Kosten für Zahn­ersatz So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf

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Kosten für Zahn­ersatz - So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf
Beratung. Die Zahn­ärztin erklärt, welche Kosten für Zahn­ersatz auf die Patientin zukommen. © Getty Images

Krone, Brücke, Implantat: Es ist wichtig, sich über die Kosten für Zahn­ersatz gut zu informieren. Wir sagen, worauf es ankommt – und wie Sie möglichst wenig draufzahlen.

Kosten für Zahn­ersatz So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf

Welche Kosten für Zahn­ersatz kommen auf mich zu?

Selbst bei der reinen Kassen­versorgung mit Zahn­ersatz müssen Versicherte einen Teil der Kosten selbst bezahlen. Nur in wenigen Ausnahme­fällen über­nimmt die Krankenkasse die komplette Versorgung. Am Anfang jeder Behand­lung steht der Heil- und Kostenplan. Er zeigt gesetzlich Kranken­versicherten, wie teuer eine Zahn­ersatz­behand­lung wie Brücke oder Krone wird, wie viel die Krankenkasse zuschießt und wie hoch ihr Eigen­anteil ist – was sie also selbst zahlen sollen.

Für viele Patienten ist er aber ein Buch mit sieben Siegeln. Sie über­blicken nicht, welche Kosten insgesamt auf sie zukommen und was sie nach Beteiligung der Krankenkasse davon selbst tragen müssen.

Warum sich unser Ratgeber Zahn­ersatz für Sie lohnt

Gut vorbereitet in die Zahn­arzt­praxis

Heil- und Kostenplan, Regel­versorgung, GOZ: Die Gesund­heits­expertinnen der Stiftung Warentest geben Nach­hilfe in Zahn­arzt-Latein und erklären, worauf Sie achten müssen, wenn bei Ihnen eine Zahn­ersatz-Behand­lung ansteht – und wie Sie in sieben Schritten zum richtigen Zahn­ersatz kommen.

Welche Kosten auf Sie zukommen

Welcher Zahn­ersatz bei Ihnen geplant ist, was die Kasse davon bezahlt und welche Kosten Sie selbst tragen müssen, erfahren Sie aus dem Heil- und Kostenplan. Unser Ratgeber zeigt, wie dieser Plan zu verstehen ist, welchen Anteil der Kosten die Kasse über­nimmt und welche Rechte Sie als Patientin oder Patient bei einer geplanten Zahn­ersatz-Behand­lung haben.

Geld sparen beim Zahn­ersatz

Wir sagen, wie Sie mithilfe von Bonus­heft, Zweitmeinungs­modell und speziellen Krankenkassen-Deals Geld sparen können und erklären, unter welchen Voraus­setzungen Sie von der Härtefall­regelung profitieren können.

Kosten für Zahn­ersatz So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf

Den Heil- und Kostenplan kennen und verstehen

Kosten für Zahn­ersatz - So zahlen Sie beim Zahn­arzt nicht drauf
© LOX FOTO / Ralf-Henning Lox

Pflicht bei Zahn­ersatz. Ein Heil- und Kostenplan ist bei gesetzlich Kranken­versicherten vorgeschrieben, wenn Zahn­ersatz her muss. Der Zahn­arzt trägt in das elektronische Dokument den Behand­lungs­plan ein und auch die voraus­sicht­lichen Kosten. Patientinnen und Patienten erhalten eine vereinfachte „Patienten­information zum Zahn­ersatz“.

Gründlich prüfen. Es lohnt sich, den Heil- und Kostenplan gründlich zu prüfen, um ihn mit dem Zahn­arzt auf Augen­höhe besprechen zu können. Wir erklären, wie Versicherte die Kosten im Griff haben – ohne eine Billigbe­hand­lung zu bekommen. Wer außerdem seinen Eigen­anteil senken möchte, kann sich eine passende Zahnzusatzversicherung aus unserem Test aussuchen.

Wissen ist bares Geld. Wer informiert ist, kann sparen. Ein Beispiel: Der Zahn­arzt eines Teilnehmers einer test.de-Umfrage wollte diesem eine voll­keramische Brücke für 2 300 Euro einsetzen. „Ich musste ihn belehren, dass ich Kassenpatient ohne Zusatz­versicherung bin und die Kassen­leistung wünsche.“ Am Ende hat die gewünschte Zahn­ersatz­behand­lung nur halb so viel gekostet.

Zur Aufklärung verpflichtet

Mit ihrer Unter­schrift bestätigen Versicherte, dass sie mit der Behand­lung einverstanden sind und über die voraus­sicht­lichen Kosten vom Zahn­arzt aufgeklärt wurden. So die Theorie. Viele unter­schreiben aber einfach, ohne genau zu wissen, was auf sie zukommt.

Wichtig: Keiner sollte sich vorschnell zu einer Unter­schrift oder gar einem Behand­lungs­beginn von der Zahn­ärztin oder dem Zahn­arzt über­reden lassen. Patienten sollten sich vielmehr erklären lassen, warum bei ihnen die geplante Versorgung aus medizi­nischer Sicht notwendig ist und welche Alternativen es gibt.

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© Fotolia

Zweite Meinung vom Experten

Versicherte haben außerdem die Möglich­keit, in einer anderen Zahn­arzt­praxis eine zweite Meinung einzuholen. Zusätzlich zu der „Patienten­information zum Zahn­ersatz“ sollten Patientinnen und Patienten sich dafür auch den elektronischen Antrag ausdrucken lassen, den die Zahn­arzt­praxis an die Krankenkasse vers­endet hat. Wer das Thema Zweitmeinung nicht offen ansprechen möchte, kann als Begründung angeben, dass er dies für die Zahn­zusatz­versicherung benötigt.

