Miet­zuschuss vom Staat Wohn­geld – Anspruch, Antrag, Höhe

Miet­zuschuss vom Staat - Wohn­geld – Anspruch, Antrag, Höhe
Wohn­geld. Es soll auch Menschen in Ballungs­räumen mit besonders hohen Mieten entlasten. © imago images / Schöning

Wohn­geld ist der monatliche Zuschuss zur Miete oder den Wohn­kosten von Eigentümern. Anspruch hat, wer nur knapp über die Runden kommt. Neu: einmaliger Heiz­kosten­zuschuss.

Lesen Sie auf dieser Seite:

Das Wichtigste in Kürze

Wohn­geld – das sollten Sie wissen

Anspruch.
Wohn­geld steht Menschen zu, die arbeiten, aber nicht genug verdienen, um ihren Lebens­unterhalt gänzlich allein zu bestreiten. Es kann nicht mit anderen Sozial­leistungen, wie etwa Hartz IV, kombiniert werden.
Antrag.
Den Antrag auf Wohn­geld gibt es in der örtlichen Wohn­geld­stelle in Papierform oder online. Die Bearbeitung dauert in der Regel drei bis sechs Wochen.
Höhe.
Die Höhe des Wohn­gelds richtet sich nach dem Einkommen, der Anzahl der Haus­halts­mitglieder und der Miete. Im Schnitt haben Antrag­steller in den vergangenen Jahren 150 Euro im Monat erhalten. Zum 1. Januar 2022 wird das Wohn­geld an die Miet- und Einkommens­entwick­lung angepasst. Es erhöht sich im Schnitt um 13 Euro. Diese Anpassung findet künftig alle zwei Jahre statt.
Beratung.
Für die Beratung ist die jeweilige Wohn­geld­stelle zuständig. Sie berechnet auch die konkrete Höhe des Wohn­gelds.

Wem Wohn­geld zusteht

Wohn­geld steht Menschen zu, die arbeiten, aber nicht genug verdienen, um ihren Lebens­unterhalt gänzlich allein zu bestreiten. Die Höhe dieses staatlichen Miet­zuschusses hängt ab von der Haus­halts­größe – also wie viele Personen mit dem Antrag­steller zusammen leben –, vom Gesamt­einkommen und von der Höhe der Miete. Die anrechen­bare Miete ist gedeckelt, wobei die Höchst­grenze von Region zu Region variiert. Dafür gibt es sieben verschiedene Miet­stufen. Auch wer im Eigenheim wohnt, kann einen Zuschuss erhalten. Er heißt dann Lasten­zuschuss und wird für die Wohn­kosten gewährt. Auch Alten- und Pfle­geheimbe­wohner und Rentner können Wohn­geld erhalten. Im Schnitt haben Antrag­steller in den vergangenen Jahren 150 Euro im Monat erhalten.

Was 2022 beim Wohn­geld neu ist

Ab 2022 wird das Wohn­geld alle zwei Jahre auto­matisch an die Entwick­lung von Mieten und Einkommen angepasst. Damit erhöht es sich zunächst im Schnitt um 13 Euro pro Monat. 2020 wurde eine neue siebte Miet­stufe einge­führt, um Menschen in Ballungs­räumen zu entlasten. Dort sind die Mieten besonders hoch. Auf der Home­page des Bundes­innen­ministeriums findet sich eine Übersicht der nach Bundesländern sortierten Gemeinden mit der jeweiligen Miet­stufe.

Zuschuss zu den Heiz­kosten

Zusätzlich zum Wohn­geld gibt es seit 2021 einen monatlichen Heiz­kosten­zuschuss. Die Höhe hängt von der Zahl der Haus­halts­mitglieder ab. Im Schnitt sind es 15 Euro.

Wer in der Heiz­periode 1. Oktober 2021 bis 31. März 2022 mindestens einen Monat lang Wohn­geld bezog, hat aktuell außerdem Anspruch auf einen zusätzlichen einmaligen Heiz­kosten­zuschuss. Damit sollen die in den letzten Monaten stark gestiegenen Energiepreise abge­federt werden. Der Zuschuss beträgt 270 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt, 350 Euro für Zwei-Personen-Haushalte und 70 Euro für jedes weitere Familien­mitglied, das beim Wohn­geld berück­sichtigt wird.

