Zahnpasta

So testet die Stiftung Warentest

Zahnpasta Testergebnisse für 115 Zahnpasten

Inhalt

Die Stiftung Warentest bewertet Zahnpasten in folgenden Kategorien: Karies­prophylaxe durch Fluorid, Entfernung von Verfärbungen, Verpackung sowie Deklaration und Werbeaussagen. In früheren Tests haben wir zudem die mikrobiologische Qualität der Pasten geprüft. Da die Ergeb­nisse in diesem Prüf­punkt nie zu bean­standen waren, haben wir uns dazu entschieden, diese Prüfung mit der Veröffent­lichung test 9/2016 zu streichen.

Die Noten in den genannten Disziplinen werden Gruppen­urteile genannt. Aus den Gruppen­urteilen ergibt sich das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie die Stiftung Warentest untersucht und bewertet.

Zahnpasten im Test

Die Produkte werden anonym im Handel einge­kauft. Weder kostenlose Muster noch Prototypen gelangen in den Test.

Preise

Der Produktfinder zeigt Laden­preise an. Die Preise ermittelt die Stiftung Warentest. Die jeweilige letzte Aktualisierung des Preises wird für jedes Produkt ange­zeigt.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Stern­chen (*) gekenn­zeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei Zahnpasten folgende Abwertungen an:

Karies­prophylaxe durch Fluorid: Ist der Prüf­punkt Karies­prophylaxe durch Fluorid mangelhaft, kann das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein.

Deklaration und Werbeaussagen: Ist der Prüf­punkt Deklaration und Werbeaussagen ausreichend, wird das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet. Lautet dieses Urteil mangelhaft, wird das test-Qualitäts­urteil um eine ganze Note abge­wertet. Seit Veröffent­lichung test 9/2016 gilt: Ist der Prüf­punkt Deklaration und Werbeaussagen ausreichend oder mangelhaft, wird das test-Qualitäts­urteil um eine ganze Note abge­wertet.

Entfernung von Verfärbungen: Nur bei Zahnpasten mit Weiß­macher-Auslobung: Ist das Urteil Entfernung von Verfärbungen gut oder schlechter, kann das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein.

Karies­prophylaxe durch Fluorid 50%

Die Beur­teilung erfolgt durch einen Experten aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkennt­nisse nach Auswertung von wissenschaftlicher Literatur und Empfehlungen von Fachgesell­schaften. Ist Fluorid in ausreichender Menge in Zahnpasten enthalten, beugt es Karies vor und fördert die Härtung des Zahn­schmelzes.

Seit der Veröffent­lichung test 10/2020 gibt es ein K.-o.-Kriterium: Hat ein Produkt keinen Fluorid-Zusatz angegeben, prüfen wir dies im Labor nach. Enthält die Paste tatsäch­lich kein Fluorid, bewerten wir die Karies­prophylaxe mit Mangelhaft und führen keine weiteren Prüfungen durch.

Zahnpasta Testergebnisse für 115 Zahnpasten

Entfernen von Verfärbungen 30 % (vor Veröffent­lichung test 10/2019: 25 %)

Das Entfernen von Verfärbungen wird in Anlehnung an die Methode von Stookey G.K. et al. (In-vitro Removal of Stain with Dentifrices, J. Dent. Res. 61 (1982): 1236–1239) geprüft. Die entsprechende Mess­größe heißt PCR (Pellicle Cleaning Ratio) und beschreibt, wie eine Zahnpasta gefärbte Auflagerungen entfernt. Bei diesem Test­verfahren werden Schmelz­proben von einer Größe von etwa 5 mal 5 Milli­metern aus Rinder-Schneidezähnen verwendet. Sie haben eine dem menschlichen Zahn vergleich­bare Struktur. Die Proben werden geglättet und poliert, einer Färbelösung ausgesetzt und dann unter genau definierten Bestimmungen geputzt. Die Reinigungs­wirkung einer Zahnpasta hängt dabei meist mit der Höhe des Abriebs am Dentin zusammen.