Erst wenn man sich ganz sicher ist, sollte man den Heil- und Kostenplan unter­schreiben. Hat die Kasse ihn schließ­lich genehmigt, kann die Behand­lung losgehen – aber auch erst dann. Wer vorher anfängt, muss damit rechnen, dass die Krankenkasse ihren Anteil nicht zahlt. Eile ist meist nicht nötig. Nach Genehmigung durch die Kasse haben Versicherte sechs Monate Zeit, um auf dem Zahn­arzt­stuhl Platz zu nehmen und die Behand­lung abzu­schließen. Oft sind auch Verlängerungen möglich.

Tatsäch­liche Kosten können vom Plan abweichen

Nach erfolg­reicher Behand­lung erhalten Patienten die endgültige Rechnung. Da die Beträge im Heil- und Kostenplan Schätz­werte sind, kommt es immer wieder zu Abweichungen, wenn der Zahn­arzt die tatsäch­lichen Kosten präsentiert. Das kann verunsichern, wenn Patienten nicht nach­voll­ziehen können, woher die Steigerungen kommen. Erfreulich: In unserer Umfrage gab es bei mehr als 80 Prozent der Teilnehmer keine größeren Abweichungen zwischen geschätzten und abge­rechneten Zahn­arzt­kosten.

Ratgeber der Stiftung Warentest

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Wo erhalte ich eine güns­tige Zahnbe­hand­lung? Lohnt sich eine Zahn­zusatz­versicherung? Was kostet das alles? Unser Buch Gesunde Zähne ein Leben lang (19,90 Euro/E-Book: 14,99 Euro) schafft Klarheit! Auf 176 Seiten stellen wir alle gängigen Zahnbe­hand­lungen vor, informieren über Zahn­zusatz­versicherungen und zeigen, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie eine bestimmte Leistung in Anspruch nehmen. Check­listen helfen Ihnen zu klären, wann eine Zahnbe­hand­lung nötig ist und wann nicht.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 06.12.2021 um 12:51 Uhr
Kostenbeispiel für Zahnersatz

@QuaPso: Welche Kosten für ein Implantat im konkreten Fall anfallen, hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vom Schweregrad der Behandlung. Für den gleichen Befund bezahlen Sie nachdem, von welchem Zahnarzt Sie sich behandeln lassen, ganz unterschiedliche Preise. deswegen macht es immer Sinn, sich eine Zweitmeinung einzuholen, wenn man Kosten sparen möchte.

Für unsere Untersuchung zu den Tarifen der Zahnzusatzversicherungen haben wir einen Modellfall entwickelt. Wir sind bei diesem für die Implantatversorgung von einem Rechnungsbetrag von 4213 Euro ausgegangen.
Dieser Betrag setzt sich so zusammen:
• 1358 Euro für einen Knochenaufbau (ausschließlich Zahnarzthonorar),
• 884 Euro für implantologische Leistungen,
• 917 Euro für Materialkosten und
• 1054 Euro für den Zahnersatz auf dem Implantat, die sogenannte Suprakonstruktion (davon sind wiederum die Hälfte Material- und Laborkosten). Das Zahnarzthonorar wurde zu 50 Prozent mit dem 3,5-fachen GOZ-Gebührensatz berechnet, zu 50 Prozent mit dem 2,3-fachen GOZ-Satz.

Der Modellfall stellt zwar nicht dar, was auf einen konkret an Kosten zukommt, aber er erleichtert die Auswahl einer Zahnzusatzversicherung, da wir davon ausgehen, dass unser Modellfall repräsentativ für eine Vielzahl von Fällen ist.

QuaPso am 22.11.2021 um 16:58 Uhr
Kosten für Zahnersatz

Ich nahm an, dass ich dem obigen Artikel entnehmen kann, wieviel ein "normales" Implantat kosten kann/darf; mit "normal" meine ich eins ohne besondere Schwierigkeiten. Dann, was - grob geschätzt - für einen Knochenaufbau dazu treten kann/darf, hier auch wieder ausgehend vom Normalfall. Klar, dass Komplikationen oder Besonderheiten immer die Kosten steigern können. Die "Normalkosten", quasi Grundkosten, kann ich aber dem Artikel nicht entnehmen. Schade.

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.09.2021 um 10:00 Uhr
Material bei Zahnersatz wieder verwenden

@zachewlf: Ihr Frage können wir leider nicht beantworten, weil wir kein medizinisches Wissen zum Thema Zahntechnik und Zahnmedizin haben. Möglicherweise kann Ihnen Ihre Krankenkasse hier weiter helfen.

zachewlf am 12.09.2021 um 14:09 Uhr
Material bei Zahnersatz wieder verwenden

Bei mir muss eine Brücke von 2004 ersetzt werden, und es entstehen wieder Material- und Laborkosten in Höhe von ca. 500 €. Lt. Zahnarzt darf das Material von der alten Brücke nicht gleich wieder verwendet werden. Warum ist das nicht möglich?

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.08.2021 um 16:45 Uhr
Eigenanteil

@1948: Die Höhe des geschätzten Anteils (an den geschätzten Kosten) entnehmen Sie dem Heil- und Kostenplan, den Sie von der Zahnpraxis erhalten. Im Heil- und Kostenplan errechnen Sie Ihren Eigenanteil, indem Sie von den genannten Gesamtkosten den Festzuschuss der Krankenkasse abziehen.