Wichtig: Der einmalige Heiz­kostenschuss fließt auto­matisch aufs Konto von Wohn­geld­empfängern. Ein Antrag muss dafür nicht gestellt werden. Der Zuschuss soll im Laufe dieses Jahres ausgezahlt werden. Es kann Herbst werden, der genaue Zeit­punkt steht noch nicht fest.

Wer Wohn­geld beantragen darf

Anspruchs­berechtigt sind:

  • Mieter einer Wohnung oder eines Zimmers,
  • Untermieter einer Wohnung oder eines Zimmers,
  • Nutzer einer Genossen­schafts- oder Stiftungs­wohnung,
  • Personen mit miet­ähnlichen Nutzungs­rechten (zum Beispiel miet­ähnliches Dauer­wohn­recht oder ding­liches Wohn­recht),
  • Heimbe­wohner,
  • Eigentümer einer Immobilie,
  • Inhaber einer Genossen­schafts- oder Stiftungs­wohnung,
  • Erbbauberechtigte,
  • Nutzer eines eigentums­ähnlichen Dauer­wohn­rechts, Nieß­brauch­rechts oder Wohnungs­rechts.

Kein Wohn­geld bei anderen Sozial­leistungen

Wohn­geld kann zusätzlich zu Arbeits­losengeld 1 beantragt werden. Das Arbeits­losengeld wird wie ein normales Einkommen berechnet. Auch Rentner können Wohn­geld beantragen, die Rente gilt dann als Einkommen. Wer andere soziale Leistungen bezieht, bei denen die Unter­kunfts­kosten bereits einge­rechnet sind, kann kein Wohn­geld beantragen. Dazu zählen:

  • Arbeits­losengeld 2 (Hartz IV),
  • Sozialgeld,
  • Grundsicherung,
  • Hilfe zum Lebens­unterhalt nach SGB XII,
  • Leistungen in besonderen Fällen,
  • Grund­leistungen nach dem Asylbewer­bergesetz,
  • Über­gangs­geld nach SGB VI und Verletztengeld nach SGB VII,
  • Unter­halts­sicherung für Grund­wehr­dienst­leistende.

Das gilt auch für die Personen, die in einer Bedarfs­gemeinschaft mit dem Leistungs­empfänger leben. Auch wenn Sozial­leistungen wegen nicht erfüllter Auflagen und entsprechender Sanktionen nicht ausgezahlt werden, gibt es kein Wohn­geld.

Miete kann anteilig berechnet werden

Das reine Zusammen­wohnen mit einem Leistungs­empfänger mit getrennter Haus­halts­führung schränkt den Anspruch nicht ein. Wird die Wohnung sowohl von Wohn­geldberechtigten und vom Wohn­geld ausgeschlossenen Haus­halts­mitgliedern bewohnt, wird die Miete anteilig berechnet. So kann ein Rentner, der mit seinem Arbeits­losengeld 2 beziehenden Sohn zusammenlebt, Wohn­geld für die hälftige Miete beantragen.

Zu welcher Miet­stufe mein Wohn­ort gehört

Die Mieten unterscheiden sich in Deutsch­land stark von Region zu Region. Daher gibt es für die Wohn­geldbe­rechnung sieben verschiedene Miet­stufen. Die Miethöhe in Stufe I liegt deutlich unter dem bundes­deutschen Durch­schnitt, Stufe VII deutlich darüber. Zu welcher Miet­stufe der eigene Wohn­ort gehört, kann auf einer Liste des Bundesinnenministeriums nachgelesen werden. Das Miet­niveau für Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern stellt das Statistische Bundes­amt fest. Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern werden zu einem Kreis zusammengefasst. Abhängig von Miet­stufe und Zahl der Haus­halts­mitglieder gibt es eine Höchst­grenze, bis zu der die monatliche Miete in die Wohn­geldbe­rechnung einfließt. Als Miete wird die Nettokaltmiete plus der Kosten für Wasser, Abwasser und Müll sowie weitere Neben­kosten wie die Treppen­hausbe­leuchtung angesetzt.

