Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich

Welche Schäden sind versichert?

Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich - Schutz vor Elementarschäden ist essenziell
© Stiftung Warentest / René Reichelt

Vier Bausteine machen die Wohn­gebäude­versicherung aus: Versichert sind Schäden durch Leitungs­wasser, Brand und Blitz, Sturm und Hagel sowie Elementar­ereig­nisse – nahezu alles, was einem Haus passieren kann. Aber eben nur nahezu. Wir nennen auch Beispiele für nicht versicherte Schäden.

Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich Testergebnisse für 178 Wohn­gebäude­ver­sicherungen mit Ele­mentar­schutz

Inhalt

Feuer­versicherung

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Brand
Versichert ist Schaden durch Feuer, das sich aus eigener Kraft ausbreiten kann.
Beispiel: Zimmerbrand infolge eines Kurz­schlusses.

Blitz­schlag
Direkter Einschlag in das Gebäude. Versichert sind auch Folgeschäden.
Beispiel: Antenne wird durch Blitz­einschlag zerstört. Ein vom Blitz getroffener Baum beschädigt das Dach.

Über­spannung durch Blitz
Versichert sind Schäden an elektrischen Einrichtungen.

Explosion
Plötzliches Freiwerden von Energie verursacht durch Gase.
Beispiel: Gasexplosion in der Nach­barschaft.

Nicht versichert (Beispiele)
Seng­schäden: Ziga­retten­glut brennt ein Loch ins Parkett.

Leitungs­wasser

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Rohr­bruch
Versichert sind Heizungs- und Wasser­rohre, ebenso Wasser­zuleitungs­rohre auf dem Grund­stück, die das Haus versorgen.
Beispiel: Bruch der Zuleitung im Garten.

Frost
Versichert sind Heizungs­anlagen und sanitäre Einrichtungen.
Beispiel: Frost­schaden infolge eines plötzlichen, nicht vorhersehbaren Temperatursturzes.

Nässeschäden
Wasser, das aus dem Rohr­system sowie aus Aquarien oder Wasser­betten ausgetreten ist.

Nicht versichert (Beispiele)
Rohre: Wasser, das nicht aus Leitungen dringt, zum Beispiel die Blumenvase auf dem Klavier oder ein umge­kippter Putz­eimer.
Frost: Schäden durch Einfrieren, wenn trotz Frost nicht geheizt oder das Wasser nicht abge­lassen wurde.

Sturm­versicherung

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Sturm
Wind ab Stärke 8. Versichert sind auch Folgeschäden.
Beispiel: Sturm deckt das Dach ab. Ein auf das Haus geworfener Baum drückt eine Mauer ein.

Hagel
Eiskörner. Versichert sind auch Folgeschäden.
Beispiel: Hagelschaden an der Verglasung.

Nicht versichert (Beispiele)
Sturm: Schnee, Hagel dringen durch ein offenes Fenster ein.

Elementarschaden (sollte unbe­dingt enthalten sein)

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Über­schwemmung
Über­schwemmung des Grund­stücks durch Regen oder das Ausufern von Gewässern oder den Austritt von Grund­wasser durch diese Ursachen.

Rück­stau
Eindringen von Wasser aus den Ableitungs­rohren des Gebäudes in das Haus, verursacht durch Regen oder das Ausufern von Gewässern.

Erdbeben
Naturbe­dingte Erschütterung des Erdbodens durch Vorgänge im Erdinnern.

Erdsenkung
Naturbe­dingte Absenkung des Erdbodens über natürlichen Hohlräumen.

Erdrutsch
Naturbe­dingtes Abrutschen von Erd- oder Gesteins­massen.

Schnee­druck
Wirkung des Gewichts von Schnee und Eismassen.

Lawinen
An Berg­hängen nieder­gehende Schnee- und Eismassen.

Nicht versichert (Beispiele)
Erdsenkung: Schäden durch künst­liche Hohlräume, zum Beispiel durch Berg­bau.
Lawinen: Schnee- und Eismassen, die nicht vom Berg nieder­gehen, sondern zum Beispiel von Bäumen aufs Haus fallen.

Wohn­gebäude­versicherungen im Vergleich Testergebnisse für 178 Wohn­gebäude­ver­sicherungen mit Ele­mentar­schutz

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492 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.04.2022 um 16:54 Uhr
Unterversicherungs-Verzicht

@thk1000: Wenn Sie den Wert des Hauses durch den Versicherer festlegen, dürften Sie kein Problem mit einer Unterversicherung haben. Lassen Sie sich hierzu individuell beraten.

thk1000 am 05.04.2022 um 17:56 Uhr
Unterversicherungs-Verzicht

Vielen Dank für den umfassenden Test und vor allem für den sehr hilfreichen Text mit all seinen Hinweisen! Aber zum Unterversicherungs-Verzicht schreiben Sie gar nichts, oder habe ich das übersehen? Die Verbraucherzentrale Brandenburg riet mir im Beratungsgespräch, neben der Klausel für Grobe Fahrlässigkeit, darauf zu achten.

harald_eichenberg am 12.03.2022 um 13:07 Uhr
Concordia mit 10% Selbstbeteiligung

Entgegen der Angaben in diesem Artikel habe ich in meinem aktuellen Vertrag mit Concordia eine Selbstbeteiligung von 10% im Vertrag stehen.

Anago am 27.01.2022 um 21:40 Uhr
Wohngebäudeversicherung bei Starkregen

Klasse, herzlichen Dank, Stiftung_Warentest, das ist sehr gut erklärt. Tatsächlich haftete bei mir irgendwie der Eindruck fest, Starkregen und Überschwemmung müssten zwei getrennte Paar Schuhe sein.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2022 um 12:52 Uhr
Wohngebäudeversicherung bei Starkregen

@Anago: Das Wort Starkregen taucht in den Versicherungsunterlagen nicht auf. Versichert ist im Allgemeinen die Überschwemmung aufgrund von Witterungsniederschlägen. Im Einzelfall ist immer zu prüfen, ob ein Elementarschaden im Sinne der Versicherungsbedingungen vorliegt. Für die Klärung eines individuellen Sachverhaltes ist hier nicht der richtige Ort. Wir können hier nur allgemeine Fragen zum Schutzbereich der Versicherung beantworten. In den meisten Bedingungen der Elementarschadensversicherung ist eine Überschwemmung definiert als „Überflutung von Grund und Boden“. Es sind auf jeden Fall Schadensereignisse denkbar, die nicht vom Schutzbereich der Elementarschadenversicherung mit abgedeckt sind. Dazu gehört zum Beispiel auch wenn nach einem Regen Wasser ins Haus eindringt, ohne das Grund- und Boden überschwemmt wurden. Es spielt also eine Rolle, ob das Wasser zuerst das Grundstück überflutet hat und danach ins Haus eindrang. Es sind auch Fälle denkbar, in denen kein Versicherungsschutz besteht, weil das Wasser lediglich am Haus vorbeiläuft und durch ein geöffnetes Kellerfenster eintritt. Auch Schäden durch eindringendes Grundwasser sind üblicherweise nicht versichert. Erst wenn das Grundwasser an der Erdoberfläche austritt und eine Überschwemmung verursacht, greift der Versicherungsschutz wieder.