Wohnratgeber Meldung

Ein Ratgeber zum Thema Wohnen sollte handfeste Tipps für handfeste Probleme geben. Die meisten Bücher sind zwar nett durchzublättern, aber wenig hilfreich.

Typisch: Die "Wohnideen für die ganze Familie" von Joanna Copestick werden auf einem Amsterdamer Hausboot, in einem New Yorker Loft, einem Haus auf Hawaii demonstriert, aus Sicht von Personen, für die Geld und Aufwand keine Rolle spielen. Auf die Haushalte von Normalbürgern sind nur wenige Ideen übertragbar. Das gilt auch für die meisten anderen geprüften Wohnratgeber.

Dabei legt der Bundesbürger Wert auf schönes Wohnen. Pro Kopf gab er 1999 exakt 811,92 Mark für Möbel aus ­ fast doppelt so viel wie im EU-Durchschnitt. Unabhängig vom Geschmack sind bei jeder Einrichtung etliche Fragen zu klären: Wie stelle ich Farben harmonisch zusammen? Wie sollte die Küche angeordnet sein, um Arbeit und Wege zu sparen? Wo liegen die Risiken, sich Schadstoffe ins Haus zu holen? Wie können Platzprobleme gelöst werden? Auch Naturtalente für Innenarchitektur schütteln nicht alle Antworten aus dem Ärmel.

Diese Fragen im Hinterkopf, wählten wir sechs Bücher aus. Die Antworten sind unbefriedigend. Umwelt, Gesundheit und Ressourcenschonung sind für die Autoren kein Thema. Ohne Warnung vor ausgasenden Weichmachern schreiben sie über PVC-Fußböden oder Vinyltapeten. Die Problematik der Lösemittel in Lacken kommt nicht vor. Hygiene, Pflegeleichtigkeit und Sicherheit werden zwar als wichtig benannt, in den Fotos aber oft der schönen Optik geopfert.

Das "Praxisbuch" von Anoop Parikh und "Mein Büro zu Hause" von Sarah Gaventa erwiesen sich als die weitaus brauchbarsten Wohnratgeber.

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