen wir ein:

  • Leistet ein Tarif bei einer der bewerteten Zahn­leistungen nur mangelhaft, kann das Qualitäts­urteil nicht besser sein als befriedigend.
  • Leistet ein Tarif für alle Zahn­ersatz­versorgungen eines Jahres weniger als 2 000 Euro und entfällt diese Begrenzung auch für unfall­bedingte Kosten nicht, kann das Qualitäts­urteil nicht besser sein als ausreichend.
  • Sofern ein Tarif eine Warte­zeit aufweist, wird das Qualitäts­urteil um 0,1 Noten­punkte abge­wertet.

Zahn­zusatz­versicherung im Vergleich Testergebnisse für 275 Tarife Zahn­zusatz­versicherung

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330 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.09.2022 um 16:25 Uhr
Individueller Rechner

@haspecker: Es handelt sich um eine interaktive Datenbank, die Sie nach Ihren Bedürfnissen nutzen können. Im Heft Finanztest 06/2022 finden Sie den Artikel zum Thema Zahnzusatzversicherung.

haspecker am 24.09.2022 um 18:02 Uhr
In welchem Heft finde ich den den aktuellen Artike

Hallo. In welchem Heft finde ich die aktuelle Version (25.8.22) dieses Artikels? Danke!

halsbandschnaepper am 22.08.2022 um 15:24 Uhr
RE: Wohltaten für Umme?

Es ist auch eine Binsenweisheit, dass nicht alle Versicherten gleich viele Versicherungsfälle haben. Das heißt im Schnitt nimmt die Versicherung natürlich mehr Prämien ein, als sie ausbezahlt. Darunter gibt es halt Leute die ganz wenig oder nichts melden und welche die sehr viel melden. Eine Krankenversicherung kann durch die Versicherung nicht gekündigt werden. Zum einen ist es sinnvoll wenn man nicht ein paar tausend Euro auf der Seite für Kronen, Implantate und Co hat. Zum anderen ist es natürlich eine Wette ob man mehr rausholt (holen muss) als man ingesamt einbezahlt hat.
Ein Beispiel: Mehrere Implantate können schon mal 10.000 Euro kosten. Legt man jeden Monat 100 Euro für die Zähne zurück muss man 8 Jahre sparen bis man das Geld dafür auf die Seite hat. Zahlt man 50 Euro für die Versicherung im Monat, dauert es 16 Jahre bis man so viel Prämie gezahlt hat.
Natürlich kann es sein, dass man viel weniger Zahnarztkosten hat. Aber dafür sind Versicherungen da, um einen abzusichern.

Heiner52 am 01.06.2022 um 17:04 Uhr
Wohltaten für Umme?

Das Geschäftsmodell rechnet sich für den Anbieter natürlich nur, wenn mehr Prämienzahlungen reinkommen, als Leistungen gewährt werden. Das ist keine Kapitalismuskritik, sondern eine Binsenweisheit. Eine Versicherung schließt man ab, um unvorhersehbare Risiken zu minimieren. Angesichts der Geldentwertung sind auch die Rücklagen der Versicherer gefährdet, das sollte man im Auge behalten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.05.2022 um 12:01 Uhr
Mehr als ein Sparvertrag mit negativen Zinsen?

@WB53: Die Zahnzusatzversicherung gehört nicht zum Grundschutz. Sie stellt lediglich einen sinnvollen Zusatzschutz für diejenigen dar, die Wert auf einen hochwertigen Zahnersatz legen und die nicht schon auf anderem Wege für deren Finanzierung gesorgt haben. Es ist gut möglich, dass Versicherte auf lange Sicht genauso viel (oder mehr) für den Versicherungsschutz bezahlen als für den Anteil der privat zu tragenden Kosten. Dafür bekommen sie die Sicherheit, sich zu jeder Zeit, auch wenn die Kasse knapp ist, sich den gewünschten Zahnersatz leisten zu können. Disziplinierte Sparer und diejenigen, die über ausreichend hohe Rücklagen verfügen, können sich eine teure Zahnbehandlung mitunter auch ohne Versicherungsschutz leisten und das Ersparte für andere Anschaffungen verwenden, wenn kein oder nur wenig Zahnersatz benötigt wird.