Xavex SICAV Dynamic Bond Schnelltest

SICAV Dynamic Bond

Angebot: Bislang beschränkten sich die Anlagemöglichkeiten am Rentenmarkt auf den Kauf von Anleihen oder Rentenfonds, die Anleger über Fondsgesellschaften, Banken und Direktbroker kaufen konnten. Nun hat die Luxemburger Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, Xavex, den ersten börsengehandelten Rentenfonds auf den Markt gebracht, den Xavex SICAV Dynamic Bond (WKN 541 613 als thesaurierende und WKN 541 614 als ausschüttende Variante). Er ist laut Prospekt ein Fonds, der es dem Anleger ermöglichen soll, „konstante Erträge bei gleichzeitiger Risikoreduzierung“ zu erzielen.

Der Index investiert zu 60 Prozent in Staatsanleihen aus dem Euroland, zu 13 Prozent in Pfandbriefe, zu 22 Prozent in Unternehmensanleihen und zu 5 Prozent in Anleihen von Schwellenländern (Stand 22. Februar 2002).

Die Erträge des Fonds sollen steueroptimiert sein. Wie viel das dem Anleger bringt, kann erst die weitere Entwicklung des Fonds zeigen.

Vorteil: Der neue Rentenfonds streut seine Investition sehr breit. Mit dem Kauf eines Anteils investiert der Anleger immerhin in 450 verschiedene Papiere. Herkömmliche Rentenfonds dagegen investieren normalerweise in gut 70 Papiere.

Nachteil: Die Laufzeit des Fonds ist begrenzt. Er schließt am 1. November 2007. Für Anleger, die ihr Geld darüber hinaus anlegen wollen, entstehen erneut Kaufkosten.

Für einen passiv gemanagten Rentenfonds hat der Xavex SICAV Dynamic Bond zudem mit 0,85 Prozent vergleichsweise hohe interne Kosten. Sie schmälern jedes Jahr das Fondsvermögen.

Die Zusammensetzung des Fonds orientiert sich an einem hauseigenen Index der Deutschen Bank, dem Dynamic Bond Portfolio Index. Sie ist damit für den Anleger vergleichsweise intransparent. Die Wertentwicklung des Indexes betrug seit 1999 durchschnittlich 4,3 Prozent pro Jahr. Hätte es den Fonds in dieser Zeit schon gegeben, hätte er abzüglich der internen Kosten von 0,85 Prozent eine Wertentwicklung von 3,5 Prozent besessen. Der Xavex SICAV Dynamic Bond Fonds erwirtschaftet seine Rendite allerdings unter höheren Risiken als herkömmliche Rentenfonds, weil er einen Index abbildet, der zu 22 Prozent in Unternehmensanleihen und zu 5 Prozent in Staatsanleihen von Schwellenländern investiert.

Fazit: Die Nachteile des neuen Rentenfonds überwiegen. Dass der Fonds zu Realtime-Kursen an der Börse gehandelt wird, ist für den Anleger kaum ein Plus, weil es bei dieser Anlage nicht um kurzfristiges Kaufen oder Verkaufen geht.

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