Tabelle: Höchste anrechen­bare Miete 2022

Anzahl der zu berück­sichtigenden Haus­halts­mitglieder

Mieten­stufe

I

II

III

IV

V

VI

VII

1

347

392

438

491

540

591

651

2

420

474

530

595

654

716

788

3

501

564

631

708

778

853

937

4

584

659

736

825

909

995

1095

5

667

752

841

944

1038

1137

1251

Mehr­betrag für jedes weitere zu berück­sichtigende Haus­halts­mitglied

79

90

102

114

124

143

157

Beispiel­rechnung für Mieten unter und über dem Höchst­betrag

Ein Allein­stehender bewohnt eine Wohnung in einer Gemeinde der Mieten­stufe III. Er zahlt eine monatliche Bruttokaltmiete von 385 Euro. Der Höchst­betrag für die zuschuss­fähige Miete liegt bei 438 Euro. Bei der Wohn­geld­leistung wird die tatsäch­lich zu zahlende Miete von 385 Euro berück­sichtigt. Für eine andere Wohnung im selben Ort beträgt die Bruttokaltmiete 450 Euro im Monat. In diesem Fall wird bei der Wohn­geld­ermitt­lung nur der Höchst­betrag für die zuschuss­fähige Miete, nämlich 438 Euro, berück­sichtigt.

Hier können Sie die Höhe des Wohn­geldes berechnen

Um das Wohn­geld zu berechnen ist das Einkommen wichtig, die Anzahl der Haus­halts­mitglieder und die Miete. Als Haus­halts­mitglied zählen Ehegatten, einge­tragene Lebens­partner, nicht angetraute Partner, Kinder, Verwandte bis zum 3. Grad, Pflege­kinder und Pfle­geeltern. Wenn getrennte Ehepartner Kinder zu gleichen Teilen betreuen, zählen diese bei beiden als Haus­halts­mitglied. Das gilt auch noch bei einem Betreuungs­verhältnis von einem Drittel zu zwei Dritteln.

Wohn­geld-Rechner hilft bei der Kalkulation

Auf wie viel Wohn­geld habe ich voraus­sicht­lich Anspruch? Diese Frage beant­wortet in wenigen Schritten der Wohn­geld-Rechner. Er bietet einen guten Orientierungs­wert, die konkrete Höhe kann nur das Wohn­geldamt berechnen. Abge­fragt werden Daten wie Bruttokaltmiete, Wohn­ort, Zahl der Haus­halts­mitglieder, Einkommen, mögliche Abzüge, leben Schwerbehinderte oder Pflegebedürftige im Haushalt, ist der Haus­halts­vorstand allein­erziehend, gibt es Unter­halts­verpflichtungen, erhalten die Kinder Unterhalt vom Ex-Partner. Dazu gibt es einen Heiz­kosten­zuschuss. All das fließt in die Berechnung ein.

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Der Rechner kann nicht jeden Spezialfall abbilden. Auch kann es sein, dass die Wohn­geld­stelle zu ganz anderen Ergeb­nissen kommt, weil Angaben unvoll­ständig oder nicht korrekt waren. Auf der Home­page des Bundes­innen­ministeriums finden sich Tabellen, aus denen man das mögliche Wohn­geld abhängig vom Einkommen und der zu berück­sichtigenden Miete von einem bis zu sechs Haus­halts­mitgliedern ablesen kann.

