Interview: Die zweite Meinung

Zahn­ersatz Special

Steht eine teure Versorgung mit Zahn­ersatz an, ist eine Zweitmeinung sinn­voll. Dr. med. Horst Freigang ist Leiter des Referats Schlichtung der Kassenzahn­ärzt­lichen Vereinigung Berlin.

Wie können Sie Patienten helfen?

Patienten kommen in unsere Patientenberatungs­stelle, wenn sie unsicher sind, ob die von ihrem Zahn­arzt empfohlene Versorgung mit Zahn­ersatz oder Füllungen notwendig ist, und sie wissen wollen, welche Alternativen es gibt. Wir beraten zur Behand­lung und zur vom Zahn­arzt gestellten Rechnung.

Wie läuft ein Termin bei Ihnen ab?

Der Patient verabredet telefo­nisch einen Termin. Er kommt in die Patientenberatungs­stelle und spricht dort mit einer Zahn­ärztin oder einem Zahn­arzt. Das kann den Heil- und Kostenplan, die Röntgen­unterlagen oder die Rechnung betreffen. Zur Klärung kann auch eine zahnmedizi­nische Unter­suchung dienen. Der Zahn­arzt gibt dann eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen.

Was heißt das?

Je nach Anliegen geben wir dem Ratsuchenden eine Empfehlung, an wen er sich wenden kann, wir „lotsen“ ihn im manchmal schwer durch­schaubaren Gesund­heits­wesen. Geht es um juristische Fragen, die wir nicht klären können, verweisen wir den Patienten an die Verbraucherzentrale.

Wie lange wird nachgebessert?

Es gibt eine zweijäh­rige Gewähr für Füllungen und Zahn­ersatz. In der Zeit muss der Zahn­arzt nachbessern. Gibt es Probleme, kann die Krankenkasse ein Gutachten veranlassen, das klärt, ob ein Behand­lungs­fehler vorliegt.

Was ist, wenn die Rechnung nicht stimmt?

In der Regel ist das gut zu lösen. Oft handelt es sich um Miss­verständ­nisse, die wir im Gespräch klären. Anhand der mitgebrachten Unterlagen gehen wir mit dem Patienten durch, welche Maßnahmen erfolgt sind. Es kommt vor, dass der Patient der Behand­lung mit seiner Unter­schrift zuge­stimmt und es durch den Stress beim Zahn­arzt­besuch vergessen hat. Bei Fehlern in der Rechnung empfehlen wir, sich an die Landes­zahn­ärztekammer zu wenden.

Was kostet Ihre zweite Meinung?

Die Beratung ist kostenfrei, unabhängig davon, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist. Auch erhalten die Patienten bei uns eine neutrale Zweitmeinung. Die in der Patientenberatungs­stelle tätigen Zahn­ärzte sind Experten aus dem Gutachterwesen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 92 Nutzer finden das hilfreich.