Wohnfläche Meldung

Mal zählen Balkon oder Terrasse zur Hälfte, mal zu einem Viertel zur Wohnfläche – je nach Datum des Mietvertrags.

Das Urteil. Dachterrassen und Balkone darf der Vermieter grundsätzlich mit der Hälfte ihrer Fläche zur Wohnung rechnen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) für Mietverträge entschieden, die vor 2004 geschlossen wurden (Az. VIII ZR 86/08). Eine Anrechnung der Terrassenfläche zu einem geringeren Anteil ist möglich, wenn die Mietparteien dies vereinbart haben oder es vor Ort so üblich ist.

Die Änderung. Für Mietverträge, die ab 2004 geschlossen wurden, sieht die Rechtslage anders aus. Für diese Verträge gilt die Wohnflächenverordnung, wonach Vermieter Balkon- und ­Terrassenflächen in der Regel nur zu einem Viertel auf die Miete anrechnen dürfen. Nur wenn es sich zum Beispiel um einen Balkon mit besonders guter Lage handelt, kann mehr als Wohnfläche angerechnet werden, höchstens die Hälfte der Balkonfläche.

Der Fall. Eine Kölnerin hatte die Miete für ihre seit 2003 gemietete Wohnung gekürzt, weil zwei Dachgärten zur Hälfte in die Berechnung der Miete eingingen. Sie war der Ansicht, dass maximal ein Viertel der Terrassenfläche berechnet werden dürfe. Der BGH hielt die Kalkulation des Vermieters jedoch für in Ordnung. Da es aber sein könne, dass es in Köln üblich sei, die Terrassenfläche nur zu einem Viertel anzurechnen, muss dies nun das Landgericht Köln klären.

Die Bedeutung. Liegt die im Mietvertrag genannte Wohnfläche um mehr als 10 Prozent über der tatsächlichen Fläche, darf der Mieter die Miete mindern. Beispiel: Ist die Wohnung 15 Prozent kleiner als laut Vertrag, kann der Mieter die Miete um 15 Prozent kürzen. Er kann sogar die in der Vergangenheit zu viel gezahlte Miete zurückverlangen.

Tipp: Messen Sie im Zweifel Ihre ­Wohnung nach. Mehr Infos zur Wohnflächenberechnung finden Sie unter www.test.de/wohnflaeche.

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