So wird das Einkommen berechnet

Für die Berechnung wird nicht einfach das tatsäch­liche Einkommen heran­gezogen. Das Einkommen wird wie folgt angesetzt: Die Jahres­einkommen aller Haus­halts­mitglieder werden zusammenge­rechnet und durch zwölf geteilt. Abzüge gibt es für sogenannte Werbungskosten. Dazu zählen Kosten für die Fahrt zwischen Wohn­ort und Arbeits­stätte, Beiträge für Berufs­verbände, Aufwendungen für Arbeits­mittel und Mehr­aufwendungen für eine doppelte Haus­halts­führung. Pauschal können 1 000 Euro, bei Rentnern 102 Euro abge­zogen werden. Abge­zogen werden können zudem Kinder­betreuungs­kosten bis zu maximal 4 000 Euro pro Kalender­jahr und Kind.

Von dem Einkommen aus nicht­selbst­ständiger Tätig­keit oder den Einnahmen aus freiberuflicher Tätig­keit, Gewerbe­betrieben oder Betrieben der Land- und Forst­wirt­schaft werden dann Steuer und Sozial­versicherungs­beiträge mit einer Pauschalsumme abge­zogen:

  • 30 Prozent beträgt die Pauschale für diejenigen, die Steuer und Beiträge für Kranken-, Pflege- und Renten­versicherung zahlen,
  • 20 Prozent bei denen, die Kranken-, Pflege- und Renten­versicherung zahlen,
  • 10 Prozent für diejenigen, die nur Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge zahlen.

Die Abzüge gelten auch für freiwil­lige Beiträge zur Kranken- und Renten­versicherungen und Lebens­versicherungen.

Was vom Einkommen noch abge­zogen wird

Nach dem Abzug der Pauschale gibt es außerdem einen Frei­betrag von 1 800 Euro im Jahr für zu 100 Prozent schwerbehinderte oder pflegebedürftige Personen, die mit im Haushalt leben. Allein­erziehende Eltern­teile können einen Frei­betrag von 1 320 Euro im Jahr geltend machen, wenn sie allein mit ihren Kindern zusammenleben und mindestens ein Kind noch nicht 18 ist. Außerdem gibt es einen Frei­betrag von höchs­tens 100 Euro im Monat für Kinder unter 25 Jahren, die im Haushalt leben und ein eigenes Einkommen haben. Abzieh­bar sind außerdem Unter­halts­zahlungen für woanders lebende Kinder oder Ex-Ehegatten bis zu 3 000 beziehungs­weise 6 000 Euro im Jahr. Abge­zogen werden bis zu 6 540 Euro jähr­lich, wenn ein pflegebedürftiges Haus­halts­mitglied den Unterhalt, den es von seinen Angehörigen erhält, für eine Pfle­gekraft aufwendet.

Was nicht zum Einkommen zählt

Anrechnungs­frei ist ein Betrag von bis zu 480 Euro jähr­lich für regel­mäßige Geld- und Sach­spenden von gemeinnützigen Organisationen und Privatpersonen. Nicht zum Einkommen zählen Kinder­geld, Kinder­zuschlag und der Mindest­betrag beim Eltern­geld (300 Euro). Es ist nicht sinn­voll, Teile des Einkommens oder Trans­ferleistungen zu verschweigen, denn die Daten werden mit denen anderer Behörden abge­glichen.

Einkommens­grenzen und Vermögens­grenzen für Wohn­geld

Wer Wohn­geld beantragen möchte, darf eine bestimmte Einkommens­grenze nicht unter­schreiten. Denn das Wohn­geld soll ausdrück­lich als Zuschuss zum Wohnen genutzt werden und nicht sons­tige Lebens­haltungs­kosten abdecken. In dem Fall kämen dann eher Sozial­leistungen in Frage. Das Mindest­einkommen liegt beim Hartz-IV-Regel­satz plus möglichem Mehr­bedarf etwa bei Schwangeren, Kranken oder Allein­erziehenden sowie der jeweiligen Warmmiete. Zuweilen werden auch 80 Prozent dieser Summe akzeptiert.

Keinen Anspruch auf Wohn­geld haben auch Haushalte mit zu hohem Einkommen. Die Höchst­grenze ist abhängig von der Miet­stufe des Wohn­orts. Je höher die Miet­stufe, desto höher darf das Einkommen sein und desto höher ist die anrechen­bare Miete. Das anzu­rechnende Einkommen wird für den Wohn­geld-Antrag speziell berechnet (siehe oben). Wer wissen möchte, ob er Anspruch auf den Zuschuss hat, gibt seine Daten in unseren Wohngeldrechner ein.

