Einige Youtuber wollen ihre Identität geheim halten. Das Ober­landes­gericht Frank­furt hat jetzt entschieden, dass der Mutter­konzern Google bei Urheber­rechts­verletzungen ihre Mail-Adressen heraus­rücken muss – IP-Adressen und Telefon­nummern aber nicht.

Film­verwerter klagt gegen Youtube

Drei Youtuber mit Fantasie­namen hatten auf ihrem Kanal zwei Filme gezeigt, die jeweils mehrere tausend Mal abge­rufen wurden. Damit hatten sie die Rechte des Urhebers des Films verletzt. Der deutsche Verwerter der Filme wollte dagegen vorgehen, hatte aber ohne Namen und Anschriften der Youtuber keine Hand­habe. Deshalb klagte das Unternehmen gegen Youtube sowie den Mutter­konzern Google auf Auskunft und forderte die Heraus­gabe von Informationen über die Youtuber.

Youtube weiß nicht alles über seine Nutzer

Doch Klar­namen und Post­anschriften seiner Nutzer sind auch Youtube nicht bekannt. Aus diesem Grund wies das Land­gericht Frank­furt am Main noch 2016 die erste Klage des Film­verwerters ab. Dagegen legte dieser Berufung ein und war jetzt vor dem Ober­landes­gericht Frank­furt zum Teil erfolg­reich.

Google muss Mail-Adressen raus­geben

Das Frank­furter Gericht verpflichtete Youtube und Google, bei künftigen Urheber­rechts­verstößen die Mail-Adressen der User bekannt zu geben (Az. 11 U 71/16). Klar­namen, Telefon­nummern und IP-Adressen müssen nach dem Urteil des OLG noch immer nicht mitgeteilt werden. IP-Adressen sind Zahlen­kombinationen, mit denen internet­fähige Geräte identifiziert werden können.

Verwerter gehen leer aus, wenn ihre Filme auf Youtube laufen

Hintergrund der juristischen Auseinander­setzung: Film­verwerter kaufen die Nutzungs­rechte von Filmen und nehmen Geld ein, wenn Filme im Kino oder im Fernsehen laufen. DVD- und Blu-ray-Verkäufe sind weitere Einnahme­quellen. Wird ein Film indes illegal bei Youtube veröffent­licht, dann gehen die offiziellen Film­verwerter leer aus.

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