Wohnungseigentümer müssen nicht mehr für Schulden der Eigentümergemeinschaft persönlich haften. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die Gemeinschaft selbstständig Rechte und Pflichten trägt (Az. V ZB 32/05).

Bislang hafteten die einzelnen Eigentümer persönlich und einzeln mit ihrem gesamten Vermögen für Schulden der Eigentümerge­mein­schaft. Wurde zum Beispiel die Gemeinschaft zur Zahlung einer Heizölrechnung verurteilt, konnte der Lieferant willkürlich einen der Eigentümer herausgreifen und bei ihm die komplette Forderung eintreiben.

Der Betroffene musste von den anderen Eigentümern dann ihre Anteile eintreiben. War einer von denen pleite, so blieb er auf diesem Teil der Schuld sitzen.

Durch die Entscheidung des BGH haftet die Eigentümergemeinschaft nur noch als Ganzes und ausschließlich mit dem Gemeinschaftsvermögen. „Der einzelne Eigentümer kann nur noch in Höhe seiner laufenden Zahlungsverpflichtungen belangt werden“, erklärt Gabriele Heinrich, Vorstandsmitglied des Bonner Vereins wohnen im eigentum.

Das BGH-Urteil bringt Wohnungseigentümern noch eine weitere Erleichterung. Die Gemeinschaft darf nun selbst als Partei vor Gericht auftreten, wenn es um die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums geht. Bislang mussten alle Eigentümer einzeln in der Klageschrift aufgeführt werden, sofern nicht der Verwalter mit der Klage beauftragt war. Bei großen Wohnanlagen mit weit verstreut lebenden Eigentümern bedeutete das viel Aufwand.

Dieser Artikel ist hilfreich. 357 Nutzer finden das hilfreich.