Egal ob Implantat, Krone oder Brücke: Selbst bei der reinen Kassen­versorgung mit Zahn­ersatz müssen Versicherte einen Teil der Kosten selbst bezahlen. Nur in wenigen Ausnahme­fällen über­nimmt die Krankenkasse die komplette Versorgung. Umso wichtiger ist es, die verschiedenen Behand­lungs­möglich­keiten zu kennen und über Kosten gut informiert zu sein. Wir sagen, worauf es ankommt – und wie Sie möglichst wenig draufzahlen. Wenn Sie eine Zahn­zusatz­versicherung suchen – unser individueller Vergleich Zahnzusatzversicherung findet für Sie das beste Angebot.

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SpecialKosten für Zahn­ersatz23.09.2020
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Welche Kosten kommen auf mich zu?

Am Anfang steht der Heil- und Kostenplan. Er zeigt gesetzlich Kranken­versicherten, wie teuer eine Zahn­ersatz­behand­lung wie Brücke oder Krone wird, wie viel die Krankenkasse zuschießt und wie hoch ihr Eigen­anteil ist – was sie also selbst zahlen sollen. Für viele Patienten ist er aber ein Buch mit sieben Siegeln. Sie über­blicken nicht, welche Kosten insgesamt auf sie zukommen und was sie nach Beteiligung der Krankenkasse davon selbst tragen müssen.“

Ab Oktober mehr Geld von der Kasse

Gesetzlich Versicherte erhalten ab 1. Oktober 2020 höhere Zuschüsse für Kronen, Brücken und anderen Zahn­ersatz. Versicherte, die sich die jähr­lichen Zahn­arzt­besuche im Bonus­heft eintragen lassen, erhalten auch jetzt schon höhere Zuschüsse zu den Kosten der Regel­versorgung. Die Regel­versorgung ist je nach Befund eine medizi­nisch angemessene Behand­lung ohne besondere Extras.

In Zukunft zahlt die Krankenkasse

  • ohne Bonus 60 Prozent,
  • mit fünf Stempeln im Bonus­heft 70 Prozent,
  • mit zehn Stempeln 75 Prozent der Regel­versorgung.

Für Versicherte aller Bonus­stufen bedeutet das zum Beispiel 100 Euro mehr, wenn sie einen Zahn­ersatz für 1 000 Euro bekommen. In der höchsten Bonus­stufe über­nimmt die Kasse dann 750 Euro.

Tipp: Die neue Regelung gilt ab dem 1. Oktober 2020. Maßgeblich ist das Datum, an dem der Zahn­arzt den Heil- und Kostenplan erstellt. Ist die Behand­lung nicht dringend, warten Sie bis zum 1. Oktober 2020, um die höheren Zuschüsse zu erhalten.

Den Heil- und Kostenplan kennen und verstehen

Pflicht bei Zahn­ersatz. Ein Heil- und Kostenplan ist bei gesetzlich Kranken­versicherten vorgeschrieben, wenn Zahn­ersatz her muss. Der Zahn­arzt trägt in das Dokument den Behand­lungs­plan ein und auch die voraus­sicht­lichen Kosten. Wenn Sie unser Special frei­schalten, erfahren Sie, was sich hinter den einzelnen Feldern und Abkür­zungen auf dem Deck­blatt des Plans versteckt.

Gründlich prüfen. Es lohnt sich, den Heil- und Kostenplan gründlich zu prüfen und ihn mit dem Zahn­arzt auf Augen­höhe besprechen zu können. Wir erklären, wie sich der Plan zusammensetzt und wie Versicherte die Kosten im Griff haben – ohne eine Billigbe­hand­lung zu bekommen. Wer außerdem seinen Eigen­anteil senken möchte, kann sich eine passende Zahnzusatzversicherung aus unserem Test aussuchen.

Wissen ist bares Geld. Wer informiert ist, kann sparen. Ein Beispiel: Der Zahn­arzt eines Teilnehmers einer test.de-Umfrage wollte diesem eine voll­keramische Brücke für 2 300 Euro einsetzen. „Ich musste ihn belehren, dass ich Kassenpatient ohne Zusatz­versicherung bin und die Kassen­leistung wünsche.“ Am Ende hat die gewünschte Zahn­ersatz­behand­lung nur halb so viel gekostet – trotz teurerer Legierung.

Das bietet unser Special Zahn­ersatz

Orientierung. Heil- und Kostenplan, Regel­versorgung, GOZ: Die Gesund­heits­experten der Stiftung Warentest geben Nach­hilfe in Zahn­arzt-Latein und erklären, worauf Sie als Patient achten müssen, wenn bei Ihnen eine Zahn­ersatz-Behand­lung ansteht – und wie Sie in sieben Schritten zum richtigen Zahn­ersatz kommen.

