Verkäufer von Wohnungen und Häusern dürfen schwere Mängel nicht verschweigen. Sonst riskieren sie Schadenersatzansprüche. Beweist der Käufer, dass er arglistig getäuscht wurde, kann er sogar das Geschäft rückgängig machen.

Zuletzt hatte Finanztest von einem Verkäufer berichtet, der verschwiegen hatte, dass ein ­Nachbar im Haus ständig randaliert und andere Bewohner beschimpft. Er hatte nur erklärt, es sei „schon einmal laut“. Der Käufer durfte das Geschäft rückgängig machen (OLG Frankfurt, Az. 4 U 84/01). Auch in anderen Fällen haben Gerichte zugunsten der Käufer geurteilt. Sie verlangten, dass der Vorbesitzer Klartext reden muss, wenn

  • die Statik eines Hauses bekanntermaßen un­sicher ist (Bundesgerichtshof, Az. III ZR 3/00),
  • der Verdacht einer Ölverseuchung des Grundstücks besteht, da dort einmal eine Tankstelle stand (Bundesgerichtshof, Az. V ZR 113/01),
  • im Gemeinschaftseigentum einer Wohnanlage kostspielige Sanierungsmaßnahmen anstehen (Landgericht Köln, Az. 3 O 321/01),
  • er von Altlasten auf dem Grundstück weiß. Es reicht nicht, von einem „Altlastenverdacht“ zu sprechen (Bundesgerichtshof, Az. V ZR 285/99).

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