Zahnpasta

Fluorid und Zink – gefähr­lich?

Fluorid gilt in der Zahnmedizin als unver­zicht­bar. Steckt es in ausreichender Menge in der Zahnpasta, beugt es ­Karies vor und härtet den Zahn­schmelz. Neben dem regel­mäßigen Putzen trägt Fluorid wesentlich zum Zahnerhalt bei. Im Internet wird über den Wirk­stoff kontrovers diskutiert. Die Experten der Stiftung Warentest klären die wichtigsten Fragen – auch zum Einsatz von Zink in Zahnpasta.

Zahnpasta Testergebnisse für 115 Zahnpasten

Inhalt

Ist Fluorid giftig?

Nein, nicht in den Mengen, die wir üblicher­weise aufnehmen. Wie bei allen Stoffen ist auch hier die Dosis entscheidend. Fälsch­licher­weise werden die Begriffe Fluor und Fluorid oft synonym verwendet. Fluor ist ein giftiges Gas, Fluoride sind die Salze des Fluors. Sie kommen über­all in der Natur vor. Auch der menschliche Körper enthält Fluorid, vor allem in Knochen und Zähnen.

Besteht die Gefahr einer Über­dosierung?

Nein, die tägliche Fluorid­aufnahme in Deutsch­land ist gering. Die geschätzte Aufnahme eines Erwachsenen liegt hier­zulande zwischen 0,4 und 1,5 Milligramm Fluorid am Tag. Damit wird der Richt­wert der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung im Durch­schnitt nicht erreicht. Er liegt bei etwa 3,5 Milligramm. Eine völlig fluoridfreie Ernährung ist nicht möglich. Es steckt zum Beispiel in schwarzem Tee und in Fisch, als Spuren­element auch in Mineralwässern. Fluorid wird nur durch Verschlu­cken vom Körper aufgenommen. Ein Risiko durch fluoridierte Zahnpasten besteht bei sachgemäßem Gebrauch nicht, weil der Mund nach dem Putzen ausgespült wird. Selbst bei versehentlichem Verschlu­cken liegt die Menge inner­halb der Richt­werte.

Ist Fluorid krebs­er­regend?

Nein, nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand gibt es dafür keine Hinweise. Auch in Ländern mit fluoridiertem Trink­wasser konnte kein Zusammen­hang zwischen einem höheren Krebs­risiko und der Aufnahme von Fluorid fest­gestellt werden.

Dürfen Schwangere fluoridhaltige Zahnpasta verwenden?

Ja. Lokal angewandte, fluoridhaltige Produkte wie Zahnpasta werden wieder ausgespuckt. Deshalb spielen sie für die Gesamt­aufnahme von Fluorid so gut wie keine Rolle. Das US-amerikanische National Health Institute hat gemein­sam mit verschiedenen Gesund­heits- und Umwelt­behörden sowie Universitäten an schwangeren Frauen in Mexiko unter anderem untersucht, welchen Einfluss die Fluorid­aufnahme auf ihre noch ungeborenen Kinder hat. Das Ergebnis: Offen­bar kann eine deutlich erhöhte Aufnahme in der Schwangerschaft die Intelligenz des Kindes lang­fristig mindern. Für Deutsch­land liefert das Studien­ergebnis aber keinen Grund zur Sorge. Die Gegebenheiten in Mexiko unterscheiden sich stark von unseren: Die Menschen in Mexiko nehmen deutlich größere Mengen Fluorid aus verschiedenen Quellen auf. Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass hier­zulande ein Zusammen­hang zwischen der systemischen Fluorid­aufnahme bei Schwangeren und dem Intelligenzquotienten der Kinder besteht.

Zink in Zahnpasta – wann sinn­voll?

In Pasten für Erwachsene hält die Stiftung Warentest Zink in handels­üblicher Konzentration für sinn­voll. Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass das Spuren­element gegen Bakterien wirkt und damit vor Plaque, Zahn­stein, Zahn­fleisch­entzündungen und Mund­geruch schützt. Ein Über­maß an Zink könnte lang­fristig aber negative Effekte haben, etwa das Immun­system schwächen, zu Blut­armut und nervenbe­dingten Bewegungs­störungen führen.

Zink in Zahnpasta – nicht für Kinder und Jugend­liche

Bei Kindern und Jugend­lichen ist die Gefahr für ein Zuviel an Zink höher, ihr Bedarf wird in der Regel bereits über die Nahrung gedeckt. Deshalb erwarten wir auf zinkhaltigen Pasten einen Hinweis, dass Minderjäh­rige sie nicht verwenden sollten. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung teilt diese Auffassung.