Spartipps. Wir sagen, wie Sie mithilfe von Bonus­heft, Zweitmeinungs­modell und speziellen Krankenkassen-Deals Geld sparen können und erklären, unter welchen Voraus­setzungen Sie von der Härtefall­regelung profitieren können.

Behand­lungs­plan prüfen. Vor der Unter­schrift auf dem Heil- und Kostenplan kann es ratsam sein, Alternativen abzu­klopfen und weitere Angebote einzuholen. Das verhindert eventuell unnötige und teurere Behand­lungen, die zulasten des Patienten gehen.

Zur Aufklärung verpflichtet

Mit ihrer Unter­schrift bestätigen Versicherte, dass sie mit der Behand­lung einverstanden sind und über die voraus­sicht­lichen Kosten vom Zahn­arzt aufgeklärt wurden. So die Theorie. Viele unter­schreiben aber einfach, ohne genau zu wissen, was auf sie zukommt. Auch Teilnehmer unserer Umfrage hatten Verständ­nisprobleme. Ein Nutzer ging davon aus, dass er für eine Zahn­ersatz­behand­lung mit Implantat und Krone nur 700 Euro zuzahlen muss – am Ende waren es aber mit 1 500 Euro mehr als doppelt so viel.

Wichtig: Keiner sollte sich vorschnell zu einer Unter­schrift oder gar einem Behand­lungs­beginn vom Zahn­arzt über­reden lassen. Patienten sollten sich vielmehr erklären lassen, warum bei ihnen die geplante Versorgung aus medizi­nischer Sicht notwendig ist und welche Alternativen es gibt.

Abschi­cken. Der Patient schickt den unter­schriebenen Heil- und Kostenplan zur Krankenkasse. Drei Wochen Zeit. Die Kasse prüft Behand­lung und Kosten und setzt den entsprechenden Fest­zuschuss fest.

Zweite Meinung vom Experten

Macht der Zahn­arzt nicht mit, haben Versicherte die Möglich­keit, sich bei einem unabhängigen Zahn­arzt eine zweite Meinung einzuholen .Erst wenn man sich ganz sicher ist, sollte man den Heil- und Kostenplan unter­schreiben. Hat die Kasse ihn schließ­lich genehmigt, kann die Behand­lung losgehen – aber auch erst dann. Wer vorher anfängt, muss damit rechnen, dass die Krankenkasse ihren Anteil nicht zahlt. Eile ist meist nicht nötig. Nach Genehmigung durch die Kasse haben Versicherte sechs Monate Zeit, um auf dem Zahn­arzt­stuhl Platz zu nehmen und die Behand­lung abzu­schließen. Oft sind auch Verlängerungen möglich.

Tatsäch­liche Kosten können vom Plan abweichen

Nach erfolg­reicher Behand­lung erhalten Patienten die endgültige Rechnung. Da die Beträge im Heil- und Kostenplan Schätz­werte sind, kommt es immer wieder zu Abweichungen, wenn der Zahn­arzt die tatsäch­lichen Kosten präsentiert. Das kann verunsichern, wenn Patienten nicht nach­voll­ziehen können, woher die Steigerungen kommen. Erfreulich: In unserer Umfrage gab es bei mehr als 80 Prozent der Teilnehmer keine größeren Abweichungen zwischen geschätzten und abge­rechneten Zahn­arzt­kosten.

Zusatz­versicherung oft sinn­voll

Die Teilnehmer zahlten im Schnitt für Zahn­ersatz in den vergangenen fünf Jahren 1 740 Euro aus der eigenen Tasche dazu. Mehr als die Hälfte bezahlte die Summe aus laufenden Einkünften. Knapp ein Drittel hatte finanzielle Reserven, um die Zahn­arzt­rechnung zu begleichen. Fast genauso viele Leser hatten eine Zahn­zusatz­versicherung, die für einen Teil der Rechnung einsprang. Der Zusatz­schutz kann sich lohnen. Der individuelle Vergleich Zahnzusatzversicherung der Stiftung Warentest findet für Sie das beste Angebot.

Ratgeber der Stiftung Warentest

Wo erhalte ich eine güns­tige Zahnbe­hand­lung? Lohnt sich eine Zahn­zusatz­versicherung? Was kostet das alles? Unser Buch Gesunde Zähne ein Leben lang (19,90 Euro/E-Book: 14,99 Euro) schafft Klarheit! Auf 176 Seiten stellen wir alle gängigen Zahnbe­hand­lungen vor, informieren über Zahn­zusatz­versicherungen und zeigen, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie eine bestimmte Leistung in Anspruch nehmen. Check­listen helfen Ihnen zu klären, wann eine Zahnbe­hand­lung nötig ist und wann nicht.

Dieses Special ist erst­mals am 26. Juni 2014 auf test.de erschienen. Es wurde seitdem mehr­mals aktualisiert, zuletzt am 23. September 2020.

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