Auch Vermögen wird ange­rechnet: Keinen Anspruch gibt es, wenn das Vermögen einer allein­stehenden Person 60 000 Euro über­steigt, bei mehreren Haus­halts­mitgliedern kommt jeweils ein Frei­betrag von 30 000 Euro pro Person dazu. Zum Vermögen zählen Bargeld, Konto­guthaben, Spar­guthaben, wert­volle Samm­lungen, Wert­papiere, Immobilien und Kapital­anlagen.

Beispiele Wohn­geldbe­rechnung

Beispiel A. Ein Rentner aus Dort­mund (Miet­stufe III) erhält eine monatliche Bruttorente von 860 Euro. Davon zieht er die Werbe­kostenpauschale ab (8,50 Euro pro Monat). Er zahlt keine Steuer, aber Kranken- und Pflege­versicherung und zieht daher die 10-Prozent-Pauschale davon ab (85,15 Euro pro Monat). Sein ange­rechnetes Einkommen liegt dann bei 766,35 Euro. Die zu berück­sichtigende Bruttokaltmiete beträgt 400 Euro. Sie liegt damit im Rahmen des Höchst­betrages (438 Euro). Ange­rechnet werden die vollen 400 Euro. Im Haushalt lebt eine Person. 14,40 Euro Heiz­kosten­zuschuss kommen dazu. Die Wohn­geld­stelle berechnet, dass dem Rentner 157 Euro Wohn­geld zustehen.

Beispiel B. Eine allein­erziehende Mutter mit zwei Kindern (9 und 13 Jahre) aus Rostock (Miet­stufe IV) verdient monatlich 1 280 Euro. Davon zieht sie die Werbe­kostenpauschale ab (83,33 Euro pro Monat). Sie zahlt keine Steuer, aber Kranken- und Pflege­versicherung und Renten­versicherung und zieht daher die 20-Prozent-Pauschale ab (239,33 Euro pro Monat). Sie addiert den monatlichen Unter­halts­vorschuss für die beiden Kinder (272 Euro und 202 Euro) dazu und zieht den Allein­erziehenden-Frei­betrag (110 Euro pro Monat) davon ab. Ihr ange­rechnetes Einkommen beträgt somit 1 321,34 Euro. Sie zahlt 625 Euro Miete. Das liegt im Rahmen des Höchst­betrages (708 Euro). Ange­rechnet werden die vollen 625 Euro. Im Haushalt leben drei Personen. 22,20 Euro Heiz­kosten­zuschuss kommen dazu. Die Wohn­geld­stelle berechnet, dass ihr 240 Euro Wohn­geld zustehen.

Welche Studenten und Auszubildenden Wohn­geld bekommen

Für Studenten und Auszubildende gelten eigene Rege­lungen. Sie bekommen nur Wohn­geld, wenn sie keinen Anspruch auf eine Ausbildungs­förderung in Form von Bafög oder Berufs­ausbildungs­beihilfe haben. Auch Studenten, die keinen Anspruch auf Bafög haben, müssen jedoch zunächst einen Bafög-Antrag stellen (siehe Bafög beantragen). Denn die Wohn­geld­stelle will den Ablehnungs­bescheid sehen, bevor sie den Wohn­geld-Antrag bearbeitet. Ein Student, der keinen Anspruch auf Bafög-Leistungen hat, weil seine Eltern, sein Lebens­partner oder er selbst zu viel verdienen, erhält kein Wohn­geld.

