Wohnungseigentümer dürfen ihre Wohnung umbauen. Sie dürfen auch die Küche in ein Zimmer verlegen, das bisher ein Kinderzimmer war (Oberlandesgericht Hamm, Az. 15 W 163/05). In dem entschiedenen Fall war in einem dem Grundbuch beigelegten ­Aufteilungsplan der Wohnanlage der zur Küche umgebaute Raum ursprünglich als „Kinderzimmer“ beschrieben worden. Die Bezeichnung im Aufteilungsplan ist aber nur ein Nutzungsvorschlag, so die Richter. Ein Wohnungseigentümer ist nicht daran gebunden.

Die übrigen Eigentümer mussten im Zuge der Umbaumaßnahmen auch dulden, dass Wasserrohre in der betroffenen Wohnung umgelegt wurden und eine Wand durchbohrt wurde.

Die Miteigentümer können sich gegen den Umbau nur wehren, wenn er zum Beispiel mit unerträglichem Lärm verbunden ist. Eine Raumverlegung ist nicht akzeptabel, wenn die Räume nach Umbau nicht mehr zum Wohnen – wie in der Teilungserklärung vorgesehen –, sondern zur Berufsausübung genutzt würden.

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