Zähne putzen Meldung

Streichelzart zum Zahnfleisch mit der Weichen oder knallhart zum Zahnbelag mit der Harten? test sagt, welche Bürstentypen am besten reinigen und für wen sie sich eignen.

Harte Borsten putzen den Bakterienbelag auf den Zähnen deutlich besser weg als mittelharte oder weiche. Das ergab eine aktuelle Studie der Universität Witten/Herdecke, die gewöhnliche Handzahnbürsten eines bekannten Herstellers einem Härtetest unterzog. Die Zahnbürsten hatten gleich lange und parallel angeordnete Borsten, deren Härtegrad genormt ist. Deshalb lässt sich das Ergebnis auch auf andere Zahnbürsten übertragen.

Bisher galten mittelharte und weiche Zahnbürsten als optimale Putzwerkzeuge, weil sie das Zahnfleisch schonen. Dementsprechend häufig haben Zahnärzte sie empfohlen. „Dabei wurde nie die Frage gestellt, ob die weichen Bürsten genauso gut putzen“, erklärt Studienleiter Stefan Zimmer. Jetzt zeigte sich, dass die Reinigung mit weichen Borsten nicht die beste ist. Es gibt nur ein Dilemma: Harte Zahnbürsten eignen sich nicht für jedermann.

Harte Borsten: Beste Reinigung

Bei den Teilnehmern der Studie ging der bakterielle Zahnbelag (Plaque) mit den harten Bürsten innerhalb von acht Wochen Zähneputzen um 14 Prozent zurück – das beste Reinigungsergebnis. Allerdings beherrschten sie auch die richtige Putztechnik. „Viele schrubben horizontal vor und zurück statt von Rot nach Weiß, zudem wird oft viel zu viel Kraft angewandt“, sagt Zimmer. So kann es zu Verletzungen kommen.

Tipp: Bei gesundem Zahnfleisch und richtiger Technik – vertikal vom Zahnfleisch zum Zahn – können Sie mit einer harten Bürste das beste Putzergebnis erzielen.

Mittelharte Borsten: Der Kompromiss

Ein Kompromiss sind mittelharte Bürsten. Sie sind nicht so grob zum Zahnfleisch wie harte. Allerdings ist auch ihre Reinigungsleistung etwas schwächer. Im Test minderte sich der Zahnbelag um gut 8 Prozent.

Tipp: Eine mittelharte Zahnbürste ist die richtige Wahl für diejenigen, die einen guten Kompromiss suchen. Sie reinigt noch recht gründlich und schont das Zahnfleisch.

Weiche Borsten: Mehr putzen

Weiche Zahnbürsten gehen mit empfindlichem Zahnfleisch besonders behutsam um. Gleichzeitig reinigen sie aber auch am schlechtesten. Bei dem Test der Uni Witten/Herdecke wurde der Zahnbelag um weniger als 2 Prozent reduziert. Gründliches Putzen ist hier deshalb doppelt wichtig.

Tipp: Bei empfindlichem Zahnfleisch oder freiliegenden Zahnhälsen können harte Bürsten eher schaden. Wählen Sie dann lieber eine weiche und gleichen Sie die schwächere Putzleistung durch Gründlichkeit aus.

Elektrische Zahnbürsten: Nicht besser

Mit einer elektrischen Zahnbürste ist beim Zähneputzen kaum noch Muskelkraft im Spiel. Nicht die Hand, sondern ein Motor leistet die Putzbewegung. Elektrobürsten mit runden Bürstenköpfen führen rotierende Bewegungen mit einer Frequenz bis zu 73 Hertz aus, das sind also 73 Schwingungen pro Sekunde. Schallaktive Zahnbürsten bringen es auf bis zu 350 Hertz. Aber auch bei den Schallzahnbürsten mit meist länglichem Bürstenkopf reinigt nicht der Schall, sondern die schnelle Bewegung.

Funktionen wie Putzzeitanzeigen oder Warnungen bei zu festem Druck bieten nur elektrische Zahnbürsten. Allerdings sind sie teurer, kosten zwischen 15 und über 100 Euro. Die Ausgabe lohnt sich nur bedingt: In unserem Test brachten die elektrischen kein besseres Putzergebnis als eine akkurat benutzte Handzahnbürste, die zum Vergleich mitgetestet wurde.

Tipp: Der Griff zur Elektrischen lohnt sich am ehesten für Zahnputzmuffel, die es einfach bequemer haben wollen.

Das sollten Sie noch beachten

Ob hart oder weich, einige Regeln gelten beim Zähneputzen immer.

Tipps: Warten Sie nach säurehaltigen Speisen und Getränken etwas mit dem Zähneputzen. Die Säure kann den Zahnschmelz angreifen. Benutzen Sie für das Reinigen der Zahnzwischenräume zusätzlich Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Und beim Zähneputzen nicht zu sehr in Gedanken schweifen, sondern konzentrieren: Immer von Rot nach Weiß und nicht zu fest.

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