Interview: „Seide ist der Königsweg“

Zahnseide & Co. Test

Die Zahnbürste reicht nicht aus für rundum blitz­blanke Zähne. Über die Zwischenräume sprachen wir mit Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Zahn­klinik der Universität Witten/Herdecke.

Wer sich zweimal am Tag gründlich die Zähne putzt, muss der auch noch die Zwischenräume reinigen?

Mit der normalen Zahnbürste bekommen Sie die Zwischenräume nicht komplett sauber. Die Folgen sehen wir in der Praxis: In den Zwischenräumen entstehen die meisten Zahn­erkrankungen, also Karies und besonders tiefe Zahn­fleisch­taschen bei Parodontitis.

Wie lange dauert es, bis man Zahnseide und Co. perfekt beherrscht?

Das kommt natürlich auf die individuelle Geschick­lich­keit und die Zahn­stellung an. Am besten beginnt man erst einmal mit den vorderen Zähnen. Fühlt man sich in diesem Bereich sicher, arbeitet man sich weiter zu den hinteren Zähnen vor. Nach zirka drei Wochen sollte eigentlich jeder klar­kommen.

Was ist zu tun, wenn dabei das Zahn­fleisch blutet?

Meist sind es bakterielle Zahnbeläge, die die Blutungen verursachen. Sie zeigen also, wie notwendig die Reinigung in diesen Regionen ist. Kleine Verletzungen können natürlich gerade bei noch Ungeübten eine gewisse Rolle spielen. Nach einer Woche ist das Problem meist erledigt. Sonst sollte man den Zahn­arzt aufsuchen.

Wie oft sind Seide oder Bürst­chen zu benutzen – und vor oder nach dem Zähneputzen?

Wer wirk­lich gründlich fädelt oder bürstet, sollte die Interdentalräume wenigs­tens alle zwei Tage reinigen. Vor oder nach dem Putzen ist vor allem eine Glaubens­frage.

Wem das alles zu aufwendig oder schwierig erscheint, gibt es für den andere Möglich­keiten zur effektiven Reinigung der Zwischenräume?

Die korrekte Reinigung mit Zahnseide ist nach wie vor der Königsweg. Ansonsten kann auch eine Mund­spüllösung mit nachgewiesener antimikrobieller Wirk­samkeit gute Dienste tun.

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