Zahnbürsten mit Batteriebetrieb Test

Vorwärts, rückwärts und im Kreis: Egal, wie Batteriezahnbürsten sich beim Putzen bewegen, nur wenige sind so gründlich wie eine Handzahnbürste.

Sind Sie ein „trendorientierter Impulskäufer mit geringerer Ausgabenbereitschaft“? Für manchen Anbieter gehören Sie dann genau zu der Zielgruppe, die er mit batteriebetriebenen elektrischen Zahnbürsten erreichen will. Traditionelle Hersteller von Elektrozahnbürsten betrachten die Batteriegeräte vor allem als Einsteigermodelle, mit denen sie die Benutzer von Handzahnbürsten an die elektrische Zahnreinigung heranführen wollen. Und das Geschäft boomt. Es gibt viele Interessenten für die motorisierten Putzhilfen. Sie sind oft nicht viel teurer als eine Handzahnbürste und deutlich preiswerter als manche akkubetriebene Zahnbürste. Direkt neben der Kasse im Drogeriemarkt werden Batteriebürsten manchmal auch besonders billig als Aktionsware angeboten.

Die Elektrobürsten arbeiten mit „oszillierenden“ Bewegungen. Einfacher gesagt: Die runden Bürstenköpfe schwingen hin und her. Bei Dr. Best Brillant kommt noch eine Vor- und Rückwärtsbewegung dazu. Einige Hersteller kombinieren Rundkopf- und Längskopfbürste. Doch von diesen ausgeklügelten Details sollte man sich nicht verwirren lassen. Welche Bürstenbewegung und -form auch immer: Im Endeffekt kommt es auf die Gesamtkons­truktion der Zahnbürste und den persönlichen Putzeifer an.

Nicht besser als die Handzahnbürste

Zahnbürsten mit Batteriebetrieb Test

Wir haben 14 elektrische Zahnbürsten mit Batteriebetrieb untersucht, darunter auch zwei, die als Aktionsware angeboten wurden (Lidl/Nevadent und AFK RZBE-1). „Gute“ test-Qualitätsurteile konnten wir nur an vier vergeben: Dr. Best Brillant, Dr. Best Duo Clean System, Lidl/Nevadent und Wik Oral Control Plack Attack. Allerdings putzte keine besser als die Handzahnbürste, die wir zum Vergleich mitprüften.

Der Vorteil der motorisierten Zahnbürste liegt vor allem in der bequemen Anwendung. Sie wird einfach entsprechend der Bedienungsanleitung an den Zahnreihen entlanggeführt. Und die von Zahnärzten empfohlene „Rütteltechnik“, die viele als kompliziert empfinden, kann man getrost vergessen. Das erledigt die elektrische Zahnbürste automatisch.

Zwei Tage ohne Zähneputzen

Zur Eingewöhnung erprobten unsere Testpersonen jede elektrische Zahnbürste zwölf Tage lang zu Hause. Dann mussten sie 48 Stunden auf jede Mundhygiene verzichten und sich anschließend in der Zahnklinik vorstellen. Dort wurde die Stärke des Zahnbelags (Plaque)
ermittelt. Unter Aufsicht von Zahnmedizinern durften die Probanden dann endlich wieder ihre Zähne putzen – zwei Minuten lang. Im Anschluss daran ermittelten die Mediziner die verbliebene Plaquemenge.

Eine „gute“ Plaqueentfernung zeigten dabei Dr. Best Brillant, Dr. Best Duo Clean System, Lidl/Nevadent, Wik Oral Control Plack Attack, Colgate Motion – und die mitgeprüfte Handzahnbürste. Die Testkonkurrenten folgten meist mit „befriedigenden“ Ergebnissen, nur AFK RZBE-1 blieb mit „ausreichender“ Putzkraft auf der Strecke. Alle Bürsten gingen aber schonend mit dem Zahnfleisch um. Die Borstenenden waren gut abgerundet, sodass sie die empfindlichen Schleimhäute nicht verletzten.

Die Qualität einer Zahnbürste beweist sich am ehesten in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand. Denn gerade dort ist es schwierig, gründlich und gleichzeitig schonend zu reinigen. Auch die Testbürsten stießen da an ihre Grenzen. So kommen auch Besitzer von Elektrobürsten nicht ohne weitere Hilfsmittel aus, wenn ihnen die Gesundheit ihrer Zähne wichtig ist.

Die Zahnbürste gut handhaben zu können, ist von großer Bedeutung für das Putzergebnis. Sie muss gut in der Hand liegen, sich unkompliziert ein- und ausschalten lassen und auch die hinteren Partien der Zähne problemlos erreichen. Hier gab es kaum Beanstandungen. Allein bei der AFK-Bürste störten das scheppernde Betriebsgeräusch und die Vibration des Geräts.

Die vergleichsweise billigen batteriebetriebenen Zahnbürsten halten natürlich nicht ewig. Doch unsere Dauerprüfung, mit der wir einen anderthalbjährigen Gebrauch durch eine vierköpfige Familie simulierten, überstanden fast alle problemlos. Nur Blend-a-dent Spinbrush ging vorzeitig in die Knie.

Die Zahnbürsten, bei denen der Bürstenkopf nicht auszuwechseln ist (Colgate Motion und AFK), haben wir in der Dauerprüfung nicht über die ganze Prüfzeit mitlaufen lassen. Schließlich landen die kompletten Geräte im Regelfall spätestens nach drei Monaten im Müll – dann, wenn die Borsten abgenutzt sind. So lange machen die Geräte erwiesenermaßen auch nicht schlapp. Wegen der unnötigen Abfallbelastung lehnen wir diese Zahnbürsten jedoch grundsätzlich ab. Wer sich beim Einkaufen nur ansatzweise Gedanken um die Umwelt macht, wird auf solche Wegwerfartikel verzichten.

Extrakosten

Genau wie bei der Handzahnbürste gilt auch bei der elektrischen: Alle zwei bis drei Monate müssen die Bürstenköpfe ausgetauscht werden. Denn alte, abgenutzte „Schrubber“ reinigen nicht nur schlechter, sie können auch das Zahnfleisch verletzen. Doch die Ersatzbürsten sind zum Teil recht teuer, bis zu zirka 4,50 Euro pro Stück. Diese Kosten sind auch bei der Anschaffung der motorisierten Putzhilfen einzukalkulieren. Genauso wie die Kosten für Ersatzbatterien.

Die unterschiedlichen Batteriearten, die zum Einsatz kommen, sind der Tabelle zu entnehmen. Genauso die Betriebszeiten, die die einzelnen Geräte pro Batteriesatz durchhalten. Mit 980 Minuten erwies sich die Wik-Bürste eindeutig als die ausdauerndste.

Batteriebürsten haben nicht zwangsläufig eine schwächere Putzleistung als teurere akkubetriebene Zahnbürsten. Die sind zwar oft reichhaltiger ausgestattet, zum Beispiel mit Andruckkontrolle oder Putzzeitanzeige, manchmal sind auch die Motoren stärker. Das muss sich jedoch nicht immer auf das Putzergebnis auswirken. Denn im Endeffekt ist es nicht nur die Bürste, sondern auch die persönliche Sorgfalt, die über Erfolg oder Misserfolg beim Putzen entscheidet.

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