Kein Anspruch auf Bafög

Keinen Anspruch auf Bafög haben zudem:

  • Studenten, die älter als 30 Jahre alt sind (Master­studiengänge älter als 35 Jahre) und somit die Bafög-Alters­grenze über­schritten haben,
  • Studenten, die ohne wichtigen Grund nach dem 4. Semester die Fach­richtung gewechselt haben,
  • Lang­zeitstudenten, die die maximale Förderdauer über­schritten haben,
  • Studenten im Urlaubs­semester,
  • Teil­zeit-Studenten,
  • Studenten an nicht staatlich anerkannten Schulen,
  • Studenten, die ein Stipendium erhalten,
  • Studenten in einem Zweitstudium, das die Bafög-Kriterien nicht erfüllt und
  • Studenten, die die vor dem 5. Semester erforderlichen Leistungs­nach­weise nicht erbracht haben.

Ausnahme: Bafög als Voll­darlehen

Eine Ausnahme gibt es für Studenten, die Bafög als rück­zahlungs­pflichtiges Voll­darlehen beziehungs­weise als Studien­abschluss­hilfe beziehen. Sie können Wohn­geld beantragen. Lebt der Student in einer Wohn- aber nicht Haus­halts­gemeinschaft mit Bafög-Berechtigten, kann er für sich – sofern er nicht Bafög-berechtigt ist – den staatlichen Zuschuss beantragen. Wenn ein Bafög-berechtigter Student mit einer Part­nerin und dem gemein­samen Kind oder mit seinen Eltern zusammenlebt, kann Wohn­geld für den gesamten Haushalt beantragt werden. Lebt ein Nicht-Bafög-berechtigter Student mit seiner Freundin zusammen, die Sozial­leistungen bezieht, kann er dennoch Wohn­geld beantragen.

Wie Wohn­geld beantragt wird

Den Antrag auf Wohn­geld gibt es in der örtlichen Wohn­geld­stelle in Papierform oder online. Die Bearbeitung dauert im Schnitt drei bis sechs Wochen, zuweilen auch länger. Die Wohn­geld­stelle berät auch die Antrag­steller und rechnet die konkrete Höhe des Wohn­geldes aus.

Wann Wohn­geld über­wiesen wird

Wohn­geld wird ab dem Monat der Antrag­stellung über­wiesen. Es wird zwölf Monate lang gezahlt. Wenn sich Änderungen während der Bezugs­zeit ergeben, muss die Behörde informiert werden – sonst droht ein Bußgeld. Zum Beispiel wenn ein Haus­halts­mitglied auszieht, der Antrag­steller umzieht, die Miete um mehr als 15 Prozent sinkt oder das Gesamt­einkommen um mehr als 15 Prozent steigt. Ausnahme: Stirbt ein Haus­halts­mitglied, ändert sich inner­halb der folgenden zwölf Monate nichts. Spätestens zwei Monate vor Ablauf der Bewil­ligung sollte ein neuer Antrag gestellt werden.

Wohn­geld: Erhöhung beantragen

Ein Antrag auf Erhöhung des Wohn­geldes im laufenden Bewil­ligungs­zeitraum kann gestellt werden, wenn ein Haus­halts­mitglied dazu­kommt, sich die Miete um mehr als 15 Prozent erhöht oder sich das Gesamt­einkommen um mindestens 15 Prozent verringert hat und das rechnerisch Auswirkungen auf die Höhe des Wohn­geldes hat.

Wohn­geld rück­wirkend erhalten

Wurde ein Antrag auf Arbeits­losengeld 2 oder Grund­sicherung abge­lehnt oder die Zahlungen aufgehoben und dann binnen vier Wochen Wohn­geld beantragt, kann das Wohn­geld rück­wirkend gezahlt werden. Die Zahlung beginnt dann mit dem Monat, in dem der Antrag auf die Sozial­leistungen gestellt wurde. Auch wenn sich rück­wirkend die zu berück­sichtigende Miete oder Belastung um mehr als 15 Prozent erhöht hat, kann das Wohn­geld rück­wirkend beantragt werden.

