Zu Hause wohnen: Unterstützung im Alltag

Viele Senioren benötigen mit zunehmendem Alter Hilfe im Haushalt und im Alltag. Das bedeutet noch keine pflegerische Betreuung. Es sind eher die kleinen Dinge des Alltags, die mit der Zeit mühsam werden, bei denen sich viele unterstützen lassen möchten: etwa bei der Gartenpflege, beim Hausputz, Einkaufen, Spazierengehen, Behördengängen, Arztbesuchen oder auch bei nötigen Reparaturen. Oft leisten Angehörige, Freunde, Bekannte und Nachbarn solche Alltagshilfe. Doch nicht jeder kann oder will bei Bedarf auf familiäre oder Freundschaftsdienste zurückgreifen. Eine Alternative bieten mobile Hilfsdienste oder ambulante Pflegedienste. Sie erleichtern den Alltag und helfen, die Selbstständigkeit zu erhalten.

Eignung

„Unterstützung im Alltag“ reicht für Senioren, die nicht schwer pflegebedürftig sind und genug Kontakt haben, sodass sie nicht vereinsamen.

Mobile Soziale Dienste

Sozialstationen, ambulante Pflegedienste, private Firmen und ehrenamtliche Helfer bieten oder vermitteln Mobile Soziale Dienste. Zu den Angeboten gehören in der Regel folgende Leistungen:

  • Mahlzeiten-Service oder Essen auf Rädern. Ein Bringdienst liefert regelmäßig warmes Essen oder einen Vorrat tiefgekühlter Fertigkost nach Hause. Leider ist die Qualität der Gerichte nicht immer die beste. Das jedenfalls war das Ergebnis einer Untersuchung der Stiftung Warentest aus dem Mai 2004. Eine gute Alternative bietet vielerorts der stationäre Mittagstisch in Altenbegegnungs- und Tagesstätten, Altenheimen oder auch teilstationären Einrichtungen. Vorteil: Sie können dort in Gesellschaft essen.
  • Hilfe im Haushalt. Reinigungskräfte und Wäschedienste.
  • Erledigungen aller Art. Reparaturen, Balkon- und Gartenpflege, Behördengänge, Einkäufe.
  • Friseur. Haareschneiden, Hand- und Fußpflege. Viele Friseure bieten diesen Service auch für zu Hause an.
  • Fahr- und Begleitservice. Für Behördengänge, Arztbesuche, zu Freizeittreffs und kulturellen Veranstaltungen.
  • Bücher-, Schreib- und Vorlesedienste. Mobile Bibliotheken; ehrenamtliche oder Honorarkräfte helfen bei der Korrespondenz und lesen aus der Zeitung oder einem Buch vor.
  • Besuchsdienste. Meist ehrenamtliche, etwa von Wohlfahrtsverbänden fachlich angeleitete Helfer. Sie besuchen hilfebedürftige Menschen, die wenig Kontakt haben, organisieren Café-Besuche oder Ausflüge, stellen Kontakt zu anderen Kunden des Besuchsdienstes, zur Freizeittreffs oder Altentagesstätten her.

Tipps: Informationen, Hilfen und Finanzierung

Folgende Stellen informieren über örtliche Soziale Dienste, ehrenamtliche oder Nachbarschaftshilfen sowie ambulante Pflegedienste. Die lokalen Beratungsstellen der Behörden und Verbände stehen im Telefonbuch.

  • Städte und Gemeinden. Seniorentelefon und Informationsstelle für ältere Menschen, Bürgerberatungsstelle, Sozialamt.
  • Sonstige Auskunftsstellen. Wohlfahrtsverbände und Kirchengemeinden, Pflege- und Wohnberatungsstellen, Seniorenberatungsstellen und -büros, Seniorenvertretungen und -beiräte.
  • Ehrenamtliche Helfer. Erkundigen Sie sich beim Sozialamt, Beratungsstellen der Gemeinde, Altenhilfeeinrichtungen, Seniorenbüros, Wohlfahrtsverbänden oder Kirchen nach Initiativen und Vereinen, die sich ehrenamtlich für hilfe- und pflegebedürftige Mitmenschen einsetzen.
  • Zuverlässigkeit. Alle Dienstleister müssen die vereinbarten Leistungen zuverlässig erbringen. Ist dies öfters nicht der Fall, wechseln Sie den Anbieter - wenn möglich.
  • Hausnotruf. Der professionelle Hausnotruf bietet Ihnen Sicherheit. Es ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie alleinstehend oder pflegebedürftig sind. Sie können den Notruf meist körpernah über eine Art Armbanduhr auslösen und per Funk an ein Telefon-Zusatzgerät senden. Das leitet den Hilferuf an eine Notrufzentrale weiter. Die Zentrale verfügt über alle wichtigen Daten, um Ihnen schnell und effektiv zu helfen. Je nach System schlägt der Hausnotruf Alarm, wenn Sie sich über einen vorher festgelegten Zeitraum hinaus nicht gemeldet haben. Die Kosten für diesen Dienst übernimmt unter Umständen die Pflegekasse.

Tipps: Kosten und Finanzierung

  • Stundenlohn. Sie bezahlen die Mitarbeiter der Dienste meist stundenweise. Die Sätze variieren je nach Arbeit, Träger und Stadt.
  • Pflegekasse. Die Pflegekasse erstattet Ihnen einen Teil der Kosten für hauswirtschaftliche Hilfen, wenn die Pflegebedürftigkeit anerkannt ist.
  • Sozialamt. Sind Sie bedürftig, können Sie vom Sozialamt finanzielle Unterstützung beantragen. Es bezahlt einzelne Dienstleistungen.

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