So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat die Zahn­zusatz­versicherungen aller Versicherer auf dem deutschen Markt untersucht, deren Angebote Versicherten aller gesetzlichen Krankenkassen offen­stehen. Stichtag war der 1. April 2019.

Alle Tarife im Test bieten Kosten­erstattung für Zahn­ersatz und enthalten ausschließ­lich Zahn­leistungen. Kunden können sie einzeln ohne weitere Vertrags­bausteine abschließen.

Im Test berück­sichtigt haben wir insgesamt 234 Tarife, davon

  • 152 nach Art der Schaden­versicherung kalkulierte Tarife, bei denen die Beiträge mit zunehmendem Alter des Versicherten in der Regel steigen,
  • 82 Tarife ohne alters­bedingte Beitrags­anpassung, davon sind 12 nach Art der Schaden­versicherung und 70 nach Art der Lebens­versicherung kalkuliert.

Unter­suchungen

Die Tarif­leistungen wurden jeweils separat für die drei möglichen Bonus­stufen des Versicherten ermittelt und dann zu einem gewichteten Durch­schnitt zusammengefasst. Die Bonus­stufen beein­flussen den Anteil der gesetzlichen Krankenkasse und hängen davon ab, wie regel­mäßig Versicherte in der Vergangenheit beim Zahn­arzt waren.

Für vier Versorgungs­varianten haben wir den Anteil der Zahn­arzt­rechnung bewertet, der jeweils im Durch­schnitt zusammen mit der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse ersetzt wird. Hierfür haben wir Modell­annahmen getroffen. Bei der Bewertung der Zahn­ersatz­leistungen wurden die für die Höhe der jeweiligen Leistung maßgeblichen Versicherungs­bedingungen in ihrem Zusammen­wirken berück­sichtigt.

Regel­versorgung (10 %)

Der Rechnungs­betrag der Regel­versorgung entspricht genau dem doppelten Fest­zuschuss ohne Bonus. Für die Bewertung haben wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen berück­sichtigt:

  • den Erstattungs­prozent­satz und den Basisbetrag (in Abhängig­keit von der Bonus­stufe),
  • die Höhe der Anrechnung, wenn die Kassen­leistung ange­rechnet wird (je nach Tarif rechnen Versicherer die tatsäch­liche Leistung, die Leistung ohne Kassenbonus oder die Leistung mit maximalem Kassenbonus an),
  • die Ober­grenze für die Gesamt­leistung von Tarif- und Kassen­leistung, wenn die Kassen­leistung nicht auf die Tarif­leistung ange­rechnet wird (zum Beispiel 100, 90, 80 Prozent des erstattungs­fähigen Rechnungs­betrags).

Privatversorgung ohne Inlays und Implantate (40 %)

Der Rechnungs­betrag der Versorgung mit privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­anteilen ist doppelt so hoch wie der Rechnungs­betrag der Regel­versorgung. Er verteilt sich je zur Hälfte auf Zahn­arzt­honorar und Material- und Labor­kosten; 30 Prozent des Zahn­arzt­honorars sind mit dem 3,5-fachen Satz der für Privat­abrechnung gültigen Gebühren­ordnung für Zahn­ärzte (GOZ) berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

Für die Bewertung haben wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen berück­sichtigt:

  • alle für die Regel­leistung genannten Kriterien,
  • zusätzlich die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz.

Inlays (20 %)

Der Rechnungs­betrag der Inlay­versorgung beträgt 660 Euro. Er verteilt sich zu gleichen Teilen auf das Zahn­arzt­honorar und die Material- und Labor­kosten; 90 Prozent des Zahn­arzt­honorars sind mit dem 3,5-fachen GOZ-Satz berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

In unserem Modell fordern wir außerdem: Alle fünf Jahre sollten mindestens drei Inlays im Kalender­jahr erstattet werden, in den übrigen Jahren genügt ein Inlay im Jahr.

Für die Bewertung haben wir folgende Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen berück­sichtigt:

  • alle für die Regel­versorgung genannten Kriterien,
  • die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz,
  • Höchst­erstattungs­beträge pro Inlay und Höchst­erstattungs­beträge für alle Inlays im Kalender­jahr.

