Zahnpasta für weiße Zähne Test

Sie entfernen Beläge gut oder sogar sehr gut und sind für gesunde Zähne auch nicht zu aggressiv. Bei geschädigten Zähnen heißt es aber: Vorsicht, damit die Probleme nicht noch zunehmen.

„Zahnweißgel für strahlend weiße Zähne“, verspricht Sensident Brill­antweiß von Müller, „weißere Zähne mit schimmerndem Glanz“, schwärmt Odol med 3 White & Shine, „hellt die Zähne auf“, preist Colgate Max White sich an. Die Werbung für Zahnpasten verspricht viel. Oft zu viel. Und nicht nur, wenn es um die Farbe der Zähne geht. Die Werbe­texter nehmen den Mund auch dann oft zu voll, wenn sie die Wirkungen gegen Bösewichter wie Plaque, Gingivitis oder Parodontitis bejubeln.

Das zeigt unser Test von 21 sogenannten Weiß­macher-Zahnpasten, die sich zur täglichen Anwendung anbieten. Neben normalen, klassischen Zahnpasten sind sie zurzeit besonders gefragt. Umge­rechnet auf die Vergleichs­menge von 100 Milliliter liegen die Preise zwischen 44 Cent für die Zahn­cremes von Aldi, Lidl, Müller und 23,60 Euro für die Rembrandt-Zahnpasta. Diese Zahn­creme bietet keinen Vorteil gegen­über der preis­werteren Konkurrenz.

Nicht weißer als von Natur aus

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Egal ob billig oder teuer: Mit verfärbten Belägen werden alle diese Zahnpasten fertig. Entgegen manchen Befürchtungen sind sie dabei nicht zu aggressiv für gesunden Zahn­schmelz. Wunder darf der Nutzer aber nicht erwarten: Auch wenn die Marketing­profis diese Zahnpasten mit Bezeichnungen wie „Brill­antweiß“ oder „Extra White“ schmü­cken – von Natur aus gelb­liche Zähne können die Pasten nicht weißer machen. Im besten Fall wird die ursprüng­liche Naturfarbe wieder etwas aufgefrischt.

Nicht wie beim Hollywood-Star

Das blendende Weiß, mit dem uns manche Hollywood-Stars entgegen­strahlen, wird für die meisten ein Traum bleiben. Verfärbungen können die getesteten Weiß­macher-Zahnpasten hingegen mindestens gut, wenn nicht sogar sehr gut entfernen. Die meist bräunlich-schwarzen Beläge werden vor allem durch Pigmente aus Nahrungs- und Genuss­mitteln verursacht. So greifen Tee- und Rotweintrinker zu den Zahn­cremes, um dunkle Zahnbeläge zu entfernen. Raucher wollen gegen die Nikotin­verfärbungen ihrer Zähne angehen. Dabei hat nicht jeder Teetrinker fleckige Zähne und nicht jedem Raucher sieht man den Ziga­retten­konsum an den Zähnen an. Viele individuelle Faktoren spielen bei der Entstehung von Zahn­verfärbungen eine Rolle, zum Beispiel Speichel­zusammenset­zung, Ernährung und Mund­hygiene.

Zähne können sich auch durch innere Prozesse verfärben, zum Beispiel mit dem Älterwerden. Aber auch Verletzungen können dafür verantwort­lich sein, dass sich die Zahnfarbe verändert. Gegen diese Verfärbungen sind Zahnpasten macht­los. Hier kann nur noch der Zahn­arzt helfen, manchmal zum Beispiel mit speziellen, hoch­dosierten Bleich­mitteln.

Putzkörper sind die Saubermacher

Zahnpasta für weiße Zähne Test

Über­trieben: Nicht nur beim Weiß verspricht die Werbung gern zu viel. Auch bei Wirkungen auf Zahn­schmelz, Parodontitis oder Zahnbelag über­treibt sie häufig.