Mikrobiologische Qualität 5% (Prüf­punkt ist seit Veröffent­lichung test 9/2016 entfallen)

Die Gesamt­keimzahl in den Zahnpasten wird in Anlehnung an Kapitel 2.6.12 der aktuellen, gültigen Fassung des Europäischen Arznei­buchs bestimmt. Da die Ergeb­nisse in diesem Prüf­punkt in früheren Tests nie einen Grund zur Bean­standung geboten haben, entfällt die Über­prüfung der mikrobiologischen Qualität ab test 9/2016.

Verpackung 5%

Die Entleerbar­keit der Tuben wird ermittelt und es wird geprüft, ob eine Originalitäts­sicherung vorhanden ist.

Deklaration und Werbeaussagen 15% (zuvor seit Veröffent­lichung test 9/2016: 20%)

Ein Experte prüft die Deklaration gemäß den Vorschriften der Kosmetik­ver­ordnung. Drei Experten prüfen die Lesbarkeit und die Werbeaussagen. Zusätzlich wird geprüft, ob passend zu den Werbeaussagen über die normale zahn­pflegende Wirkung der Zahnpasta hinaus spezielle Wirk­stoffe in der Liste der Inhalts­stoffe (INCI) gekenn­zeichnet sind, für die eine unterstützende Wirkung wissenschaftlich belegt ist.

Weitere Unter­suchungen

Abrieb am Dentin: Ab der Veröffent­lichung test 10/2019 erfolgt die Bestimmung des Abriebs am Dentin (RDA) durch Profilometrie an Dentin­proben aus Rinderzähnen; in Anlehnung an die Methode zur Bestimmung der relativen Abrasivität der DIN EN ISO 11609:2017. Die entsprechende Mess­größe heißt RDA-PE (Relative Dentin Abrasion-Profilometry Equivalent). Bei diesem Test­verfahren werden Dentin­proben von Rinderzähnen unter genau definierten Bestimmungen geputzt. Anschließend wird das Dentin berührungs­los durch ein optisches 3D Oberflächen­mess­gerät vermessen. So wird geprüft, wie viel Dentin durch die Zahnpasta abge­tragen wird.

Bis zur Veröffent­lichung test 10/2019 erfolgte die Bestimmung des Abriebs am Dentin (Zahn­bein) in Anlehnung an Hefferren, J.J., A Laboratory Method for Assess­ment of Dentifrice Abrasivity. J. Dent. Res, 55 (1976): 563–573. Die entsprechende Mess­größe heißt RDA (Radio­active Dentin Abrasion).

PH-Wert: Der pH-Wert wird in Anlehnung an DIN EN ISO 11609:2008 beziehungs­weise an DGF-Methode bestimmt.

Fluorid: Den Fluorid­gehalt bestimmen wir in Anlehnung in Anlehnung an DIN 3 EN ISO 19448:2018, bei matrixbe­dingten Problemen in Anlehnung an die ASU-Methode K84.06.01–2(EG) 1984–05, den Gehalt an Mono­fluorphosphaten bestimmen wir mit einer ionenselektiven Elektrode angelehnt an DIN 38 405, Teil 4.

Zink: Ab Veröffent­lichung test 9/2016 bestimmen wir den Zink­gehalt in Anlehnung an die ASU-Methode L00.00–19/1–6 per ICP-MS.

Weiß­auslobung: Ab Veröffent­lichung test 1/2019 führen wir eine zusätzliche Unter­suchung durch, wenn bei Zahnpasten spezielle „Weiß­macher-Effekte“ ausgelobt sind. Um diese zu über­prüfen, verwenden wir Proben aus Rinderzähnen, die menschlichen Zähnen vergleich­bar sind. Sie werden geglättet, poliert und definiert einge­färbt. Dann putzen wir sie stan­dardisiert mit einer Maschine – unterschiedlich lang, jeweils passend zur Werbeaussage. Davor und danach bestimmen wir die Helligkeit der Proben mit einem Mess­gerät. Aus der Differenz der Werte berechnen wir den „Weiß­macher-Effekt“.

