Hausverwalter dürfen zwar die von ihnen verwalteten Wohnungen an Mieter oder Käufer vermitteln. Eine Maklerprovision können sie dafür aber normalerweise nicht verlangen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg hat deshalb einem Wohnungskäufer Recht gegeben, der fast zehn Jahre nach dem Wohnungskauf die Provision zurückforderte, die er damals der makelnden Hausverwaltung gezahlt hatte (Az. 8 U 53/02).

Es spielt keine Rolle, ob der Käufer (oder Mieter) von der Verwaltertätigkeit des Maklers wusste, so das Gericht. Die Rückforderung der Provision ist nur ausgeschlossen, wenn er genau wusste, dass der Makler keine Provision nehmen durfte.

Tipp: Ebenfalls keinen Maklerlohn dürfen Vermittler verlangen, wenn sie mit dem Eigentümer oder dem Vermieter auf andere Weise verbandelt sind, etwa weil sie mit ihm verwandt sind.

Update: Inzwischen hat der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil des OLG Hamburg aufgehoben (Az. III ZR 287/02). Nach Auffassung der höchsten Zivilrichter ist die Rückforderung der Maklercourtage schon ausgeschlossen, wenn der Makler vor seiner Tätigkeit nur auf die Tatsachen hingewiesen hat, die das Provisionsverbot begründen. Hat ein Mieter bereits bei Zahlung der Provision gewusst, dass der Makler gleichzeitig mit der Hausverwaltung beschäftigt ist, kann er das Geld nicht zurückfordern. Grundsätzlich allerdings bleibts dabei: Wenn ein Makler gleichzeitig als Verwalter des betroffenen Hauses beschäftigt ist oder sonst in einer engen Beziehung zum Eigentümer der Immobilie steht, darf er keine Provision kassieren. [19.08.2003]

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