Wohnungsumbau Meldung

Der Bundesfinanzhof ermöglicht Behinderten Steuervorteile für den behindertengerechten Umbau ihres Hauses.

Das Urteil. Behinderte können Kosten für Umbauten im Einfamilienhaus als außergewöhnliche Belastung absetzen, wenn sie dadurch weiter in den eigenen vier Wänden leben können. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) kürzlich im Fall eines Ehepaars entschieden (Az. VI R 7/09).

Der Fall. Der Mann war nach einem Schlaganfall schwer gehbehindert. Damit er nicht ins Pflegeheim musste, hatte das Ehepaar das Bad behindertengerecht umbauen und eine Rollstuhlrampe einbauen lassen. Außerdem machten die Eheleute aus einem ebenerdigen Arbeitszimmer ein Schlafzimmer. Die Kosten von rund 71 500 Euro wollte das Finanzamt nicht anerkennen. Die Behörde entschied, dass das Ehepaar nur den Behinderten- und Pflegepauschbetrag von heute insgesamt 4 624 Euro im Jahr absetzen könne.

Die Gerichte. Das Hessische Finanzgericht schloss sich dem Finanzamt an. Das Haus hätte durch den Umbau schließlich an Wohnwert gewonnen. Die BFH-Kollegen urteilten: Das sei kein Grund, die Kosten für den Umbau abzulehnen. Das Finanzamt müsse sie als Krankheitskosten anerkennen.

Die Abrechnung. Das Finanzamt zieht von Krankheitskosten meist eine zumutbare Belastung ab (siehe Tabelle). Wenn keine Kinder zu berücksichtigen sind und die Eheleute im Steuerbescheid einen Gesamtbetrag der Einkünfte von 60 000 Euro haben, müssen sie rund 3 600 Euro (6 Prozent) der Kosten ohne Steuervorteil bestreiten. Die restlichen 67 900 Euro sind außergewöhnliche Belastungen. Wirkt sich nur ein Teil aus, weil das Einkommen zu gering ist, können die Kosten aus Sicht des BFH auf mehrere Jahre verteilt werden.

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