Zahnpasta Testergebnisse für 115 Zahnpasten

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326 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

schuppe12 am 21.02.2022 um 10:31 Uhr
Fluorid

Guten Tag allerseits,
seit einigen Jahren führen mir Zahnpasten mit Fluorid ganz fiese Aphten im Mundraum zu, da hilft auch nicht noch so gutes Ausspülen. Ich habe die verschiedensten Pasten versucht, es hilft nichts, nur Pasten ohne Fluorid lassen meine Mundschleimhaut in Ruhe. Daher kann ich mit Ihren Tests nicht viel anfangen, die Pasten ohne Fluorid können ja wohl andere gute/schlechte Eigenschaften haben, als nur wegen Fluoridfehlens schlecht zu sein. Übrigens bin ich da nicht allein, mittlerweile habe ich mit vielen solcher Betroffenen darüber gesprochen.
MfG

testerei am 24.10.2021 um 15:57 Uhr
Zahnpasta ohne Flourid

Guten Tag,
könnten Sie bitte auch mal einen Test mit Zahnpasta ohne Fluorid durchführen?
Ich habe zwar verstanden, dass Sie Fluorid als zentralen Bestandteil sehen.
Allerdings habe ich von einem Bekannten Folgendes gehört:
Fluorid wirkt gegen alle Bakterien im Mund und damit auch gegen die erwünschten.
Wenn die gewünschten Bakterien erhalten blieben (indem eine Zahnpasta ohne Fluorid o.ä. verwendet würde), wäre die Bakterien-Flora im Mund deutlich ausbalancierter, die "guten" Bakterien würden die "schlechten" in Schach halten und daher gäbe es auch kein erhöhtes Karies-Risiko.
Entsprechend wurde mir auch gesagt, dass Leute, die Fluorid-Zahnpasta verwenden, durchaus Karies bekommen. Hier wäre interessant, ob es hierzu Studien gibt, und insbesondere, ob es Vergleichsstudien zwischen Zahnpasta mit und ohne Fluorid gibt.
MfG

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.08.2021 um 10:08 Uhr
Elmex

@peterw27: Elmex Kariesschutz Professional wurde 12/17, Elmex Sensitiv 4/17 und Elmex Kariesschutz 3/13 (Nachprüfung 3/15) untersucht. Die Testergebnisse können Sie in der Online-Testtabelle nachlesen. Geben Sie in der Produktsuche den Begriff "Elmex" ein. (bp)

peterw24 am 08.08.2021 um 15:42 Uhr
Elmex-Zahnpasta beim Test vergessen ?

Laut einer Auswertung von Statista hatte Elmex 2020 einen Marktanteil von 9,1%. Warum tauchen keine Zahnpasten bei Ihren Tests auf ?

Glandulae am 06.08.2021 um 10:59 Uhr
Titandioxid in Zahnpasta

Ich stimme r0byn zu.
Frankreich hat Titandioxid bereits zum 01.01.2020 in Lebensmitteln verboten!
Der Weißmacher steckt in Sonnencreme, Tabletten, Farben, Lacken, Kunststoffen, Gummi, Papier. Aber auch in Mozzarella, Marshmallows, Fondant, Zuckerperlen (zum Verzieren von Kuchen), Kaugummi oder unnötigerweise eben auch in Zahnpasta. Titandioxid kann über den Verdauungstrakt, die Haut und die Atemwege aufgenommen werden. Unglaublich, dass die Industrie nicht einmal in Kinderzahnpasten auf diesen Stoff verzichtet. So ein Produkt verdient ein Testergebnis mit mangelhaft ab dem Augenblick, ab dem ein Inhaltsstoff auch nur im Verdacht steht, gesundheitsgefährdend zu sein und zudem dem eigentlichen Zweck, in diesem Fall der Zahnpflege, überhaupt nicht dienlich ist.