Angaben zu Zink in den Zahnpasta-Tests der Stiftung Warentest

Seit September 2016 prüfen wir Zahnpasten auch auf ihren Zink­gehalt und die entsprechende Kenn­zeichnung der Tuben. Auch alle noch im Handel erhältlichen zinkhaltigen Universalz­ahnpasten aus früheren Tests haben wir der Voll­ständig­keit halber in dieser Hinsicht noch einmal über­prüft und die Daten im Produktfinder entsprechend aktualisiert.

Tipp: Grund­sätzlich können Kinder etwa ab dem Schul­alter eine Erwachsenen-Zahn­creme nutzen, sofern sie kein Zink enthält. Der Vorteil: Universalz­ahnpasten kosten oft weniger als Junior-Zahn­cremes. In den Zahnpasta-Tests der Stiftung Warentest können Sie gezielt nach zink­freien und zinkhaltigen Pasten suchen.

Zahnpasta Testergebnisse für 115 Zahnpasten

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schuppe12 am 21.02.2022 um 10:31 Uhr
Fluorid

Guten Tag allerseits,
seit einigen Jahren führen mir Zahnpasten mit Fluorid ganz fiese Aphten im Mundraum zu, da hilft auch nicht noch so gutes Ausspülen. Ich habe die verschiedensten Pasten versucht, es hilft nichts, nur Pasten ohne Fluorid lassen meine Mundschleimhaut in Ruhe. Daher kann ich mit Ihren Tests nicht viel anfangen, die Pasten ohne Fluorid können ja wohl andere gute/schlechte Eigenschaften haben, als nur wegen Fluoridfehlens schlecht zu sein. Übrigens bin ich da nicht allein, mittlerweile habe ich mit vielen solcher Betroffenen darüber gesprochen.
MfG

testerei am 24.10.2021 um 15:57 Uhr
Zahnpasta ohne Flourid

Guten Tag,
könnten Sie bitte auch mal einen Test mit Zahnpasta ohne Fluorid durchführen?
Ich habe zwar verstanden, dass Sie Fluorid als zentralen Bestandteil sehen.
Allerdings habe ich von einem Bekannten Folgendes gehört:
Fluorid wirkt gegen alle Bakterien im Mund und damit auch gegen die erwünschten.
Wenn die gewünschten Bakterien erhalten blieben (indem eine Zahnpasta ohne Fluorid o.ä. verwendet würde), wäre die Bakterien-Flora im Mund deutlich ausbalancierter, die "guten" Bakterien würden die "schlechten" in Schach halten und daher gäbe es auch kein erhöhtes Karies-Risiko.
Entsprechend wurde mir auch gesagt, dass Leute, die Fluorid-Zahnpasta verwenden, durchaus Karies bekommen. Hier wäre interessant, ob es hierzu Studien gibt, und insbesondere, ob es Vergleichsstudien zwischen Zahnpasta mit und ohne Fluorid gibt.
MfG

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.08.2021 um 10:08 Uhr
Elmex

@peterw27: Elmex Kariesschutz Professional wurde 12/17, Elmex Sensitiv 4/17 und Elmex Kariesschutz 3/13 (Nachprüfung 3/15) untersucht. Die Testergebnisse können Sie in der Online-Testtabelle nachlesen. Geben Sie in der Produktsuche den Begriff "Elmex" ein. (bp)

peterw24 am 08.08.2021 um 15:42 Uhr
Elmex-Zahnpasta beim Test vergessen ?

Laut einer Auswertung von Statista hatte Elmex 2020 einen Marktanteil von 9,1%. Warum tauchen keine Zahnpasten bei Ihren Tests auf ?

Glandulae am 06.08.2021 um 10:59 Uhr
Titandioxid in Zahnpasta

Ich stimme r0byn zu.
Frankreich hat Titandioxid bereits zum 01.01.2020 in Lebensmitteln verboten!
Der Weißmacher steckt in Sonnencreme, Tabletten, Farben, Lacken, Kunststoffen, Gummi, Papier. Aber auch in Mozzarella, Marshmallows, Fondant, Zuckerperlen (zum Verzieren von Kuchen), Kaugummi oder unnötigerweise eben auch in Zahnpasta. Titandioxid kann über den Verdauungstrakt, die Haut und die Atemwege aufgenommen werden. Unglaublich, dass die Industrie nicht einmal in Kinderzahnpasten auf diesen Stoff verzichtet. So ein Produkt verdient ein Testergebnis mit mangelhaft ab dem Augenblick, ab dem ein Inhaltsstoff auch nur im Verdacht steht, gesundheitsgefährdend zu sein und zudem dem eigentlichen Zweck, in diesem Fall der Zahnpflege, überhaupt nicht dienlich ist.