Es dauerte nur eine knappe halbe Stunde. Dann war in einem Wohn­haus genügend Leitungs­wasser vom Dach- ins Erdgeschoss geflossen, um rund 25 000 Euro Schaden zu verursachen. Von seinem Wohn­gebäude­versicherer erhält der Geschädigte jedoch nur die Hälfte ersetzt. Grund: Der Mann hatte die Heizungs­anlage im Dach­geschoss des Hauses mit Wasser aufgefüllt und dazu über einen Schlauch deren Anschluss mit dem Wasser­hahn verbunden. Beide Zuläufe waren über ein Ventil gesichert. Als es plötzlich an der Haustür klingelte und der Mann das Dach­geschoss verlassen musste, schloss er versehentlich nur eines davon. Die Folge: Während seiner Abwesenheit löste sich die unter Druck stehende Schlauch­verbindung. Wasser trat aus. Der Versicherer warf dem Eigentümer grobe Fahr­lässig­keit vor, weil er die Heizung nicht durch­gehend beaufsichtigt hatte, und strich die Leistung auf die Hälfte zusammen. Zu Recht, entschied das Land­gericht Gießen (Az. 3 O 476/13).

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