Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich

So haben wir getestet

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Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich Testergebnisse für 178 Wohn­gebäude­ver­sicherungen mit Ele­mentar­schutz

Im Test

Finanztest hat 178 Tarife von 70 Wohn­gebäude­versicherern für die gleitende Neuwert­versicherung anhand der Versicherungs­bedingungen untersucht, darunter 26 Versicherer, deren Tarif­daten wir verdeckt erhoben und die uns die Daten nicht bestätigt haben.

Untersucht haben wir für mehrere Modell­häuser den Vierfach­schutz gegen Feuer, Leitungs­wasser, Sturm/Hagel und weitere Naturgefahren (Hoch­wasser, Stark­regen, Erdbeben, Erdrutsch, Schnee­druck, Lawinen).

Enthalten sind nur Tarife, die man separat direkt beim Versicherer abschließen kann, ohne weitere wie eine Hausrat­versicherung kaufen zu müssen. Die Tarife stehen allen Haus­eigentümern offen.

Der Modell­kunde ist 45 Jahre, die Lauf­zeit beträgt ein Jahr, der Beitrag wird jähr­lich gezahlt. Der Vertrag verlängert sich auto­matisch, wird er nicht gekündigt.

Die Tarife im Dreifach­schutz (ohne Naturgefahren) sind ohne Selbst­beteiligung, im Naturgefahren­schutz gilt der nied­rigste Selbst­behalt je Tarif.

Urteile und Angaben in der Tabelle beziehen sich auf die Modell­fälle.

Stichtag ist der 1. Dezember 2020.

Unter­suchung

Wir haben die Versicherungs­bedingungen untersucht und Leistungen ausgewählt, die ein guter Tarif erfüllen muss. Informationen zu diesen Leistungen stehen im Kasten „Check­liste“ auf Seite 58.

Grund­schutz (70 %)

Bewertet haben wir, ob der Tarif folgende Leistungen erfüllt, die für alle Versicherten wichtig sind:

  • Keine Kürzung bei grob fahr­lässiger Herbeiführung des Versicherungs­falls,
  • Aufräum- und Abbruch­kosten,
  • Bewegungs- und Schutz­kosten,
  • Mehr­kosten durch behördliche Auflagen (Wieder­herstellungs­beschränkungen),
  • Dekontaminations­kosten,
  • Über­spannungs­schäden durch Blitz.

Tarife, die bei grob fahr­lässig herbeigeführten Schäden die Leistung kürzen, haben wir mit Mangelhaft bewertet.

Hat ein Tarif in einer der bewerteten Leistungen des Grund­schutzes ein Ausreichend oder schlechter, kann das Grund­schutz­urteil nur eine Note besser als die schlechteste Einzelnote sein.

Zusatz­leistungen (30 %)

Neben dem Grund­schutz haben wir weitere Leistungen untersucht. Sie sind ohne Aufpreis enthalten und fließen mit insgesamt 30 Prozent ins Qualitäts­urteil ein.

  • Über­nahme von Hotel­kosten bei Unbe­wohn­barkeit des Hauses,
  • Sach­verständigen­kosten im Sach­verständigen­verfahren,
  • Leistung auch bei Rauch und Ruß, ohne dass eine versicherte Gefahr eintrat,
  • Anprall von Land­fahr­zeugen wie Autos und Schienenfahr­zeugen,
  • Frost- und Bruch­schäden an Ableitungs­rohren auf dem Grund­stück,
  • Leistung trotz unklarer Zuständig­keit bei Versicherer­wechsel,
  • Vorsorgever­sicherung. Die Baumaß­nahme muss nicht vorab dem Versicherer gemeldet werden.

Erhält die versicherte Person nur bei dem 50 Jahre alten Modell­haus keine Entschädigung bei Frost- oder Bruch­schäden an Ableitungs­rohren auf dem Grund­stück, bewerten wir diesen Prüf­punkt mit der Note Ausreichend. Bei Tarifen, die auch bei jüngeren Häusern nicht leisten, gibt es dafür ein Mangelhaft.

Modell­häuser

Wir haben Beiträge für drei Häuser ermittelt, jeweils an güns­tigem und teurem Stand­ort. Günstig ist Dresden (Langebrück), teuer ist Düssel­dorf. Alle Häuser liegen in der Zürs-Zone 1. Die Tabelle nennt den Beitrag mit Naturgefahren, zusätzlich bei Tarifen nach Wert 1914 diesen von den Versicherern ermittelten Wert.

Annahmen für Modell­häuser

Einfamilien­haus, 150 Quadrat­meter Wohn­fläche, davon 50 Quadrat­meter im ausgebauten Dach. Bauartklasse I (massive Außenwände, Ziegeldach). Voll­unterkel­lerung ohne Wohn­raum. Garage auf dem Grund­stück. Es wird ständig bewohnt und vom Eigentümer nur zu Wohn­zwecken genutzt. Das Haus hat eine normale Ausstattung. Es gibt keine feuergefähr­lichen Betriebe in der Umge­bung.

