Vor der Unterschrift : So erkennen Sie Immobilienfallen

Seit den 1990er Jahren drehen dubiose Vertriebe arglosen Kunden überteuerte Wohnungen als Kapitalanlage an. Das Geschäft funktioniert, weil Banken die Immobilien anstandslos finanzieren und Notare die Geschäfte wider besseren Wissens beurkunden.

!Alarmsignal 1: Beim Verkaufsgespräch macht der Vermittler massiv Druck. Er erklärt, dass der Kunde schnell zuschlagen muss, sonst ist das Schnäppchen weg. Der Kunde habe riesiges Glück. Rein zufällig sei noch ein Termin bei einem Notar frei, und das so spät abends. Dort könne das Geschäft besiegelt werden.

!Alarmsignal 2: Der Vermittler drängt darauf, dass es beim Notar schnell gehen muss. Schließlich opfere dieser seine Freizeit. Falls der Notar Fragen stelle, sollten alle mit Ja beantwortet werden. Unklarheiten könnten nach dem Termin geklärt werden.

!Alarmsignal 3: Der Vermittler scheint beim Notar ein- und auszugehen. Die Mitarbeiter sprechen ihn persönlich an. Auch zwischen Notar und Vermittler scheint ein Vertrauensverhältnis zu bestehen.

!Alarmsignal 4: Im Termin wird zum ersten Mal der Vertrag vorgelegt. Dabei muss er dem Käufer zwei Wochen vor dem Notartermin vorgelegt worden sein. Der Notar fragt nicht nach, ob und seit wann der Entwurf bekannt ist.

!Alarmsignal 5: Der Notar nuschelt den Text der Urkunde herunter. Er fragt gar nicht, ob die Anwesenden die Erklärungen verstanden haben. Dabei wäre es seine Pflicht, darauf zu achten, „dass Irrtümer und Zweifel vermieden sowie unerfahrene und ungewandte Beteiligte nicht benachteiligt werden“. So steht es wörtlich im Beurkundungsgesetz.

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