Was zum Wohn­geld­antrag gehört

Mieter benötigen für den Antrag folgende Unterlagen:

  • Vom Arbeit­geber ausgefüllte Verdienst­bescheinigung über den Brutto-Arbeits­lohn der vergangenen zwölf Monate (auch steuerfreie Einnahmen gehören dazu),
  • den Miet­vertrag,
  • den Nach­weis über Mietzah­lungen,
  • die Melde­bescheinigung,
  • den Personal­ausweis,
  • Nach­weis über eventuelle Sozial­leistungen und Arbeits­losengeld I,
  • Nach­weis über Unter­halts­verpflichtungen,
  • Unter­vermietungs­verträge,
  • eine Wohn­geld-Negativ-Bescheinigung bei einer Zweit­wohnung.

Eigentümer bringen außerdem mit:

  • Eigentums­nach­weis (beispiels­weise den Kauf­vertrag oder einen Grund­buch­auszug),
  • einen Nach­weis über mögliche Kredite und die Zins- beziehungs­weise Tilgungs­leistung,
  • den Bescheid über die Eigenheim­zulage,
  • die Wohn­flächenbe­rechnung beispiels­weise einen Bau­plan,
  • die Hausgeld­abrechnung,
  • den Grund­abgaben­bescheid.

Studenten benötigen:

  • Bafög-Bescheid,
  • Unter­halts­nach­weis,
  • Bescheid über den Erhalt von Kinder­geld,
  • die Studien­bescheinigung.

Weitere Unterlagen für den Antrag

Die Wohn­geld­stelle kann weitere Unterlagen und Nach­weise fordern. Je nach familiärer Situation können das der Steuer­bescheid über die Einkommens­steuer sein, der Nach­weis über Vermögen und Kapital­erträge, Konto­auszüge, Pflegegeld­nach­weis, Schwerbehinderten­ausweis, Nach­weis über Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Bafög-Bescheid, Kinder­geld- oder Eltern­geld­bescheid, Leistungs­bescheid des Arbeits­amtes, Renten­bescheide, Schul- oder Studien­bescheinigung, Darlehens­verträge mit ersicht­lichen monatlichen Belastungen, Lebens­versicherungen, Bauspar­verträge.

Antrag auf Wohn­geld persönlich stellen

Es kann güns­tiger sein, einen Termin mit der Wohn­geld­stelle abzu­machen und den Antrag persönlich abzu­geben. Der Beamte prüft die Angaben auf Voll­ständig­keit, beant­wortet Fragen des Antrag­stel­lers und klärt über Rechte und Pflichten auf. Der Antrag kann auch zunächst formlos einge­reicht werden. Sind dann binnen vier Wochen alle erforderlichen Unterlagen mitsamt des amtlichen Antrags­formulars beisammen, gilt als Antrags­datum das Datum des formlosen Schreibens.

Wohn­geld-Bescheid kommt schriftlich

Der Bescheid kommt schriftlich mit Begründung und einer Rechts­hilfebe­lehrung. Die erklärt, wo Betroffene Einspruch einlegen können, wenn Sie den Bescheid für unrichtig halten. Wenn die Bearbeitung länger dauert, können Vorschüsse auf das zu erwartende Wohn­geld ausgezahlt werden. Das Wohn­geld wird auf das Konto einer inländischen Bank über­wiesen. Es kann zur Not bar ausgezahlt werden, dann werden Auszahlungs­kosten abge­zogen. Falls der Betroffene nach­weist, dass ihm die Einrichtung des Kontos nicht möglich war, entfallen diese Zusatz­kosten. Wohn­geld kann in bestimmten Fällen auch gepfändet werden (siehe Überschuldung). Für Streitig­keiten rund ums Wohn­recht ist das Verwaltungs­gericht zuständig. Weniger als 10 Euro Wohn­geld pro Monat wird nicht gezahlt.

Wohn­geld-Bescheid wird unwirk­sam

Beantragt oder empfängt ein Haus­halts­mitglied Sozial­leistungen, wird der bisherige Wohn­geld­bescheid unwirk­sam. Wird inner­halb des folgenden Monats ein neuer Antrag für die übrigen zu berück­sichtigenden Haus­halts­mitglieder gestellt, kann das Wohn­geld weiterhin gezahlt werden.

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