Die Entscheidung

Die meisten Menschen möchten auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung wohnen bleiben. Dafür nehmen sie häufig Unbequemlichkeiten und Einschränkungen in Kauf. Erst wenn es gar nicht mehr anders geht, ziehen sie um - dann oft in ein Pflegeheim, was sie eigentlich vermeiden wollten. Dass es auch anders geht, zeigen die neuen Wohnmodelle für Senioren. Entscheidend ist allerdings der Zeitpunkt, an dem sich jemand mit der Frage „Wie will ich im Alter leben“ auseinander setzt. Je früher jemand darüber nachdenkt, desto mehr Wahlmöglichkeiten hat er. Wer bereits pflegebedürftig ist, hat es schwerer, etwa in einer Anlage des Betreuten Wohnens unterzukommen.

Selbsteinschätzung

Wichtige Voraussetzungen, um sich für ein bestimmtes Wohn- und Lebensmodell fürs Alter entscheiden zu können, sind: ausreichend Informationen, Klärung der eigenen Wünsche und Prüfung, wie sie sich verwirklichen lassen. Dabei helfen drei grundlegende Fragen:
1. Was kann ich tun, wenn ich so lange wie möglich in meinem vertrauten Zuhause wohnen bleiben möchte?
2. Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich noch einmal umziehen und mich neu orientieren möchte?
3. Welche Alternativen gibt es, falls einmal Hilfe und Pflege nötig werden?

Tipp. Bevor Sie die Weichen für Ihre Zukunft stellen und sich für zu Hause oder einen Umzug entscheiden: Schätzen Sie sich selbst gründlich ein! Lassen Sie sich dabei von Ihren Freunden und Angehörigen unterstützen, aber auch professionell beraten. Sprechen Sie mit Menschen, die bereits Erfahrungen mit der von Ihnen gewünschten Wohnform gemacht haben. Vielleicht können Sie dort für kurze Zeit zur Probe wohnen. Ist das nicht möglich, nehmen Sie an Gemeinschaftsveranstaltungen teil – etwa am gemeinsamen Kaffeetrinken oder Mittagessen.

Voraussetzungen für das Leben zu Hause

Die Wohnung sollte altersgerecht sein, die Wohnlage nicht einsam machen. Hilfen zur Unterstützung im Alltag sollten bei Bedarf verfügbar sein - neben privaten Helfern, etwa Mobile Soziale Dienste, ambulante Pflegedienste und im Idealfall ein gut funktionierendes Netz aus Service, Betreuungs- und Freizeitangeboten im Wohnviertel. Die wichtigsten Kriterien für eine altersgerechte Wohnung und Umgebung finden Sie in folgender Übersicht.

Wohnmodelle

Wer sich für einen Umzug entschieden hat, kann zwischen verschiedenen Wohnmodellen auswählen.
Hinweis. Weitergehende Erläuterungen zu einzelnen Wohnformen finden Sie hier und auf den folgenden Seiten.

Situation I: Zu Hause wohnen bleiben

  • Wohnungsanpassung
  • Unterstützung im Alltag
  • Betreutes Wohnen zu Hause
  • Quartiersbezogene Betreuung. Zentrales Anliegen dieser Konzepte ist es, verschiedene Wohn- und Betreuungsformen für Senioren innerhalb eines Wohnviertels zu verknüpfen. Ambulante Dienste, Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen, soziale Einrichtungen und Nachbarschafts-Initiativen arbeiten Hand in Hand, organisieren Gemeinschaftsaktivitäten und Hilfsangebote in der Umgebung. Die so geschaffene soziale Infrastruktur ermöglicht es auch hilfebedürftigen Menschen, weiter selbstständig in ihrer Wohnung zu leben und nicht zu vereinsamen. Im Ratgeber Leben und Wohnen im Alter finden Sie viele Informationen und Beispiele zu bereits verwirklichten Quartiersprojekten.

Situation II: Die Wohnsituation verändern

Situation III: Umziehen, weil eine Rundum-Betreuung nötig ist

  • Betreute Wohngemeinschaften
  • Betreute Hausgemeinschaften
  • Alten- und Pflegeheime. Pflegeheime sind die herkömmliche Form der stationären Rundum-Betreuung bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Die Heime unterscheiden sich sehr in der Qualität. Der Ratgeber informiert ausführlich über die Kriterien zur Auswahl eines Heims, rechtlich einwandfreie Heimverträge, Kosten der Pflege sowie Möglichkeiten und Grenzen der Betreuung im Heim.

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