Zahnbelag, die Plaque, lässt sich notfalls auch ohne Zahnpasta, allein mit Wasser und Bürste entfernen. Gegen hartnä­ckige Verfärbungen ist damit aber nichts auszurichten. Die reinigende Wirkung verdanken die Zahnpasten nicht etwa Bleich­mitteln, sondern vor allem den einge­setzten Putzkörpern, in der Fach­sprache Abrasiv­stoffe genannt. Die sollen die Verfärbungen abschmirgeln, ohne Zähne und Zahn­fleisch zu schädigen. Studien weisen darauf hin, dass ernst­hafte Zahn­schäden nur selten auf eine abrasive Zahnpasta zurück­zuführen sind. Weit häufiger ist eine falsche, zu kraft­volle Putz­technik Schuld, wenn es zu Defekten am Zahn kommt.

Gesundem Zahn­schmelz können die Putzkörper nichts anhaben. Schließ­lich ist er die härteste Substanz im menschlichen Körper. Wir bestimmten den Abrieb (Abrasivität) aber für das empfindlichere Zahn­bein (Dentin). Normaler­weise ist dieser Bereich unter­halb des Zahn­fleisch­saums vor Kontakt mit Zahnpasta geschützt. Wenn sich aber mit zunehmendem Alter oder als Folge von Putz­schäden oder einer Zahnbett­entzündung (Parodontitis) das Zahn­fleisch zurück­zieht und die Zahnhälse freiliegen, sind das Dentin beziehungs­weise das noch weichere Wurzelzement den schmirgelnden Putzkörpern schutz­los ausgeliefert. Dann heißt es Vorsicht bei der Wahl der richtigen Zahnpasta.

Auf den Abrieb achten

Wer Defekte am Zahnhals hat, sollte eine Zahnpasta wählen, die einen nied­rigen Abrieb aufweist. Im Test waren das Perl­weiss Professional und Vitadent. Bei Menschen mit kerngesunden Zähnen spricht nichts gegen einen hohen Abrieb (im Test: Dentalux Seiden­weiss Plus Complex 3 von Lidl, Odol-med 3 White & Shine, Signal Weiss-Extra). Wer es etwas sanfter mag: Etliche reinigten schon mit mitt­lerem Abrieb sehr gut – blend-a-med 3 D white, blend-a-med Pro Expert Zahn­schmelz­schild, Odol-med 3 Extra White, Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahn­weiss und Theramed Perfect Anti-Verfärbungs­zahn­creme.

Fluoride sind wichtigster Wirk­stoff

Fast jede Zahn­creme enthält heut­zutage Fluoride. Sie sind nachgewiesenermaßen die bedeutendsten Wirk­stoffe in Zahnpasten, beugen Karies vor und können sogar beginnende Schwach­stellen im Schmelz „reparieren“. Eine wichtige Rolle spielen dabei vor allem Konzentration und Art des Fluorids sowie der pH-Wert. Danach haben wir auch die Zahnpasten im Test bewertet.

Zwei beugen Karies nicht gut vor

Fast alle beugen der Karies durch Fluorid gut oder sehr gut vor. Nur die teuerste Zahn­creme im Test, Rembrandt Plus Premium Whitening, und Perl­weiss Professional Dental Repair & White sind nicht besser als befriedigend. Rembrandt enthält Natrium­monofluorp­hosphat, das nicht so wirk­sam ist wie Natrium­fluorid. Perl­weiss enthält vergleichs­weise wenig Fluorid.

Minus­punkte für Über­treibungen

Saubere Zähne werden nicht krank – das weiß mitt­lerweile jedes Kind. Wer sich gründlich die Zähne putzt, kann davon ausgehen, dass alle Zahnpasten vorbeugend nicht nur gegen Karies, sondern auch gegen Zahn­fleisch­entzündungen (Gingivitis), Zahn­stein und auch gegen Parodontitis wirken. Doch viele Anbieter tun in ihrer Werbung so, als enthielten ihre Produkte Spezialstoffe gegen alle möglichen Probleme rund um Zähne und Mund­höhle. Das stimmt aber oft nicht.

Tipp: In der Tabelle können Sie nach­sehen, welche Zahnpasta welche besondere Wirkung bietet. Die Tester bescheinigten sie nur, wenn die Wirk­samkeit der einge­setzten Substanzen eindeutig belegt ist. Über­triebene Versprechen führten zu Minus­punkten in der Deklaration.

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