Geht Zahn­ersatz immer wieder kaputt und muss mehr­mals ausgetauscht werden, können Patienten bei erwiesenem Ärzt­epfusch ihren Eigen­anteil vom Zahn­arzt zurück­fordern und sogar Schmerzens­geld verlangen.

Das Ober­landes­gericht Koblenz gab einer Patientin recht, die drei Jahre lang Ärger mit einer keramik­verblendeten Zahn­brücke hatte. Zwei Mal tauschte der Zahn­arzt den mangelhaften Zahn­ersatz aus. Danach lockerte die Brücke sich erneut und die Keramik brach.

Obwohl die Krankenkasse die Frau zu einem weiteren Nachbesserungs­versuch drängte, wechselte sie den Zahn­arzt und verlangte ihren Eigen­anteil von rund 1 250 Euro für die miss­glückte Brücke zurück. Die Richter billigten ihr zusätzlich 500 Euro Schmerzens­geld zu. Die Frau hatte 4 000 Euro gefordert, da jede Behand­lung ein „Gewalt­akt“ gewesen sei (Az. 5 U 542/13).

Tipp: Die Stiftung Warentest hat die Qualität von Zahn­ersatz-Behand­lungen kürzlich untersucht. Zahnersatz im Test: Was wirklich zählt, test 7/2014.

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