Wohnungsumbau Meldung

Müssen Eltern mehr Geld als andere ausgeben, weil sie Wohnräume für ihr Kind behindertengerecht umbauen, so können sie die Extrakosten als außergewöhnliche Belastung absetzen. Ob es um Arbeiten in einem Altbau, Neubau oder einer Mietwohnung geht, ist nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) unerheblich (Az. VI R 16/10).

Die Kläger hatten einen Altbau als Eigenheim gekauft. Im 79 Quadratmeter großen Anbau sollte die schwerbehinderte Tochter wohnen. Die Eltern bauten die Räume barrierefrei um und fügten eine bodengleiche Dusche ein. Sie wollen, dass das Finanzamt dafür 31 745 Euro Bau-, Kredit- und Betriebskosten als außergewöhnliche Belastung anerkennt.

Jetzt soll das Finanzgericht Düsseldorf prüfen, wie viel von den Umbaukosten die Behinderung verursacht hat. Der BFH hat das Verfahren an die Düsseldorfer Kollegen zurückgegeben. Der Steuerersparnis steht aber nichts mehr im Weg. Nur die Höhe ist unklar.

Schon einmal hat ein Ehepaar Steuervorteile beim BFH durchgesetzt. Die Kläger mussten damals ihr Haus ganz plötzlich behindertengerecht umbauen, weil der Mann nach einem Schlaganfall schwer gehbehindert war.

Im jüngsten Urteil stellen die Richter klar, dass Zeitdruck keine Voraussetzung für die Steuerersparnis ist. In dem aktuellen Fall ist die Tochter seit der Geburt schwerbehindert. Dass der Ausbau lange geplant war und das Haus danach eventuell mehr wert sein könnte, war nebensächlich.

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