Wohnungsbaugenossenschaften Meldung

Wohnungsgenossenschaften wie die Saxonia werben derzeit verstärkt Anleger. Ab 2003 soll die staatliche Förderung wegfallen.

Die Bundesregierung will die Eigenheimzulage für Anteile an Wohnungsgenossenschaften zum 1. Januar 2003 abschaffen. Für Anleger, die planen, ihr Geld in solche Anteile zu stecken, aber nicht in eine Genossenschaftswohnung einziehen wollen, lohnt sich die Investition dann nicht mehr. Denn ohne staatliche Förderung erwirtschaften solche Genossenschaften, die etwa zwei Drittel der Mitgliedsbeiträge in Immobilien und ein Drittel in Wertpapieren anlegen, meist weniger als 3 Prozent Ausschüttung im Jahr.

Anleger, die noch mit Zulagen Anteile gekauft haben, sollten nach drei Jahren die Möglichkeit zur Kündigung nutzen. Dann können sie nach weiteren fünf Jahren, am Ende des achtjährigen Förderzeitraums, ihr Geld zurückbekommen.

Allerdings werden Genossenschaften, die überwiegend Kapitalanleger aufgenommen haben, vermutlich Mühe haben, alle Einlagen zurückzuzahlen. Denn sie werden nach Wegfall der Zulage für ihre Anteile kaum neue Anleger finden. Das könnte zu Pleiten von Genossenschaften führen, die nach 1995 gegründet und nach dem Eigenheimzulagengesetz gefördert wurden. Alteingesessene Wohnungsgenossenschaften sind nicht betroffen, weil es für ihre Anteile die Zulage nie gab.

Eine Reihe junger Wohnungsgenossenschaften hatten seit Anfang des Jahres verstärkt Mitglieder für die „Anlage mit Spitzenrendite“ geworben. Denn im Januar hatte der Bundesfinanzhof (BFH) die Anteile als Geldanlage rechtlich abgesichert. Der BFH entschied, dass die Gewährung der Eigenheimzulage für Genossenschaftsanteile nicht voraussetzt, dass der Anspruchsberechtigte irgendwann im Förderzeitraum eine Wohnung der Gesellschaft selbst nutzt.

Anleger, die die Förderungskriterien erfüllen und mindestens zwei Kinder haben, erhielten innerhalb von acht Jahren dank Eigenheimzulage ihre Einlage vom Staat zurück.

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