Tipps

Richtiges Lüften, Möbel mit Gütezeichen, klare Kaufvereinba­rungen: Was Sie für eine schadstoffarme Wohnung tun können.

Lüften: Öffnen Sie mehrmals täglich die Fenster auf Durchzug. Schadstoffe werden so ins Freie getragen. Manche Belastung lässt sich auf Dauer aber nur verringern, wenn auch die Quelle entfernt wird.

Vermeiden: Rauchen Sie nicht in der Wohnung. Verwenden Sie Duftöle und Aromalämpchen allenfalls sparsam. Verzichten Sie auf Desinfektionsmittel. Lacke, Kleber oder Pinselreiniger möglichst nicht in der Wohnung aufbewahren. Garagen und Heizungsräume zur Wohnung gut abdichten.

Gütezeichen: Verwenden Sie Lacke und Lasuren auf Wasserbasis. Umweltzeichen wie „Blauer Engel“,„Goldenes M“ oder „ÖkoControl“ weisen den Weg zu emissionsarmen Produkten bei Anstrichmitteln, Möbeln, Matratzen, Holzwerkstoffen wie Spanplatten, Laminat, Parkett.

Kaufvertrag: Klare Vereinbarungen beim Kauf oder Handwerkervertrag können einen Streit vermeiden helfen. Wer etwa will, dass die Möbel bei Lieferung oder spätestens vier Wochen danach keine Lösungsmittel oder kein Formaldehyd ausgasen, sollte den Verkäufer darauf hinweisen und sich dessen Zusage schriftlich auf dem Kaufbeleg bestätigen lassen ­– verknüpft mit einem Rückgaberecht.

Reklamation: Reklamieren Sie Möbel, die trotz intensiven Lüftens mehr als vier Wochen stinken. Eine Geruchsbelästigung ist ein Mangel, den niemand hinnehmen muss. Fordern Sie eine Rücknahme oder einen Preisnachlass vom Händler. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist für solche Mängel beträgt zwei Jahre.

Immobilienkauf: Extrem wichtig ist es für Käufer von Immobilien, sich vor versteckten Umweltschadstoffen zu schützen. Nehmen Sie im Kaufvertrag eine Formulierung wie „keine Altlasten“ oder „keine Holzschutzmittel“ auf. In Zweifelsfällen helfen Analysen, um Käufern und Verkäufern Klarheit zu verschaffen.

Mietrecht: Mieter dürfen fristlos kündigen oder die Miete mindern, wenn eindeutige Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen Schadstoffen und einer „erheblichen“ Gesundheitsgefährdung bestehen – und kein eigenes Verschulden vorliegt. Das Problem: Der Mieter muss beweisen, dass die Substanzen vorhanden und gefährlich sind. Und das ist meist schwierig. Ist der Verursacher nicht festzu­stellen, gehen verbleibende Zweifel zulasten des Vermieters. Deshalb gilt für beide Seiten: Versuchen Sie, langwierige juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden und sich gütlich zu einigen.

Informieren: Betroffene können sich an Verbraucherberatungsstellen oder den Mieterverein wenden.

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