Kosten für Zahn­ersatz

In sieben Schritten zum richtigen Zahn­ersatz

Kosten für Zahn­ersatz - So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf
© Getty Images / George Tsartsianidis
Inhalt

Schritt 1: Kritisch nach­fragen

Wenn der Zahn­arzt Ihnen zum Zahn­ersatz rät, fragen Sie nach: Warum genau diese Lösung? Geht sie über die Regel­versorgung hinaus – und warum? Welche Materialien sollen zum Einsatz kommen? Wie lange wird der Zahn­ersatz voraus­sicht­lich halten? Ist eine güns­tigere Alternative möglich? Eventuell kommt sogar eine Nicht­behand­lung infrage – besprechen Sie das mit dem Zahn­arzt.

Schritt 2: Heil- und Kostenplan verstehen

Der Zahn­arzt erstellt nun einen Heil- und Kostenplan: ein Formular, oft mit Zusatz­unterlagen. Er sollte zu Ihrer Absprache mit dem Arzt passen. Fragen Sie ihn, ob noch Kosten hinzukommen können – etwa für Knochen­aufbau oder Krone bei Implantaten. Auch als Extra möglich: Funk­tions­diagnostik. Sie ist bei Behand­lung einzelner Zähne oft unnötig.

Schritt 3: Zweiten Zahn­arzt fragen

Gehen Sie im Zweifel zu einem zweiten Zahn­arzt – wenn möglich mit Heil- und Kostenplan, Zusatz­unterlagen, Röntgen­aufnahmen vom ersten Arzt. Zweitmeinungen sind für Kassenpatienten kostenlos. Weitere mögliche Ratgeber: etwa Ihre Krankenkasse, die Verbraucherzentralen, die Unabhängige Patientenberatung. Auch kassenzahn­ärzt­lichen Vereinigungen bieten eine kostenlose Zahnarzt-Zweitmeinung.

Schritt 4: Bewusst entscheiden

Wenn Sie alle Informationen einge­holt haben, treffen Sie bewusst Ihre Entscheidung. Wichtige Punkte: die medizi­nischen Angaben – vor allem zu Nutzen und Risiken –, Ihre ästhetischen Anforderungen und natürlich, was Sie ausgeben möchten. Beachten Sie, dass Zahn­ersatz oft irgend­wann erneuert werden muss. Er hält laut Studien meist mindestens zehn Jahre.

Schritt 5: Kasse prüfen lassen

Haben Sie Ihre Wahl getroffen, reichen Sie den Heil- und Kostenplan bei Ihrer Krankenkasse ein – für den erhöhten Fest­zuschuss mit Bonus­heft. Wer wenig verdient, sollte bei der Kasse nach­fragen, ob und wie er mehr erstattet bekommt. Lassen Sie sich erst behandeln, wenn der bewil­ligte Antrag zurück­geschickt ist. Die Zusage gilt ein halbes Jahr. Nach dem Eingriff erhalten Patienten vom Arzt eine genaue Rechnung, oft schon abzüglich Fest­zuschuss.

Schritt 6: Erfahrenen Behandler wählen

Ein Zahn­arzt Ihres Vertrauens sollte den Zahn­ersatz eingliedern. Besonders viel Geschick erfordern Implantate. Spezialisiert dafür sind oft Oral- oder Kieferchirurgen und Zahn­ärzte mit Zusatz­ausbildung wie „Master of Implantology“. Gehört Ihr Zahn­arzt nicht zu dieser Gruppe, fragen Sie ihn nach einer Empfehlung.

Schritt 7: Zahn­ersatz in Schuss halten

Fragen Sie den Arzt, wie Sie Ihren Zahn­ersatz reinigen. Enorm wichtig: gute Mund­hygiene, alle sechs Monate zur Vorsorge. So halten Kronen und Co länger. Materialschäden in den ersten zwei Jahren muss der verantwort­liche Zahn­arzt kostenlos nachbessern. Bei Streitfällen hilft ein Mängel­gut­achten – Infos etwa bei den Krankenkassen oder den Patientenberatungsstellen der Zahnärztekammern.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 06.12.2021 um 12:51 Uhr
Kostenbeispiel für Zahnersatz

@QuaPso: Welche Kosten für ein Implantat im konkreten Fall anfallen, hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vom Schweregrad der Behandlung. Für den gleichen Befund bezahlen Sie nachdem, von welchem Zahnarzt Sie sich behandeln lassen, ganz unterschiedliche Preise. deswegen macht es immer Sinn, sich eine Zweitmeinung einzuholen, wenn man Kosten sparen möchte.

Für unsere Untersuchung zu den Tarifen der Zahnzusatzversicherungen haben wir einen Modellfall entwickelt. Wir sind bei diesem für die Implantatversorgung von einem Rechnungsbetrag von 4213 Euro ausgegangen.
Dieser Betrag setzt sich so zusammen:
• 1358 Euro für einen Knochenaufbau (ausschließlich Zahnarzthonorar),
• 884 Euro für implantologische Leistungen,
• 917 Euro für Materialkosten und
• 1054 Euro für den Zahnersatz auf dem Implantat, die sogenannte Suprakonstruktion (davon sind wiederum die Hälfte Material- und Laborkosten). Das Zahnarzthonorar wurde zu 50 Prozent mit dem 3,5-fachen GOZ-Gebührensatz berechnet, zu 50 Prozent mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

Der Modellfall stellt zwar nicht dar, was auf einen konkret an Kosten zukommt, aber er erleichtert die Auswahl einer Zahnzusatzversicherung, da wir davon ausgehen, dass unser Modellfall repräsentativ für eine Vielzahl von Fällen ist.

QuaPso am 22.11.2021 um 16:58 Uhr
Kosten für Zahnersatz

Ich nahm an, dass ich dem obigen Artikel entnehmen kann, wieviel ein "normales" Implantat kosten kann/darf; mit "normal" meine ich eins ohne besondere Schwierigkeiten. Dann, was - grob geschätzt - für einen Knochenaufbau dazu treten kann/darf, hier auch wieder ausgehend vom Normalfall. Klar, dass Komplikationen oder Besonderheiten immer die Kosten steigern können. Die "Normalkosten", quasi Grundkosten, kann ich aber dem Artikel nicht entnehmen. Schade.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.09.2021 um 10:00 Uhr
Material bei Zahnersatz wieder verwenden

@zachewlf: Ihr Frage können wir leider nicht beantworten, weil wir kein medizinisches Wissen zum Thema Zahntechnik und Zahnmedizin haben. Möglicherweise kann Ihnen Ihre Krankenkasse hier weiter helfen.

zachewlf am 12.09.2021 um 14:09 Uhr
Material bei Zahnersatz wieder verwenden

Bei mir muss eine Brücke von 2004 ersetzt werden, und es entstehen wieder Material- und Laborkosten in Höhe von ca. 500 €. Lt. Zahnarzt darf das Material von der alten Brücke nicht gleich wieder verwendet werden. Warum ist das nicht möglich?

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.08.2021 um 16:45 Uhr
Eigenanteil

@1948: Die Höhe des geschätzten Anteils (an den geschätzten Kosten) entnehmen Sie dem Heil- und Kostenplan, den Sie von der Zahnpraxis erhalten. Im Heil- und Kostenplan errechnen Sie Ihren Eigenanteil, indem Sie von den genannten Gesamtkosten den Festzuschuss der Krankenkasse abziehen.