Kai N. aus Köln: Ich habe vor einem Jahr eine Wohnung gemietet, die laut Vertrag 105 Quadratmeter groß ist. Als der Vermieter jetzt die Miete erhöhen wollte, habe ich nachgemessen und bin auf nur 91 Quadratmeter gekommen. Dürfen der Mieterhöhung trotzdem die 105 Quadratmeter zugrunde gelegt werden?

Finanztest: Nein. Ihr Mietvertrag muss rückwirkend so angepasst werden, dass Sie nur die anteilige Miete für die tatsächliche Grundfläche zahlen. Außerdem dürfen Sie die bisher zu viel gezahlte Miete zurückfordern.

Das Landgericht Hamburg entschied in einem ähnlichen Fall, dass die Quadratmeterzahlen bei Mieterhöhungen berichtigt werden müssten, wenn der Mietberechnung von beiden Vertragsparteien falsche Zahlen zugrunde gelegt wurden und die daraus resultierende Abweichung "unzumutbar" hoch sei. Das gelte erst ab 10 Prozent Abweichung (Az. 311 S 184/98). Geringere Abweichungen seien dagegen entschädigungslos hinzunehmen.

Beim Abschluss des Mietvertrags, also beim Einzug, gilt dieses Recht auf Anpassung jedoch nicht. Auch eine Mietminderung scheidet dann aus, da die Gerichte die Wohnfläche nicht für fest zugesichert halten. Vielmehr handele es sich in der Regel nur um eine ungefähre Beschreibung, von der "maßvoll" abgewichen werden könne.

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