Wut auf Amazon Meldung

Ärger um Amazon: Kaum ein Surfer hat es geschafft, gestern eins der spektakulär günstigen „Cyber Monday“-Schnäppchen beim Online-Händler zu ergattern. Offenbar war die Stückzahl angesichts der groß angelegten Werbeaktion viel zu gering. Die Netzgemeinde tobt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) prüft, ob er Amazon abmahnt.

Sofort ausverkauft

Das war ein echter Knaller: Die Playstation 3 für 177 Euro. Zahllose Surfer versuchten, das Angebot zu ergattern. Doch fast alle gingen leer aus. Schon in der Sekunde nach Erscheinen des Angebots gabs die Playstation nur noch für den regulären Amazon-Preis von fast 300 Euro. Gerüchten im Netz zufolge verkaufte Amazon ganze 40 Geräte zum Aktionspreis. Der Verdacht liegt nahe: Das und die meisten anderen Cyber-Monday-Schnäppchen waren Lockvogelangebote.

Unlauterer Wettbewerb

Ziel solcher Aktionen: Sie locken zahlreiche Interessenten an. Amazon präsentiert ihnen weitere Angebote und das Sortiment insgesamt. Außerdem zeichnet das Unternehmen bei jedem Besuch reichlich Daten auf, um Surfer automatisch mit an ihren persönlichen Interessen orientierten Angeboten ködern zu können. „Solche Lockvogelangebote sind unlauterer Wettbewerb und damit verboten“, erklärt Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Sie und ihre Kollegen prüfen, ob sie Amazon abmahnen und womöglich verklagen.

Schimpf und Schande

Klagen können allerdings nur zugelassene Verbraucherschutzverbände und Konkurrenten von Amazon. Enttäuschten Kunden des Online-Händlers bleibt nur der Ärger über die verschwendete Zeit. Ihnen fehlt eine rechtliche Handhabe gegen Amazon. Dem Ärger machen sie jetzt auf ihre Weise Luft: In Foren und sozialen Netzwerken häufen sich böse Kommentare. Besonders peinlich für Amazon: Ausgerechnet auf der Facebook-Fanseite des Unternehmens hagelt es Kritik. Weit über 1 000 Kommentare kamen innerhalb von wenigen Stunden zusammen.

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