Zahnseide und Interdentalbürsten Interdental­pflege im Test

Zahnseide und Interdentalbürsten - Interdental­pflege im Test
Im Test Interdental­pflege finden sich aller­hand kleine Werk­zeuge für die Zähne. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Rund 40 Prozent der Zahn­flächen liegen in Zwischenräumen. Dort müssen Zahnseide, Bürst­chen und Co ihren Job erledigen. Die meisten im Test machen das gut.

Zahnseide und Interdentalbürsten Testergebnisse für 12 Interdental­pflege 03/2020

Inhalt

Hängt ein Fitzelchen Apfel zwischen den Zähnen, stößt die Zunge so lange daran, bis Zahnseide ihr Ruhe verschafft. Wenn nichts stört, ist das Fädeln schnell vergessen. Dann kann sich Zahnbelag in den Zwischenräumen ungestört entwickeln – für Bakterien ideal.

Unser Rat

Alle aufgerollten Zahnseiden sind gut: Ganz vorn liegen Dontod­ent von dm (1 Cent pro Anwendung) und Sensodyne (3 Cent). Wer mit Zahnseide auf Kriegs­fuß steht, kann Interdentalbürsten nehmen: Easy Brush von Dentek ist mit 39 Cent pro Stück güns­tiger und insgesamt genau so gut wie Prime Plus von Cura­prox (1,49 Euro). Lassen Sie sich in der Zahn­arzt­praxis beraten, welcher Typ für Sie geeignet ist.

Richtig reine machen

Dort, wo die Zahnbürste nicht hinkommt, sollen sie bis in den letzten Winkel sauber machen: Zahnseide, Bürst­chen und andere Mini­werk­zeuge – Sticks und Picks. Wir haben Produkte für enge bis normal weite Zwischenräume getestet, die häufig verkauft werden. Für breite Zwischenräume, die etwa ältere Menschen oft haben, sind dickere Bürst­chen oder Picks besser geeignet als die geprüften Stärken. Die Test­ergeb­nisse beziehen sich nur auf die in der Tabelle angegebenen Größen.

Am Zahnmodell untersuchten wir, wie die Produkte bei richtiger Anwendung Beläge entfernen. Außerdem prüften je 20 Probanden zwei Wochen im Alltag, wie reiß­fest sie zum Beispiel sind oder wie sich schwer erreich­bare Stellen reinigen lassen.

Das Ergebnis moti­viert, die Helfer öfter zu benutzen: Zehn von zwölf sind gut, zwei befriedigend. Unter den Guten sind Marken wie Oral-B, Elmex oder Cura­prox, aber auch Eigenmarken der Drogerieketten dm und Ross­mann. Mit den güns­tigsten Zahnseiden kostet das Reinemachen zwischen den Beißerchen nur 1 Cent pro Tag. Bürst­chen und Gummi-Picks sind teurer, aber wieder­verwend­bar. Unabhängig vom Preis ist es aber vor allem eine Frage des Zahn­zustands und der Geschick­lich­keit, welches Helferlein sich für wen am besten eignet.

Seide säubert am besten

Alle sieben Zahnseiden auf der Rolle zum Abreißen schneiden gut ab: Sie reinigten die Zwischenräume im Test etwas besser als die anderen Hilfs­mittel, am besten übrigens die güns­tigere der beiden im Test vertretenen Oral-B-Zahnseiden. Studien zeigen aber, dass nur wenige Menschen Zahnseide richtig anwenden. Einfacher soll es mit Zahnseide-Sticks gehen – Plastikhaltern, in die ein Stück Zahnseide einge­spannt ist. Die Dontod­ent-Sticks von dm lassen sich tatsäch­lich mit am besten hand­haben, können bei der Reinigung aber nicht ganz mithalten.

