Leistungs­beispiele: So viel zahlt die Kasse – so viel der Patient

Eine private Zusatz­versicherung lohnt sich vor allem bei teurem Zahn­ersatz. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt oft weniger als 20 Prozent der Kosten. An vier Beispielen zeigen wir, wie viel Geld Patienten jeweils von ihrer privaten Zusatz­versicherung erhalten würden (Tabelle Tarife Zahnzusatzversicherung).

Kassenkrone für 324 Euro

Voll­guss­krone aus edel­metall­freier Legierung.

Für den Befund „1.1 Erhaltungs­würdiger Zahn mit weit­gehender Zerstörung der klinischen Krone“ ist als Regel­versorgung eine Krone aus einer Nichtedel­metall-Legierung (NEM) vorgesehen. Dieses Material kostet weniger als gold­haltige Legierungen. Da es sich um einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich (Unterkiefer, Zahn 5) handelt, über­nimmt die Kasse keine Kosten für eine zahn­farbene Verblendung. Die Regel­versorgung wird nach den kassenzahn­ärzt­lichen Abrechnungs­regeln für Zahn­arzt­leistungen (Bema) und für Labor­leistungen (BEL) abge­rechnet.

Gesamt­kosten: 324 Euro
Kassen­zuschuss: 211 Euro
(Fest­zuschuss 2020 mit Höchst­bonus)
Eigen­anteil: 113 Euro
Zahn­tarife decken 11 bis 113 Euro.

Krone plus privates Extra für 648 Euro

(Voll­verblendete Metall-Keramik-Krone im nicht sicht­baren Bereich)

Es handelt sich um eine optisch schönere Versorgung für den gleichen Befund wie oben. Die Metall­krone wird mit zahn­farbener Keramik über­zogen. Der Zahn­arzt rechnet seine Leistung fast voll­ständig nach der privatzahn­ärzt­lichen Gebühren­ordnung (GOZ) ab. Bei privater Abrechnung können Zahn­ärzte den Gebühren­satz je nach Schwierig­keit der Behand­lung steigern.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 324 Euro (davon 162 Euro für die Verblendung)
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 324 Euro (davon 23 Euro Regel­versorgung nach Bema, 301 Euro private Leistungen, berechnet nach GOZ mit dem 2,7-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 648 Euro
Kassen­zuschuss: 211 Euro
(Fest­zuschuss 2020 mit Höchst­bonus)
Eigen­anteil: 437 Euro
Zahn­tarife decken 44 bis 437 Euro.

Inlay für 660 Euro

Dreiflächiges Keramik-Inlay.

Ein Inlay ist eine harte Einlagefüllung für ein Loch im Zahn, das normaler­weise mit Amalgam gefüllt würde. Der Zahn­techniker fertigt es nach einem Abdruck­modell zum Beispiel aus einer Gold­legierung oder aus Keramik an. Dafür zahlt die Kasse keinen Fest­zuschuss, sondern nur so viel, wie sie für die Füllung zahlen würde. Der Zahn­arzt rechnet hier voll­ständig nach dem teureren privatzahn­ärzt­lichen System ab.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Material- und Labor­kosten: 330 Euro
  • Zahn­ärzt­liche Leistungen: 330 Euro (berechnet nach GOZ mit dem 3,0-fachen Gebühren­satz)

Gesamt­kosten: 660 Euro
Kassen­zuschuss: 50 Euro
(Kosten einer dreiflächigen Amalgamfüllung)
Eigen­anteil: 610 Euro
Zahn­tarife decken 0 bis 610 Euro.

Krone auf Implantat für 4 070 Euro

Implantat mit voll­ständig verblendeter Metall-Keramik-Krone.

Der Befund heißt in diesem Beispiel „2.1 Zahn­begrenzte Lücke mit einem fehlenden Zahn“. Auch hier handelt es sich um Zahn 5 im Unterkiefer, also einen Seiten­zahn im nicht sicht­baren Bereich. Die Regel­versorgung wäre eine unver­blendete Brücke aus einer Metall­legierung ohne Gold­anteil, die an den Nach­barzähnen befestigt wird.

Ein Implantat ist eine künst­liche Zahnwurzel, meist aus Metall, die in den Kieferknochen einge­schraubt wird. Darauf wird dann der Zahn­ersatz (Supra­konstruktion) befestigt. Bei einer Implantat­versorgung rechnet der Zahn­arzt alle seine Leistungen komplett nach der für eine privatzahn­ärzt­liche Abrechnung gültigen Gebühren­ordnung (GOZ) ab.

Wir gehen hier von einer teuren Behand­lung aus, bei der zunächst ein Knochen­aufbau erforderlich ist, bevor der Zahn­arzt das Implantat einsetzen kann.

Zusammenset­zung der Kosten:

  • Implantat: 3 052 Euro, davon Material­kosten: 886 Euro, implantologische Leistungen 854 Euro (je zur Hälfte berechnet nach 2,3-fachem bzw. 3,5-fachem GOZ-Satz), Knochen­aufbau: 1 312 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen bzw. dem 3,5-fachen GOZ-Satz)
  • Supra­konstruktion: 1 018 Euro, davon Material- und Labor­kosten: 509 Euro (mit 155 Euro für Verblendung) und zahn­ärzt­liche Leistungen 509 Euro (je zur Hälfte berechnet nach dem 2,3-fachen bzw. dem 3,5-fachen GOZ-Satz)

Gesamt­kosten: 4 070 Euro
Kassen­zuschuss: 487 Euro
(Fest­zuschuss 2020 mit Höchst­bonus)
Eigen­anteil: 3 583 Euro
Zahn­tarife decken 226 bis 3 583 Euro.

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