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Das radioaktive Gas Radon ist erheblich gefährlicher als viele Fachleute in bisherigen Studien vermutet haben.

Etwa jeder 50. Krebstod in Europa ist auf die Wirkung von Radon zurückzuführen. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine neue Studie, die auf Daten von über 7 000 Lungenkrebspatienten und mehr als 14 000 Vergleichspersonen aus ganz Europa basiert. Bisher waren Experten davon ausgegangen, dass eine zusätzliche Radon-belastung von 100 Becquerel (radioaktive Zerfälle pro Sekunde) pro Kubikmeter Luft das Lungenkrebsrisiko um etwa 10 Prozent erhöht.

Höheres Risiko

Die neue Studie beziffert die Risikosteigerung mit 16 Prozent – das ist ein 60 Prozent höheres Gefahrenpotenzial. Professor Erich Wichmann vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit nennt Radon „den wichtigsten umweltbezo­ge­nen Risikofaktor in Innenräumen“. Besonders häufig erkranken Menschen, die zugleich Zigarettenrauch und Radon ausgesetzt sind.

Schutzgesetz geplant

Radon ist ein radioaktives Gas, das bei natürlichen Zerfallsprozessen im Boden entsteht. In test 7/04 hatten wir eine Deutschlandkarte veröffentlicht, die das regional recht unterschiedliche Risiko veran­schaulicht (siehe www.test.de, Suchbegriff „Radon“). Betroffen sind vor allem Mittelgebirgsregionen in Sachsen, Thüringen und Bayern.

Durch unbefestigte Keller­bö­den oder Fugen und Ritzen in Fundament und Mauern kann das Gas ins Gebäude eindringen. Der Bundesum­weltminister will jetzt ein Radonschutzgesetz durch­set­zen. Effektive Schutzmaßnahmen lassen sich oft mit geringem Aufwand realisieren.

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