Wohnungsbaugesellschaft Meldung

Überraschung im Leipziger Rathaus: Firma warb mit Beteiligung der Stadt.

Mit einem ungewöhnlichen Angebot machte die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG bundesweit in Radiospots und Zeitungen auf sich aufmerksam. Sie versprach Anlegern, die mindestens 1.000 Mark einzahlen, 6,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Die Gesellschaft hat mit der "Beteiligung der Stadt Leipzig" für den Verkauf der Papiere geworben. Dadurch entstand bei vielen Anlegern der Eindruck, die Stadt würde bei Verlusten einspringen. Doch die Stadt Leipzig wurde total überrascht und hat die Wohnungsbaugesellschaft aufgefordert, die Werbung zu unterlassen. Sie ist nicht beteiligt, und die Sparer bekommen ihr Geld auf keinen Fall aus dem Stadtsäckel erstattet, wenn die private Wohnungsbaugesellschaft zahlungsunfähig werden sollte. Experten, die das Unternehmen und die Anleihe genauer unter die Lupe genommen haben, halten den Zinssatz von 6,5 Prozent für zu niedrig. Der Anleger müsste für das Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls mit höheren Zinsen entschädigt werden.

Wenig vertrauenerweckend sind die Beteiligungsverhältnisse. Hinter Leipzig-West stehen die Axtmann Baubetreuungs AG und J. S. Immobilienbeteiligungen e. K. Im Westen hatten die Beteiligten durch zweifelhafte Bauherrenmodelle von sich reden gemacht. Warum die Gesellschaft für ihre Immobiliengeschäfte nicht ein günstiges Hypothekendarlehen bei einer Bank aufgenommen hat, bleibt ihr Geheimnis.

TiPP: Wer auf das Angebot eingegangen ist, weil die Prospektangabe zur Beteiligung der Stadt Leipzig großes Vertrauen bei ihm erweckt hat, kann den Vertrag anfechten.

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