Wundpflaster Test

Als der Hamburger Apotheker Carl Paul Beiersdorf Ende des 19. Jahrhunderts mit pharmazeutischen Präparaten experimentierte, kam ihm die Idee zur Herstellung von selbstklebenden Pflastern. Einige Jahre später brachte sein Unternehmen die ersten Pflaster mit Wundauflage auf den Markt - Hansaplast. Neben der Traditionsmarke gibt es inzwischen unzählige weitere Pflastermarken und -arten: von Standard- über Elastik-, Sensitiv- und wasserabweisenden Wundpflastern bis hin zu Kinderpflastern mit bunten Comicfiguren. Stiftung Warentest hat die Wundpflaster im Alltag getestet und sagt, welche die Heilung am besten unterstützen.

Viele sind gut

Egal ob aufgeschlagenes Knie, abgeschürfter Ellenbogen oder eine Schnittwunde im Finger - innerhalb kürzester Zeit aktiviert der Körper eine Fülle von Abwehr- und Selbstheilungsfunktionen. Kleine Verletzungen heilen so meist in kürzester Zeit von selbst. Pflaster haben nur die Aufgabe, die frische Wunde vor Schmutz und weiteren Reizen zu schützen. Daher die gute Nachricht: Alle untersuchten Pflaster eignen sich für die Versorgung kleinerer Verletzungen. Den Praxistest bestanden fast alle mit „gut“ oder „befriedigend“. In der Regel reichen Standardpflaster. Ansonsten entscheidet die persönliche Vorliebe über die unterschiedlichen Pflastertypen.

Folien verhindern Abdunsten

Elastische Pflaster eignen sich für Verletzungen in der Nähe von Gelenken, zum Beispiel am Knie oder Ellenbogen. Die dehnbaren Textilpflaster passen sich Körperrundungen an und folgen den Bewegungen. Sensitivpflaster dagegen haben eine hautfreundliche Klebeschicht und lassen sich meist gut entfernen. Bei Wasser abweisenden Pflastern und Kinderpflastern ist eine Besonderheit zu beachten. Sie bestehen meist aus Kunststofffolien und lassen Feuchtigkeit weder raus noch rein. So kann die natürliche Hautfeuchtigkeit schlechter abdunsten. Bei offenen Schürfwunden kann das zunächst die Wundheilung fördern. Nach einigen Tagen brauchen aber auch diese Wunden Luft. Bei anderen Wunden zum Beispiel kleinen Schnitt- oder Stichwunden - behindert das feuchte Klima das Zuwachsen der Wunde. Außerdem bietet das feuchte Klima Bakterien ideale Lebensbedingungen. Für längere Anwendungen eignen sich Standard-, Elastik- und Sensitivpflaster also besser.

Was klebt, das klebt

Auch Gegenstand der Untersuchung: Wie sicher kleben die Pflaster und wie leicht lassen sie sich wieder ablösen? Der Praxistest - die Versuchspersonen mussten einige Stunden mit Pflastern an den Händen arbeiten - ergab: Je fester die Pflaster kleben, desto schwieriger sind sie hinterher wieder zu entfernen. Die beste Kombination aus Klebeverhalten und Entfernen bieten die Standardpflaster von medi+self und von Edeka/Elkos Health Care sowie die Sensitivpflaster von Hansaplast und Dermaplast. Sie kleben gut und sind hinterher trotzdem wieder leicht abzulösen. Auch bei den Wasser abweisenden Pflastern und den Kinderpflastern sind viele leicht zu entfernen. Doch diese Folienpflaster kleben meist nicht so gut. Das Hansaplast Disney Junior und das St. Christoph Kinderpflaster von Aldi Nord erreichen beim Klebeverhalten nur „ausreichende“ Noten.

Kaum Anwendungshinweise

Auch für die Handhabung gibt es viele gute Noten. Die Pflaster lassen sich leicht aus dem Karton oder der Einzelverpackung entnehmen und aufkleben. Verbesserungsbedarf besteht gelegentlich bei den Anwendungshinweisen. Hier machen unübersichtliche Verpackungen und kleine Beschriftungen das Lesen schwer. Außerdem gibt es auf den Verpackungen selten Hinweise zur Wundversorgung.

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