  • Der Neubau ist im Dezember 2020 bezugs­fertig geworden.
  • Die zweite Immobilie wurde im Jahr 2000 erbaut. Es ist ein Vertrags­neu­abschluss aufgrund eines Versicherer­wechsels. Es gibt keine Vorschäden.
  • Das dritte Haus wurde im Jahr 1970 gebaut. Es gab bisher keine umfang­reichen Sanierungen. Im Jahr 2018 gab es einen Leitungs­wasser­schaden von 2 000 Euro.

Beiträge

Wir weisen die Jahres­beiträge für den Vierfach­schutz aus. Für die Gefahren Feuer, Leitungs­wasser sowie Sturm/Hagel gibt es keinen Selbst­behalt im Schadens­fall, bei den Naturgefahren wird ein Selbst­behalt fällig.

Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich Testergebnisse für 178 Wohn­gebäude­ver­sicherungen mit Ele­mentar­schutz

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Profilbild Stiftung_Warentest am 01.09.2022 um 13:14 Uhr
Abwicklung von Versicherungsschäden

@ alessandroP: Die Schadensabwicklung der Versicherer ist nicht bei der Bewertung berücksichtigt. Detaillierte Informationen zur Qualität der Schadensabwicklung aller im Test vertretener Versicherer liegen uns nicht vor. Und die Berichte einzelner Leser zu deren Erfahrungen mit ihrem Versicherer können wir in die Benotung nicht mit einbeziehen. Denn die Qualität dieser Daten reicht für eine wissenschaftliche Auswertung / einer Benotung anhand wissenschaftlicher Kriterien nicht aus. Wir versuchen diesem Aspekt daher in einem anderen Rahmen Beachtung zu schenken.

alessandroP am 31.08.2022 um 08:55 Uhr
Abwicklung

Hallo liebes Team,
ich bin tatsächlich aktuell meine Versicherungen hinsichtlich Wohngebäudeversicherung und Hausratversicherungen zu prüfen. Daher ist Ihr Artikel eine große Hilfe für mich. Was ich mich allerdings gefragt habe, ob auch die Abwicklung mit den Versicherungen in die Ergebnisse eingeflossen ist?
Neben den Kosten und natürlich den Leistungen, ist dieses Kriterium ebenfalls entscheidend, falls man auf die Versicherung angewiesen ist.
Vielen Dank.

Profilbild Stiftung_Warentest am 19.08.2022 um 12:13 Uhr
Gleitender Neuwert

@exumaonline: Die gleitende Neuwertversicherung garantiert dem Eigentümer, dass das Gebäude vom Versicherer so ersetzt wird, wie es vor dem Schadenfall bestand, auch wenn die Wiederherstellungskosten im Laufe der Jahre steigen. Voraussetzung ist, dass der Wert 1914 richtig ermittelt wurde. In einem Schadenfall wird kein Abzug wegen Unterversicherung vorgenommen, wenn der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss alle Antragsfragen nach Größe und Ausbau des Gebäudes zutreffend beantwortet und der Versicherer den Wert 1914 hiernach berechnet hat. Wenn keine wertsteigernden Baumaßnahmen während der Vertragslaufzeit vorgenommen wurden, besteht bei gleitender Neuwertversicherung dann zu jeder Zeit ein ausreichender Versicherungsschutz. Auch Kosten für Abbruch- und Aufräumarbeiten zählen zu den Leistungen der Versicherung. In vielen Tarifen gibt es hier jedoch Obergrenzen, die zu beachten sind.

exumaonline am 18.08.2022 um 11:14 Uhr
Gleitender Neuwert

Liebes Test-Team,
Die Berechnung der Deckungssumme ist für mich bei den meisten Versicherern nicht ganz klar.
In den Versicherungsbedingungen steht in der Regel beim gleitenden Neuwert eine Versicherungssumme zum ortsüblichen Neubauwert.
Beispiel WGV: der nach 1914 bestimmte aktuelle Wert liegt deutlich unter den aktuellen realistischen Werten. Ich bin sogar der Meinung, dass zu diesen Kosten in unserer Region kein Neubau möglich ist (wir bauen aktuell selbst).
Dazu kommen im Ernstfall ja auch noch Abrisskosten u.ä.
Bei Rückfrage bei mehreren Hotlines verschiedener Versicherungen kam die Antwort, dass in jedem Fall alle Kosten unabhängig vom Neubauwert abgedeckt seien. Leider finde ich dies in den Bedingungen nicht wieder.
Auch der Unterversichrrungsverzicht bezieht sich ja nicht auf die absolute Obergrenze der Deckungssumme.
Gibt es hierzu ebenfalls eine Auswertung im Rahmen des Tests?
Vielen Dank!

Profilbild Stiftung_Warentest am 17.06.2022 um 14:52 Uhr
Domcura/Docura

@Wolge: Im Hausratversicherungstest haben wir zwei Tarife der Docura VvaG. Docura, nicht Domcura.