Implantat­versorgung (20 %)

Der Rechnungs­betrag der Implantat­versorgung beträgt insgesamt 3 950 Euro. Er setzt sich so zusammen:

  • 1 266 Euro für einen Knochen­aufbau (ausschließ­lich Zahn­arzt­honorar),
  • 828 Euro für implantologische Leistungen,
  • 861 Euro für Material­kosten und
  • 995 Euro für den Zahn­ersatz auf dem Implantat, die sogenannte Supra­konstruktion (davon sind wiederum die Hälfte Material- und Labor­kosten).

Das Zahn­arzt­honorar wurde jeweils zu 50 Prozent mit dem 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz berechnet, der Rest mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

In unserem Modell fordern wir außerdem: Alle fünf Jahre sollen mindestens zwei Implantate im Kalender­jahr erstattet werden, in den übrigen Jahren genügt ein Implantat im Jahr. Insgesamt sollen über die gesamte Vertrags­lauf­zeit nicht weniger als zehn Implantate erstattet werden.

Für die Bewertung haben wir die folgenden Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen berück­sichtigt:

  • alle für die Regel­versorgung genannten Kriterien,
  • die Erstattung von Zahn­arzt­honoraren mindestens bis zum 3,5-fachen GOZ-Gebühren­satz,
  • Kosten­erstattung für Knochen­aufbau,
  • Höchst­erstattungs- und Höchst­rechnungs­beträge für das einzelne Implantat (mit und ohne Supra­konstruktion),
  • Höchst­erstattungs- und Höchst­rechnungs­beträge für alle Implantate im Kalender­jahr,
  • Höchst­erstattungs­beträge für alle Implantate über die gesamte Vertrags­lauf­zeit,
  • Begrenzung der Anzahl der Implantate für die gesamte Vertrags­lauf­zeit auf weniger als zehn.

Jähr­liche Ober­grenzen (10 %)

Für unsere Bewertung haben wir die folgenden Rege­lungen in den Versicherungs­bedingungen berück­sichtigt:

  • die Höhe der dauer­haften Begrenzung der Erstattungs­summen für das Kalender­jahr bis zur Höhe von 20 000 Euro,
  • die Höhe der Begrenzung der Erstattungs­summen in den ersten sechs Vertrags­jahren bis zur Höhe von 1 000 Euro im Jahr,
  • ob diese Begrenzungen der Erstattungs­summen bei unfall­bedingten Zahn­ersatz­kosten entfallen oder nicht.

Warte­zeit

Wer einen neuen Vertrag abschließt, muss oft warten, bis der Versicherer erst­mals für Zahn­ersatz leistet. Wir geben die Warte­zeit in Monaten an. Für einige Leistungen gelten kürzere Warte­zeiten oder sie entfallen komplett, zum Beispiel für Prophylaxe.

Monats­beitrag

Für alle Tarife wird der gerundete Monats­beitrag ausgewiesen, den Versicherte mit 43 Jahren zahlen müssen. Bei Tarifen mit alters­bedingter Beitrags­anpassung haben wir zusätzlich die Beiträge angegeben, die Kunden zwischen 43 und 73 Jahren maximal und im Durch­schnitt zahlen müssen.

Leistungs­beispiele

Die Beispiele (siehe Navigation: Leistungs­beispiele: So viel zahlt die Kasse – so viel der Patient) waren nicht maßgeblich für die Bewertung.

Weitere Leistungen (nicht bewertet)

Etliche Tarife enthalten weitere Leistungen, die nichts mit Zahn­ersatz zu tun haben. Diese Leistungen haben wir nicht bewertet.

Einjain der Tabelle sagt nicht, in welcher Höhe sich der Versicherer an den Kosten beteiligt. Bei professioneller Zahn­reinigung bedeutet

ja = Leistungen mindestens einmal im Jahr und mindestens 70 Euro.

eingeschränkt = weniger als 70 Euro im Jahr.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel der Tarife verstärkt auf das Finanztest-Qualitäts­urteil auswirken. In der Über­sicht aller Tarife (siehe Artikel-PDF) sind diese mit einem *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt:

  • Lautete das Urteil für eine der bewerteten Zahn­ersatz­leistungen mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein als befriedigend.
  • Lautete das Urteil für die jähr­liche Ober­grenze für alle Tarif­leistungen mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein als ausreichend.

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TestZahn­zusatz­versicherung im TestStand der Daten: 01.04.2019
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