Interdentalbürsten sind oft effektiver

Noch gut reinigten die Interdentalbürsten. Viele Menschen kommen aber besser mit ihnen zurecht als mit Zahnseide. Studien zeigten, dass sie dadurch effektiver Plaque entfernen. Aus wissenschaftlicher Sicht sind die Bürst­chen daher zu bevor­zugen. In Unter­suchungen haben sich auch bieg­same Gummi-Stocher, sogenannte Picks, als wirk­sam erwiesen. Die einzigen im Test – von Sunstar – säubern befriedigend und sind damit das Schluss­licht im Test.

Fluorid muss nicht, Wachs kann

Manche Produkte enthalten Zusätze, etwa Fluorid. Bei der kurzen Kontakt­zeit mit den Zähnen schätzen Mediziner die Wirkung jedoch als nicht allzu hoch ein. Fluoridierte Zahnpasta ist wichtiger.

Wachs dagegen kann als Beschichtung für Zahnseide sinn­voll sein: Es beein­flusst die Reinigung nicht, hilft dem Faden aber, durch sehr eng zusammen­stehende Zähne zu kommen, ohne zu zerfasern.

Zahnseide kann übrigens mehr, als man denkt: Sie ist so reiß­fest, dass sie notfalls kaputte Schnürsenkel ersetzen kann. Oder sie schneidet Ziegenkäse, der dazu neigt, lästig am Messer zu kleben – nur minz­frei sollte der Faden dann sein.

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36 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.08.2021 um 10:05 Uhr
Drahtlose Interdentalbürste

@Britz359:Vielen Dank für Ihre Anfrage. In unserem Test haben wir keine Bürste ohne Draht, aber einen Soft Pick von Sunstar. Möglicherweise ist die Verwendung von Zahnseide für Sie besser geeignet, da gibt es weniger Verletzungsgefahr. (ak/cr)

Britz359 am 28.07.2021 um 01:07 Uhr
Drahtlos?

Mein Arzt hat mir Zahnzwischenraumbürstchen ohne Draht empfohlen. Ihrem Artikel kann ich leider nicht entnehmen, ob die Bürstchen ohne Draht sind. Können Sie mich bitte aufklären.

Profilbild Stiftung_Warentest am 14.04.2020 um 13:29 Uhr
Bedenkliche Inhaltstoffe - Mineralöle

@argon95: Eine Prüfung auf Mineralölbestandteile führen wir bei Interdentalpflegeprodukten nicht durch, da Mineralöle bzw. Wachse nur in sehr geringen Mengen in der Zahnseide enthalten sind. Bei der Zahnreinigung können daher nur Spuren am Zahn haften bleiben. Da die Interdentalpflege vor dem eigentlichen Zähneputzen durchgeführt wird, werden mögliche Rückstände mit dem Putzen entfernt und können nicht vom Körper aufgenommen werden. (bl/bp)

argon85 am 11.04.2020 um 11:53 Uhr
Bedenkliche Inhaltsstoffe

@Stiftung_Warentest: "Enthält ein Produkt Mineralöle, heißt das nicht automatisch, dass auch bedenkliche Bestandteile - also Verunreinigungen in den Mineralölen, sogenannte MOSH und MOAH - enthalten sein müssen."
Ähem, expliziter Bestandteil des Tests war die Prüfung darauf aber nicht? D.h. kann sein, muss aber nicht?

Profilbild Stiftung_Warentest am 08.04.2020 um 12:32 Uhr
Bedenkliche Inhaltsstoffe

@argon85: Cera Microcristallina (Paraffinwachs) wird als Wachs für Zahnseide verwendet. Enthält ein Produkt Mineralöle, heißt das nicht automatisch, dass auch bedenkliche Bestandteile - also Verunreinigungen in den Mineralölen, sogenannte MOSH und MOAH - enthalten sein müssen. Nur wenn der Rohstoff Mineralöl vor der Weiterverarbeitung in Kosmetika nicht ordentlich gereinigt und aufbereitet wird, bleiben solche Verunreinigungen im Öl bzw. im Wachs. (bp)