Tilgung und Zins­bindung: Clever finanzieren

Auf dem Papier sieht es einfach aus: Einen Kredit mit nied­rigem Zins­satz wählen, wenig tilgen – schon ist eine größere Summe finanzier­bar. Eine sichere und solide Finanzierung sieht allerdings anders aus.

Zins­bindung. Kredite mit zehn Jahren Zins­bindung gibt es derzeit ab 2,80 Prozent Effektivzins, fünf­zehnjäh­rige ab 3,14 Prozent, zwanzigjäh­rige ab 3,19 Prozent. Wer zur güns­tigsten Variante greift, riskiert viel. Läuft der Erst­kredit in zehn Jahren aus, muss neu verhandelt werden. Ist bis dahin das Zins­niveau gestiegen, schnellt die monatliche Belastung nach oben. Sicher­heits­bewusste zurren den heutigen Nied­rigzins für eine längere Zeit fest. Das kostet anfangs mehr, rechnet sich aber schon bei einem kleinen Zins­anstieg. An die lange Lauf­zeit ist nur der Kredit­geber gebunden; der Kunde kann nach zehn Jahren mit sechs Monaten Frist jeder­zeit kündigen.

Tilgungs­satz. Da Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, Kreditzinsen nicht steuerlich absetzen dürfen, sollten sie Darlehen zügig zurück­zahlen. Mit einem Zins­satz von 3 Prozent und 1 Prozent Tilgung dauert es rund 46 Jahre, bis ein Darlehen abbezahlt ist. Mit 2 Prozent Tilgung lediglich 31 Jahre, mit 3 Prozent nur 23 Jahre.

Sondertilgung. Wer zusätzlich zur laufenden Rück­zahlung seine jähr­liche Tantieme oder einen frei werdenden Spar­vertrag in die Tilgung steckt, spart dank des Zinseszins­effekts eine immense Summe. Das klappt nur, wenn sich Kreditnehmer bei Vertrags­abschluss das Recht auf Sondertilgungen einräumen lassen – das kostet wenig oder gar nichts, erhöht aber den Spielraum.

Rechen­hilfen. Mit den Tools unter www.test.de/tilgungsrechner können Sie die individuell güns­tigste Zins­bindung und den optimalen Tilgungs­satz ermitteln.

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